Zeitung zitiert Regime-Insider: Wenn USA den Krieg eskalieren, könnte Iran auf Europa feuern
Seit fast einem halben Jahr läuft der Krieg im Iran. Sollten die USA kritische Infrastruktur attackieren, könnte Teheran Europa angreifen lassen. Zumindest berichten Regime-Insider von solchen Plänen.
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Seit fast einem halben Jahr läuft der Krieg im Iran. Sollten die USA kritische Infrastruktur attackieren, könnte Teheran Europa angreifen lassen. Zumindest berichten Regime-Insider von solchen Plänen. Das Waffenstillstandsabkommen zwischen dem Iran und den USAist gescheitert. Seit rund einem Monat gehen die beiden Länder wieder militärisch gegeneinander vor. Begleitet wird der Konflikt auch von einer rhetorischen Eskalation. So drohte US-PräsidentDonald Trumpwieder damit, Kraftwerke und Brücken imIranzu zerstören. Für diesen Fall hat das iranische Regime wohl bereits einen Plan zur Gegeneskalation. Laut eines Berichts der „Financial Times“ überlegt der Iran in diesem Fall, Ziele in Europa anzugreifen. Das Medium beruft sich dabei auf zwei Quellen aus dem iranischen Regime. Regime-Insider: Antwort des Irans hätte „keine Grenzen“Einer der Insider sagte der britischen Zeitung, dass der Iran bereit sei, den Krieg weiter auszuweiten, wenn die USA die kritische Infrastruktur seines Landes angreifen würden. Die andere Quelle bestätigte, dass in so einem Fall die Antwort des Irans „keine Grenzen“ kennen würde: „Wenn die USA so weit gehen sollten, dann wird sich der Iran zu jedem Preis verteidigen, auch über die Region hinaus, und Europa angreifen. “Die Revolutionsgarden gaben bereits bekannt, dass sie jede Basis, die amerikanische Schläge gegen den Iran unterstützt, als legitimes Ziel ansehen. Das betrifft unter anderem Stützpunkte in Südosteuropa, wie den Luftwaffenstützpunkt Besmer in Bulgarien. Auch die britische Basis auf Zypern,die im März bereits von einer Drohne des Irans oder dessen verbündeten angegriffen wurde, sei laut einem der Insider ein mögliches Ziel von Vergeltungsschlägen. ANZEIGEANZEIGEInsider warnt: „Auch Europa kann Raketen abbekommen“Solche Angriffe auf Europa müssten dabei eine enorme Distanz zurücklegen. Der Iran hat in der Vergangenheit bereits versucht, Ziele in großer Entfernung zu zerstören. Sogriff er laut USA etwa die britische Basis auf der Insel Diego Garcia an, 4000 Kilometer vor der Küste Irans. Keine der Raketen erreichte ihr Ziel, trotzdem legt der Versuch nahe, dass das Regime über Waffen mit einer vergleichbaren Reichweite verfügt. Der letzte erfolgreiche Schlag in großer Entfernung war gegen eine amerikanische Basis in Jordanien gerichtet. Die Kombination von ballistischen Raketen und Drohnen tötete drei US-Soldaten – und sendete laut einer der Quellen auch eine Warnung. „Es war auch eine Botschaft an Europa“, so der Insider, „auch Europa kann Raketen abbekommen, darum sollte es wissen, wo es in diesem Krieg steht. “Bedrohung für Europa laut Experte „real, aber begrenzt“In der „Financial Times“ schätzt Sidharth Kaushal, Forscher am Royal United Services in London, die Bedrohung als „real, aber begrenzt“ ein. So könnte der Iran zwar Ziele in Südosteuropa angreifen – auf diese Distanz sei großer Schaden aber unwahrscheinlich. Ein Angriff durch Milizen, die mit dem Iran verbündet sind, sei schon eher wahrscheinlich, so Kaushal. Auch Douglas Barrie vom Institute for Strategic Studies sieht die Gefahr durch iranische Schläge als begrenzt an. Es sei ungewiss, wie viele Waffen mit ausreichender Reichweite das Land besitzt und ob der Iran bereit wäre, „auch nur eine Handvoll von ihnen für irgendeine Art von symbolischem Angriff zu verwenden“. Allgemein gelte: Je höher die Distanz zum Ziel, desto schwerer sei es, zielgenau Schaden anzurichten. Deshalb ist auch unklar, ob die von den Regime-Insidern berichteten Pläne ernstzunehmend sind. Möglich wäre auch, dass die Aussagen bewusst lanciert wurden, um Verunsicherung zu schaffen und die USA von Angriffen abzuhalten. Neue Friedensgespräche schließt Trump erst einmal ausEine friedliche Lösung des Konflikts zeichnet sich unterdessen nicht ab. Am Dienstag teilte Trump mit, dass aktuell keine Verhandlungen mit dem Iran laufen würden und dass die USA auch keine Pläne hätten, neue Gespräche anzustoßen. Auch eine Verlängerung des letzten Waffenstillstandsabkommens schloss der US-Präsident aus. Damit bleiben die Straße von Hormus und die iranischen Häfen weiterhin von der Weltwirtschaft abgeschnitten.