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Österreich „erbt“ neues 800-m-Ass aus den USA

Schon bei seinem ersten Start für die DSG Wien, seinem Verein in Österreich, war Elliott bei der Track Night Vienna am 20. Juni in 1:46,02 unter dem ÖLV-Rekord (1:46,21) geblieben. Damals aber war er noch. . .

Von Olaf Brockmann · · 3 min Lesezeit

Österreich „erbt“ neues 800-m-Ass aus den USA

Schon bei seinem ersten Start für die DSG Wien, seinem Verein in Österreich, war Elliott bei der Track Night Vienna am 20. Juni in 1:46,02 unter dem ÖLV-Rekord (1:46,21) geblieben. Damals aber war er noch nicht für Österreich startberechtigt. Seinen nächsten Start plant Elliott, der eine Bestzeit von 1:45,67 aufweist, bei den Staatsmeisterschaften in Innsbruck am 25. /26. Juli. Vielleicht verbessert er bei seinem ersten Antritt als Österreicher auf Anhieb den Uralt-Rekord von Michael Wildner von Ingolstadt 1992 – auch wenn es bei einem Meisterschaftsrennen schwierig sein wird…Opa aus Haag im HausruckCass Elliott besitzt den österreichischen Pass bereits seit 2023, dies war wegen seines familiären Hintergrunds kein Problem. Sein Opa stammt aus Haag am Hausruck, der mit seiner Frau (die er in der Oper von Salzburg kennengelernt hatte) in den 60er-Jahren nach Tacoma ausgewandert war. Auch Elliotts Mutter ist Österreicherin. Häufig war Cass, der am 17. April 2000 in den USA geboren wurde, später zu Besuch in Österreich, natürlich auch in Haag am Hausruck, wo noch Cousinen und Cousins von ihm wohnen. Schon für die USA gestartet Elliott wuchs in Washington auf und startete in seiner Leichtathletik-Karriere sogar schon für die USA. Da seine Teilnahme an den Panamerikanischen Spielen in der U20-Klasse in Costa Rica über 400 m Hürden aber sieben Jahre zurücklag, war dies für die World Athletics kein Hindernis, den Nationenwechsel zu genehmigen. Durchbruch über die HürdenElliott gelang während seiner Studienzeit an der University of Washington (wo er einen Abschluss in Soziologie machte) bei den „Washington Huskies“ der internationale Durchbruch als Leichtathlet. Zuerst war er über 400 m Hürden erfolgreich, 2023 lief er mit 49,12 seine Hürden-Bestzeit. Diese ist also auch schneller als der ÖLV-Rekord von Thomas Futterknecht (49,33/1985). Nachdem Cass vor drei Jahren über 800 m bei einem Hallen-Rennen in Boston 1:46,76 gelaufen war, wechselte er erfolgreich auf die längere Strecke. Im Vorjahr steigerte er sich bereits über 800 m auf seine 1:45,67. Im Club von Keely HodgkinsonViermal lief er schon unter 1:46, aber Elliott hat ganz andere Ziele: Er peilt eine 1:44er-Zeit an (das Direkt-Limit für die EM in Birmingham beträgt übrigens 1:44,80). Er suchte und fand in Manchester ein hochprofessionelles Umfeld. Es spricht für ihn und seine Klasse, dass er Ende 2025 im legendären M11 Track Club aufgenommen wurde, bei dem auch Olympiasiegerin und Weltmeisterin Keely Hodgkinson unter der Oberaufsicht von Trevor Painter trainiert. Seit Jänner also ist der 26-Jährige im Training in allerbester Gesellschaft, hat seinen Lebensmittelpunkt in Manchester und bestritt demzufolge auch heuer seine ersten 800-m-Rennen in Europa. Wie Gruen und Carlson Doppelstaatsbürger bzw. Doppelstaatsbürgerinnen haben Österreichs Leichtathletik in der Vergangenheit immer wieder einmal verstärkt. Vor Elliott waren zuletzt Aaron Gruen (Marathon) und Lily Carlson (Stabhoch) die bekanntesten Fälle. Beide haben familiäre Wurzeln in Österreich, sodass ihre Nationenwechsel nie ein Problem waren. Beide sind inzwischen ÖLV-Rekordler. Gezielte Einbürgerungen zur Verstärkung der heimischen Leichtathletik waren hingegen auch umstritten – wie in den 90er-Jahren von Kugelstoßerin Valentina Fedjuschina (aus der Ukraine) und von Hürden-Sprinter Mark McKoy (aus Kanada). Ganz anders der Fall von Christania Williams. Die gebürtige Jamaikanerin, die 2016 Olympia-Zweite mit der Staffel geworden war, hatte im Vorjahr ihren Trainer Philipp Unfried geheiratet und ist als Österreicherin natürlich für den ÖLV startberechtigt. Sie ist eine enorme Verstärkung für das rot-weiß-rote 4 x 100-m-Quartett …

Quelle: mobil.krone.at

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