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Deutsche Firmen kürzen USA-Investitionen um 65 Prozent

Mannheim24 Politik & Wirtschaft Stand:19. 08. 2026, 15:46 Uhr Kommentare Uns auf Google folgen Trump lockt mit „America First“. Doch deutsches Kapital bleibt aus – während Firmen vor Ort plötzlich. . .

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Deutsche Firmen kürzen USA-Investitionen um 65 Prozent

Mannheim24Politik & WirtschaftStand:19. 08. 2026, 15:46 UhrKommentareUns auf Google folgenTrump lockt mit „America First“. Doch deutsches Kapital bleibt aus – während Firmen vor Ort plötzlich wieder investieren wollen. Donald Trumpwill mit Zöllen und „America First“ mehr Produktion und Kapital in die USA holen. Bei deutschen Unternehmen zeigt sich bislang ein anderes Bild: Im ersten Halbjahr 2026 flossen laut Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) nur 4,3 Milliarden Euro an deutschen Direktinvestitionen in die USA – 65 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum und fast 80 Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2024. Vor der Pandemie, von 2015 bis 2019, waren es im ersten Halbjahr durchschnittlich 15,8 Milliarden Euro. Content-PartnerschaftDieser Artikel entstand in Kooperation mitMarkt und Mittelstand. Trump will Investitionen – doch deutsches Kapital bleibt ausDer Einbruch ist kein Corona-Nachhall. Er fällt in eine Phase, in der Zölle, handelspolitische Konflikte und wechselnde wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen Investitionsentscheidungen erschweren. Die DIHK sieht Nordamerika deshalb als Investitionsziel deutscher Industrieunternehmen an Zugkraft verlieren. US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus. (Archivfoto) © Pool/ABACA/ImagoDas zeigt sich auch in den Investitionsplänen. Nach DIHK-Angaben wollen 33 Prozent der Unternehmen mit US-Geschäft wegen der amerikanischen Zollpolitik Investitionen vertagen, weitere 17 Prozent weniger investieren. Gerade neues Kapital für Werke, Übernahmen oder zusätzliche Standorte steht damit stärker auf dem Prüfstand. Die 4,3 Milliarden Euro erzählen allerdings nur einen Teil der Geschichte. Denn weniger Kapitalzufluss aus Deutschland bedeutet nicht automatisch, dass deutsche Unternehmen Amerika den Rücken kehren. Der überraschende Widerspruch: Wer schon in den USA ist, investiert weiterBei deutschen Unternehmen, die bereits in den Vereinigten Staaten vertreten sind, zeigt sich ein deutlich anderes Bild. Laut AHK World Business Outlook haben sich deren Investitionsabsichten zuletzt sogar aufgehellt: 41 Prozent planen höhere Investitionen. Zuvor waren es 26 Prozent. Das ergibt ein gespaltenes Bild. Bestehende US-Standorte bleiben strategisch wichtig und können durch lokale Produktion sogar Vorteile gegenüber Unternehmen gewinnen, die den amerikanischen Markt ausschließlich über Exporte bedienen. Vorsichtiger werden Firmen offenbar dort, wo zusätzliches Kapital gebunden und neue Projekte begonnen werden müssen. Hinzu kommt eine Besonderheit der Direktinvestitionsstatistik: Nicht jeder Dollar, den eine deutsche Tochtergesellschaft in den USA investiert, muss zuvor aus Deutschland überwiesen werden. Bereits erwirtschaftete und vor Ort reinvestierte Gewinne können bestehende Standorte wachsen lassen, während gleichzeitig der gemessene Kapitalzufluss aus Deutschland sinkt. Genau deshalb widersprechen sich die Zahlen nur auf den ersten Blick:Frisches Kapital aus Deutschland bricht ein, während bereits etablierte US-Geschäfte teilweise weiter ausgebaut werden. Der Ratgeber für EntscheiderDer kostenlose Newsletter von Markt und Mittelstand liefert Ihnen zweimal pro Woche alles Wichtige für Sie als mittelständische Unternehmer, aktuelle Trends für Strategie und Finanzierung, nutzwertige Best-Practice-Beispiele aus dem Mittelstand sowie praxisrelevante Studien und aktuelle Forschungsergebnisse. Jetzt den "Markt und Mittelstand"-Newsletter kostenlos abonnierenAbwarten oder investieren? Für deutsche Firmen wird beides teuerFür deutsche Unternehmen entsteht daraus ein Dilemma. Wer jetzt neu investiert, bindet Kapital in einem Markt, dessen handelspolitische Rahmenbedingungen schwerer kalkulierbar geworden sind. Wer wartet, riskiert dagegen Marktanteile – und möglicherweise Nachteile gegenüber Wettbewerbern, die bereits lokal produzieren. Trumps Zollpolitik verschärft diesen Zielkonflikt. Höhere Handelsbarrieren können Exporte aus Deutschland verteuern und damit eine Produktion direkt in den USA attraktiver machen. Gleichzeitig können Unsicherheit über Zölle, Regulierung und wirtschaftspolitische Entscheidungen gerade jene langfristigen Investitionen bremsen, die Washington eigentlich anziehen möchte. Für Mittelständler mit US-Geschäft wird deshalb die Frage nach der richtigen Präsenz wichtiger. Eigene Produktion, Übernahmen oder Partnerschaften vor Ort können den Zugang zum amerikanischen Markt absichern. Sie erhöhen aber zugleich die Kapitalbindung in einem politisch schwerer kalkulierbaren Umfeld. Der Einbruch der Direktinvestitionen erzählt deshalb keine einfache Geschichte vom Rückzug aus Amerika. Er zeigt etwas Unbequemeres: Der US-Markt bleibt für deutsche Unternehmen zu wichtig, um ihn aufzugeben – aber politisch zu unberechenbar, um bedenkenlos neues Kapital zu binden. Ausgerechnet Trumps Versuch, mit Zöllen mehr Produktion in die USA zu holen, könnte damit eine Zweiklassengesellschaft schaffen:Wer schon vor Ort produziert, hat einen Vorteil. Wer erst noch investieren muss, zögert. Quellen: Institut der deutschen Wirtschaft (IW), Berechnungen auf Basis von Daten der Deutschen Bundesbank; DIHK; AHK World Business Outlook.

Quelle: mannheim24.de

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