Trotz schwächelnder Wirtschaft: Wittener Ausbildungsmarkt bietet noch Chancen
KI-Stimme. InfoIn Witten gibt es weniger Ausbildungsplätze als im Vorjahr, trotzdem sind noch viele Stellen unbesetzt. Das Interesse der Jugendlichen an einer Ausbildung ist gestiegen, während Unternehmen wegen. . .

KI-Stimme. InfoIn Witten gibt es weniger Ausbildungsplätze als im Vorjahr, trotzdem sind noch viele Stellen unbesetzt. Das Interesse der Jugendlichen an einer Ausbildung ist gestiegen, während Unternehmen wegen der schwachen Wirtschaft vorsichtiger werden. Berufe wie Bestattungsfachkraft, Bäcker oder Informationselektroniker sind besonders beliebt, und Unternehmen sollen auch weniger starke Bewerber berücksichtigen. Zum 1. August haben auch inWittenviele junge Menschen eine Ausbildung aufgenommen. Die Agentur für Arbeit hat Zahlen für Witten, Wetter und Herdecke veröffentlicht. Für interessierte Bewerber ist sowohl Licht als auch Schatten dabei. Demnach haben sich von Oktober bis Juli knapp 1000 junge Menschen bei derAgenturgemeldet, die an einer Ausbildungsstelle interessiert sind. Das sind nur geringfügig weniger als im Vorjahreszeitraum. Etwas anders sieht es bei den heimischen Unternehmen aus. Sie haben im selben Zeitraum knapp 700 Plätze gemeldet, etwa 50 weniger als im Jahr zuvor. Immer weniger Ausbildungsplätze: Unternehmen in Witten reduzieren AngeboteZum August sind noch 280 Stellen unbesetzt. Das sind etwa neun Prozent weniger offene Stellen als zu diesem Zeitpunkt im vorigen Jahr. Dem stehen knapp 290 Interessierte gegenüber. In diesem Verhältnis ist die Auswahl für die Suchenden „nicht mehr so gut“, sagtKatja Heck, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Hagen. DieIndustrie- und Handelskammer (IHK) Mittleres Ruhrgebietbeobachtet eine ähnliche Entwicklung. „Aus dem Bewerbermarkt wird wieder ein Arbeitgebermarkt“, sagt Andrea Koch, Teamleiterin für Bildungspolitik, Ausbildungsberatung und Fachkräftesicherung. Während die Zahl der Ausbildungsplätze sinkt, wächst gleichzeitig das Interesse der Bewerber. Besucher stehen auf der Jobmesse «KarriereStart» vor dem Schriftzug «Azubis gesucht» (Symbolbild). © Sebastian Kahnert/dpa | Sebastian KahnertUnternehmen reagieren auf WirtschaftslageBei einerIHK-Umfrage hat ein Drittel der teilnehmenden Unternehmen angegeben, weniger Ausbildungsstellen anzubieten. Sie begründeten das unter anderem mit der wirtschaftlichen Lage, bemängeln aber auch die Qualität der Bewerber. Auch die Arbeitsagentur verweist bei dem Schwund an Ausbildungsstellen auf dieschwächelnde Konjunktur. „Wir erleben eine mehrjährige Wirtschaftsschwäche, die belastet und verunsichert viele Ausbildungsbetriebe“, sagt Chefin Katja Heck. Sowohl Arbeitsagentur als auch IHK appellieren an die Unternehmen, die Ausbildung trotzdem nicht zu vernachlässigen. Sie sei ein wichtiger Baustein gegen den Fachkräftemangel. Lesen Sie auchSchleusenwärterhaus in Witten: Matthias und Sallah haben heißen Job am Ruhr-UferBetrugsserie in Wittener Firma: Darum kommt einer der Chefs so glimpflich davonAus Tötungsstation gerettet: Hündin Georgia sucht neues Zuhause in Witten„Dazu gehört auch, denjenigen Jugendlichen eine Chance zu geben, die erst auf den zweiten Blick überzeugen“, so Heck. „Und wir unterstützen, wo nötig, mit der Einstiegsqualifizierung, bei der wir den Jugendlichen zunächst für einige Monate finanzieren. “Viele Ausbildungsplätze im Handwerk weiter unbesetztFür Bewerber sei aber noch immer vieles möglich. DieRückkehr vom Abitur nach zwölf Jahren (G8) zum Abitur nach 13 Jahren (G9) spiele zum Beispiel eine Rolle. „Weil weniger Abiturienten zur Verfügung stehen als im Vorjahr, haben auch andere Bewerbergruppen Chancen auf Ausbildungsplätze, die bislang gern mit Abiturienten besetzt wurden“, weiß Andrea Koch von der IHK. Auch die Handwerkskammer Dortmund, unter anderem zuständig für den EN-Kreis mit Witten, weist darauf hin, dass zahlreiche Ausbildungsplätze noch unbesetzt sind. Bei den neu abgeschlossenen Verträgen gehörten Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik, Maler und Lackierer sowie Friseur undDachdeckerzu den beliebtesten Stellen. Besonders auffällig sei der starke Zuwachs bei Bestattungsfachkräften gewesen (+70 Prozent), gefolgt von Bäckern und Informationselektronikern (beide +63,6 Prozent). Am 3. September (ein Donnerstag) findet in der Turnhalle des Wittener Berufskollegs wieder die „Endspurtbörse“ statt. Dort wird unter anderem über einen weiteren Schulbesuch, freie Ausbildungsplätze oder ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) informiert. Eine Anmeldung ist nicht nötig. Unter 18-Jährige können von 9. 30 bis 11. 30 Uhr vorbeikommen. Wer volljährig ist, kommt um 12 bis 14 Uhr. Offene Ausbildungsstellen sind auch online abrufbar:ausbildungsfinder. com(agenturmark),ausbildung. nrw(IHK-Lehrstellenbörse),lsb. hwk-do. de(Lehrstellenbörse der Handwerkskammer Dortmund),enkreis. de/arbeit-beruf/jugendberufsagentur-witten(Jugendberufsagentur Witten). Jugendliche in Witten, Wetter und Herdecke können sich jederzeit bei der Berufsberatung der Agentur für Arbeit melden, Telefon 0800/4 5555 00 oder 02302/929 450. Termine können auch online gebucht werden.