Rhein schrumpft, Grundwasser schwindet: Warum Deutschlands Dürre die Wirtschaft Milliarden kostet
StartseiteWirtschaftKlimakrise schlägt „volle Pulle“ zu: Dürre in Deutschland wird zur nächsten Herausforderung für die WirtschaftStand:11. 08. 2026, 14:44 UhrKommentareUns auf Google folgenSeit März fällt kaum. . .

StartseiteWirtschaftKlimakrise schlägt „volle Pulle“ zu: Dürre in Deutschland wird zur nächsten Herausforderung für die WirtschaftStand:11. 08. 2026, 14:44 UhrKommentareUns auf Google folgenSeit März fällt kaum Regen – der Rhein schrumpft, Grundwasser schwindet, die Industrie stockt. Was jetzt auf dem Spiel steht und warum Experten streiten. Frankfurt – Deutschlanderlebt derzeit eine dramatische Dürre. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) berichtet, dass bereits seit März unterdurchschnittliche Niederschlagsmengen beobachtet werden. Die Folgen sind dramatisch: Greenpeace warnt vor schweren Folgen für Wälder, die aufgrund des Wassermangels austrocknen und anfälliger für Waldbrände werden. In einigen Gebieten wird sogar das Grundwasser knapp. So berichtet etwa derSWR, dass sich laut der Landesanstalt für Umwelt rund die Hälfte der Grundwasserverhältnisse auf einem niedrigen Stand befänden. Der Rhein trocknet aus. Die anhaltende Dürre wird zum Kraftakt für die deutsche Wirtschaft. © Federico Gambarini/dpaDer seit Wochen ausbleibende Regen belastet aber auch die großen Flüsse in Deutschland. Seit geraumer Zeit kursieren drastische Bilder etwa vom Rhein, die einedeutliche Verkleinerung des größten deutschen Flusses zeigen. Das belastet nicht nur die Umwelt, sondern bringt auch die deutsche Industrie in Bedrängnis, die auf den Fluss als Transportweg für eine große Zahl an Waren angewiesen ist. Dürre in Deutschland: Der Rhein trocknet aus – mit drastischen Folgen für die Wirtschaft„Güter müssen physisch transportiert werden, daran geht kein Weg vorbei“, sagte Dirk Binding, Bereichsleiter für Digitale Wirtschaft, Infrastruktur und Regionalpolitik bei der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK). Mit Blick auf die sinkenden Pegelstände fordert Binding eine bessere Anpassung von Binnenwasserstraßen an Niedrigwasserphasen. „Maßnahmen wie Fahrrinnenoptimierungen und ein modernes Sohlenmanagement sollten daher konsequent umgesetzt werden. Sie können erheblich dazu beitragen, den Schiffsverkehr auch in Niedrigwasserphasen länger aufrechtzuerhalten und dadurch die Folgen für die Wirtschaft zu verringern. “Auch Martin Staats, Präsidiumsmitglied des Bundesverbandes der Deutschen Binnenschifffahrt und Vorstand der Binnenschifffahrtsgenossenschaft MSG, sieht laut demDeutschlandfunkeine Vertiefung von Fahrrinnen als geboten an. Bereits 20 Zentimeter würden eine zusätzliche Verschiffung von rund 200 Tonnen Fracht ermöglichen. Auch Oliver Krischer, Minister für Umwelt, Naturschutz und Verkehr in NRW, fordert vom Bund Mittel für eine bauliche Anpassung von Fahrrinnen im Rhein. „DieKlimakrise schlägt bei uns volle Pulle zu“, so Krischer imZDF. Das Ergebnis seien „historisch niedrige Rheinwasserstände“, die die Schifffahrt massiv belasten – mit Folgen für die Wirtschaft. Ein generelles „Ausbaggern“ des Rheins lehnt Krischer jedoch ab. Man könne kein Wasser erzeugen, wo keines ist. An vereinzelten Engstellen sei das allerdings ein probates Mittel. Kritik an Fahrrinnenausbau – Experten fordern konsequente KlimaanpassungenDer Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft hält dagegen wenig von Vertiefungen einzelner Flüsse für die Schifffahrt. „Im Hinblick auf eine Tieferlegung von Fahrrinnen in Flüssen besteht die Gefahr, dass diese einen noch schnelleren Wasserabfluss bewirken, anstatt das Wasser in der Fläche zu halten“, warnt Martin Weyand, BDEW-Hauptgeschäftsführer für Wasser und Abwasser. Stattdessen müsse nun konsequent auf Vorbereitungen fürkünftige Extremwetterereignissegesetzt werden. „Dazu braucht es mehr Versickerungsflächen, damit Regenwasser dezentral in den Boden sickern oder durch Pflanzen aufgenommen werden kann. Gleichzeitig müssen wir die weitere Versiegelung von Flächen begrenzen“, so Weyand. Dazu seien aber „erhebliche Investitionen“ notwendig. „Neben einer gesicherten Finanzierung brauchen wir dafür eine deutliche Vereinfachung und Verkürzung der behördlichen Genehmigungsverfahren. “Investitionen in den Klimaschutz – Top-Ökonomin sieht „erheblichen Nutzen vom 1,8- bis sogar 4,8-Fachen“Claudia Kemfert, Ökonomin am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), warnte imZDFebenfalls vor wirtschaftlichen Folgen durch sinkende Pegelstände. Sie erinnert an die Dürre im Jahr 2018. Damals lagen die Kosten für die deutsche Wirtschaft laut Kemfert bei rund 2,4 Milliarden Euro. Auch Verbraucherinnen und Verbraucher würden die Auswirkungen über steigende Preise merken. Darum brauche es ein Umdenken bei den Kosten des Klimaschutzes. „Jeder Euro, den wir heute bezahlen für Klimaschutz, hat einen erheblichen Nutzen vom 1,8- bis sogar 4,8-Fachen“, so Kemfert. Durch eine Modernisierung würden in allen Bereichen erhebliche volkswirtschaftliche Vorteile entstehen, erklärt die Expertin. (Quellen: DWD, SWR, Greenpeace, Deutschlandfunk, DIW, BDEW, DIHK, ZDF)(nhi)