Wie der Tanzsportclub Egelsbach mentale Gesundheit im Training verankert
StartseiteRegionEgelsbachStand:10. 07. 2026, 06:53 UhrKommentareUns auf Google folgenRunterkommen im Training: Neben dem Tanz wird sich mittlerweile auch für Entspannungsübungen Zeit genommen. Der Tanzsportclub. . .

StartseiteRegionEgelsbachStand:10. 07. 2026, 06:53 UhrKommentareUns auf Google folgenRunterkommen im Training: Neben dem Tanz wird sich mittlerweile auch für Entspannungsübungen Zeit genommen. Der Tanzsportclub Egelsbach will so die mentale Gesundheit von Kindern und Jugendlichen stärken. © TSC EgelsbachDer TSC Egelsbach hat im Mai das Projekt „Strong Steps – Tanz dich stark“ gestartet. Jetzt sind Atemübungen und Komplimente-Runden fester Bestandteil der Tanzstunden. Egelsbach – Leistungsdruck aus der Schule, Unsicherheiten im Alltag und Erwartungsdruck von außen. Besonders in Zeiten von Social Media haben Kinder und Jugendliche mit einer wachsenden Reihe an psychischen Belastungen zu kämpfen. Der Tanzsportclub 71 Egelsbach (TSC) will genau da ansetzen und hat im Mai ein Projekt gestartet, um mentale Gesundheit stärker im Vereinsalltag zu verankern (wir berichteten). Jetzt blickt der Verein auf die ersten erfolgreichen Wochen zurück. „Tatsächlich ist das Projekt daher entstanden, dass wir immer wieder von unseren Trainern und Trainerinnen die Rückmeldung bekommen haben, dass Kinder und Jugendliche viel aus ihrem Privatleben erzählen – auch von Problemen“, erzählt Lena Rücker, stellvertretende Vorsitzende des TSC. „Da wussten die Trainer oft nicht, wie sie richtig reagieren sollen. “ Gleichzeitig habe sich der Verein ohnehinin den vergangenen Jahren vermehrt mit Fragen des Kinder- und Jugendschutzes beschäftigt, wobei das Thema mentale Gesundheit immer häufiger aufgekommen sei. „Wenn wir mehr als nur Sport, nämlich einen gesellschaftlichen Mehrwert, bieten wollen, dann müssen wir da rangehen“, sagt Rücker. Tanzsportclub 71 Egelsbach: Veranstaltungen zu mentaler Gesundheit im JuniDas Projekt, das den Namen „Strong Steps – Tanz dich stark“ trägt, wurde auf Grundlage einer anonymen Umfrage im Verein entwickelt. „Wir haben uns im Umkreis nach Expertinnen und Experten umgeschaut“, sagt Lena Rücker. „Ein paar Eltern sind tatsächlich in der Richtung ausgebildet. Dann hatten wir relativ schnell eine Gruppe Psychologen und Coaches zusammen, die das mit uns machen wollte. “Im Juli fand daraufhin eine Reihe von Veranstaltungen für Vereinsmitglieder statt. Den Start machte ein Informationsabend für Eltern zu den Themen Stress und Stressabbau bei Kindern und Jugendlichen. Außerdem bot der TSC Workshops für verschiedene Altersgruppen an, bei denen es darum ging, das Selbstbewusstsein und die Resilienz zu stärken. „Die Kinder durften viel erzählen“, sagt Rücker. Dafür habe es im Nachhinein viel positives Feedback gegeben. Nach den Ferien sollen Folgetermine stattfinden. Egelsbach: TSC-Trainer fühlen sich sicherer im Umgang mit schwierigen SituationenDabei geht es bei dem Projekt um mehr, als mentale Gesundheit an einzelnen Terminen aufzugreifen. „Unsere größte Priorität war es, die Trainer zu schulen und das Thema in den Trainingsalltag zu integrieren“, sagt Lena Rücker. In den Tanzstunden sei mittlerweile eine Komplimente-Runde etabliert worden sowie eine Übung, bei der Kinder erzählen, was sie am Tag besonders schön fanden. „Dazu wurden Atemübungen integriert – auch bei Wettkämpfen, um sich selbst runterzubringen“, sagt Lena Rücker. Hinzu komme bei älteren Kindern ein Tanztagebuch, in dem Ziele, Ängste und Erfolge festgehalten werden können, wenn diese nicht geteilt werden sollen. Die Trainer fühlten sich nach den Schulungen zudem sicherer im Umgang mit schwierigen Situationen, berichtet die stellvertretende TSC-Vorsitzende. Durchatmen vor dem Auftritt: Auch bei Wettbewerben nimmt das Thema Achtsamkeit eine größere Rolle ein. © TSC EgelsbachBei all dem biete das Training im Tanzsportclub ohnehin eine natürliche Grundlage, um mentale Gesundheit in den Fokus zu rücken. „Aus Studien ist belegt, dass Tanzen positive Effekte auf die Psyche hat“, sagt Lena Rücker. „Bei uns kommt die Gruppenzugehörigkeit dazu. Die Kinder und Jugendlichen verbringen so viel Zeit bei uns im Verein, da entstehen auch Freundschaften. “ Dies sei eine perfekte Ausgangssituation für das Projekt, das noch längst nicht am Ende steht.