Nach Iran-Angriffen: USA prüfen angeblich Abzug vom Golf – „Krieg hat Verwundbarkeit deutlich gemacht“
tz Politik Strategiewechsel am Golf: Trump-Regierung plant offenbar Abzug aus Nahem Osten Stand:19. 08. 2026, 12:25 Uhr Kommentare Uns auf Google folgen Zerstörte Basen als Warnsignal: Das US-Militär. . .

tzPolitikStrategiewechsel am Golf: Trump-Regierung plant offenbar Abzug aus Nahem OstenStand:19. 08. 2026, 12:25 UhrKommentareUns auf Google folgenZerstörte Basen als Warnsignal: Das US-Militär erwägt angeblich, seine exponierten Stützpunkte am Golf nicht wieder im alten Umfang aufzubauen. Washington, D. C. – Es wäre ein historischer Rückzug: Nach den jüngsten, verheerenden iranischen Raketen- und Drohnenangriffen prüfen die USA derWashington Postzufolge, ihreTruppenpräsenz am Golfdrastisch zu reduzieren. Iran-Krieg: US-Marines auf Wache in der Straße von Hormus (Aufnahme vom 16. Juli 2026) © AFP PHOTO / NAVCENT PUBLIC AFFAIRS / US MARINE CORPSDas Pentagon erwägt laut dem Bericht, schwer getroffene Militärbasen nicht wieder in ihrem alten Umfang aufzubauen – die offensichtliche Verwundbarkeit der eigenen Einheiten zwinge Washington zum Umdenken. Unabhängig verifiziert sind die Angaben derWashington Postbislang nicht. Trump-Regierung und der Iran-Krieg: Zwingen die Schäden zum Umdenken?Doch dieser mögliche Strategiewechsel würde auf einen monatelangen,verlustreichen Konfliktfolgen, der laut offiziellen Angaben 18 US-Soldaten das Leben kostete und Hunderte verletzte. Aktuell unterhält das US Central Command (CENTCOM) unter Admiral Bradley Cooper rund 40. 000 Soldaten an knapp 20 Standorten im Nahen Osten. Die größten und wichtigsten Stützpunkte befinden sich in den Golfstaaten, darunter das Hauptquartier der Fünften Flotte in Bahrain. Seit Ausbruch der offenen Kampfhandlungen mit dem Iran im Februar 2026 wurden diese Stützpunkte jedoch zunehmend zum Ziel direkter Angriffe. Bericht über Insider-Aussage: „Iran-Krieg hat Verwundbarkeit deutlich gemacht“Das US-Verteidigungsministerium betrachtet dieentstandenen SchädenderWashington Postzufolge als „einmalige Chance“ (once-in-a-generation chance), die militärische Präsenz in der Region strategisch neu zu bewerten. Ein hochrangiger Pentagon-Beamter betonte laut dem Bericht, US-Verteidigungsminister Pete Hegseth habe noch keine formale Überprüfung angeordnet, sprach aber von „umsichtiger Planung“. Der ehemalige US-Diplomat Michael Ratney fasste das Problem demnach so zusammen: „Der Krieg hat die Verwundbarkeit der amerikanischen Streitkräfte in der Region wirklich deutlich gemacht. “Als Alternative zum Verbleib im Golfgebiet werde eine Verlegung der Truppen weiter nach Westen diskutiert, hieß es weiter. Standorte in Jordanien oder Israel gelten als Optionen, um amerikanische Kräfte aus der direkten Raketenreichweite Teherans zu ziehen. US-Truppen im Nahen Osten: Debatte um Rückzug und MachtvakuumDie angeblichen Abzugspläne knüpfen an eine langanhaltende Grundsatzdebatte in Washington an. Das Quincy Institute for Responsible Statecraft, ein Thinktank für militärische Zurückhaltung, hatte bezüglich dieser Frage bereits die Nationale Sicherheitsstrategie (NSS) der Trump-Administration für 2025 bewertet. Trita Parsi, Experte des Instituts, begrüßte damals die rhetorische Abkehr der USA vom Nahen Osten als primären Fokus der Sicherheitsplanung. Er warnte jedoch davor, dass eine fortgesetzte Fokussierung auf den Iran („Iran-first“) als zentrale Bedrohung einen echten Rückzug weiterhin blockieren könnte. Analysten des Washington Institute for Near East Policy hingegen warnten in einem Papier eindringlich vor den geopolitischen Folgen eines US-Rückzugs. Der Experte James Jeffrey verglich im März 2026 die aktuelle Lage mit dem Jahr 1919. Demnach habe das amerikanisch geführte Bündnis die iranische Bedrohung zwar militärisch besiegt, doch nun drohe die Koalition an internen Konflikten zu zerbrechen. Ohne eine starke diplomatische und sicherheitspolitische Führungsrolle der USA laufe die Region Gefahr, weiter zu destabilisieren. Die Denkschulen in der Frage im Überblick:Befürworter der Zurückhaltung(wie das Quincy Institute):Fordern ein Ende der globalen US-Hegemonie und begrüßen die Verringerung ausländischer MilitärinterventionenStatus-Quo-Verfechter(wie das Washington Institute):Mahnen, dass die USA als ordnende Macht präsent bleiben müssen, um nach dem Sieg über iranische Proxys eine dauerhafte Stabilität zu garantierenPentagon-Planer:Diskutieren, militärische Ressourcen aus dem Nahen Osten abzuziehen, um stattdessen die Heimatverteidigung zu priorisieren oder mächtigere Rivalen wie China abzuschreckenEin Rückzug aus der Golfregion würde die Sicherheitsarchitektur des Nahen Ostens fundamental verändern. Er wäre jedoch nicht nur ein Eingeständnis der eigenen Verwundbarkeit, sondern würde dem Iran politisch jenen Erfolg bescheren, den das Land seit Jahren fordert: das Ende der amerikanischen Truppenpräsenz in seiner unmittelbaren Einflusssphäre. (Quellen: Washington Post, Times of Israel, TRT Wold, Quincy Institute, Washington Institute)(frs)