Nicht Osteuropa oder Asien: Warum ein Traditionsunternehmen seine Produktion nach Bayern verlagert
StartseiteWirtschaftStand:12. 08. 2026, 10:23 UhrKommentareUns auf Google folgenAus Kostengründen zieht es derzeit viele Firmen nach Osteuropa. Eine traditionsreiche Druckerei will ihre Produktion dagegen nach. . .

StartseiteWirtschaftStand:12. 08. 2026, 10:23 UhrKommentareUns auf Google folgenAus Kostengründen zieht es derzeit viele Firmen nach Osteuropa. Eine traditionsreiche Druckerei will ihre Produktion dagegen nach Bayern verlagern. Heidenheim – Das Thema der Produktionsverlagerung, auch Outsourcing genannt, ist keine neue Entwicklung. Wegen der stark gestiegenen Preisezieht es auch Firmen aus Baden-Württemberg immer stärker nach Osteuropa. Ein 1849 – also vor über 170 Jahren – gegründetes Unternehmen will die Produktion dagegen weder nach Osteuropa noch nach Asien, sondern nur wenige Kilometer nordöstlich nachBayernverlagern. Aber warum?Wie dieSchwäbische Postberichtet, soll der Standort der Ferdinand Walcher & C. F. Rees GmbH (Walcher & Rees) in Heidenheim an der Brenz (Baden-Württemberg) bis 2028 geschlossen und nach Nördlingen (Bayern) verlagert werden. Damit verlässt eine der führenden Etikettendruckereien Europas die Stadt, was Auswirkungen auf rund 180 Mitarbeiter hat. Der inzwischen insolventeBatteriekonzern Varta hat dagegen die Schließung seines Werks in Nördlingen angekündigt. Walcher & Rees verlagert Produktion von Heidenheim nach NördlingenDie Etikettendruckerei Walcher & Rees hat in Heidenheim Wurzeln, die über 170 Jahre zurückreichen. Das heutige Unternehmen existiert nach einem Zusammenschluss seit 1949 an dem Standort in den Seewiesen in Heidenheim. Eben dieser soll aber bis 2028 aufgegeben werden. „Wir haben aber nicht, wie viele andere Unternehmen, vor, nach Osteuropa oder Asien zu gehen“, betonte Geschäftsführer Peter Schneider laut derSchwäbischen Post. Stattdessen geht es nur rund 38 Kilometer von Heidenheim ins bayerische Nördlingen. NameFerdinand Walcher & C. F. Rees GmbHGründung1849/1949 (heutige Unternehmensform)SitzHeidenheim an der Brenz, Baden-WürttembergBrancheDruckereiMitarbeiter180 (August 2026)Baden-Württemberg und Bayern sind zwei der wirtschaftsstärksten Regionen Europas. Der Unterschied bei den Kosten zwischen den Mittelstädten Heidenheim (rund 48. 000 Einwohner) und Nördlingen (rund 21. 000 Einwohner) dürfte marginal sein. Kosten sind aber auch nicht der Grund für die geplante Produktionsverlagerung bei Walcher & Rees. Stattdessen wurde durch die Zusammenlegung zweier Standorte in Nördlingen eine moderne Halle frei, die rund 800 Quadratmeter mehr Platz als die bisherige in Heidenheim und damit auch Platz für die Wachstumspläne der Druckerei bietet. Das Traditionsunternehmen Walcher & Rees verlagert seine Produktion von Heidenheim (links) nach Nördlingen (rechts). © IMAGO/onw-images/imagebrokerProduktionsverlagerung nach Nördlingen: Walcher & Rees will möglichst viele Mitarbeiter mitnehmenAbgesehen davon, dass die Räumlichkeiten in Heidenheim nach Unternehmensangaben sanierungsbedürftig sind, ist eine Vergrößerung auch notwendig. „Durch die Automatisierung unserer Produktion und den Einsatz von Robotern brauchen wir mehr Platz, und der ist am bestehenden Standort nicht verfügbar“, erklärte der kaufmännische Leiter Christoph Metzdorf. Der Mietvertrag soll zum Jahresende gekündigt werden, läuft dann aber noch zwei Jahre weiter. Ein vollständiger Umzug der Produktion in die neuen Räumlichkeiten in Nördlingen ist deshalb für 2028 vorgesehen. Obwohl es sich nur um eine Verlagerung ins benachbarte Bundesland handelt, hat die Entscheidung Auswirkungen auf die Mitarbeiter. Betriebsbedingte Kündigungen soll es aber nicht geben, man versuche, so viele Angestellte wie möglich zu halten. Jüngst wurde auch bekannt, dass Frankfurt am Main einen Industrieriesen verliert. DieFirma Samson zieht mit rund 2. 000 Mitarbeitern ins benachbarte Offenbach. (Verwendete Quellen: schwaebische-post. de, walcher-etiketten. de, eigene Recherche)