WeltReport

200 Kilometer vor Kanaren: USA und Marokko testen Langstreckenraketen

Zuerst veröffentlicht am 11/08/2026 - 13:39 MESZNur rund 200 Kilometer von Lanzarote entfernt, habenUS-amerikanische und marokkanische Soldatengerade Langstrecken-Marschflugkörper getestet. Das Manöver fand. . .

Von Sergio Garcia · · 2 min Lesezeit

200 Kilometer vor Kanaren: USA und Marokko testen Langstreckenraketen

Zuerst veröffentlicht am 11/08/2026 - 13:39 MESZNur rund 200 Kilometer von Lanzarote entfernt, habenUS-amerikanische und marokkanische Soldatengerade Langstrecken-Marschflugkörper getestet. Das Manöver fand zwischen dem 3. und dem 7. August in Tan-Tan statt, nur 50 Kilometer von der Grenze zur Westsahara entfernt. Es ist das erste Training mit scharfer Munition des neu geschaffenen "Africa Multidomain Training and Experimentation Center" (AMTEC). Das Projekt wurde am 13. Juli aus der Taufe gehoben. An diesem Tag unterzeichneten die marokkanischen Königlichen Streitkräfte und das US-Afrika-Kommando (Africom) ein Memorandum, das den Rahmen für die Zusammenarbeit in Tan-Tan vorgibt. Der Standort soll ein Trainingsgelände, eine Drohnenakademie und ein Zentrum für technologische Innovation vereinen. Washington will, dass die Einrichtung bis 2030 vollständig einsatzbereit ist. Schon jetzt dürfen US-Unternehmen die Schießplätze nutzen, um neue Waffen zu erproben – wie gerade das kostengünstige Marschflugkörpersystem. USA und Marokko vertiefen MilitärkooperationFür Spanien geschieht dies zu einem besonders sensiblen Zeitpunkt. Nach Angaben von Geheimdienstquellen reagierte Marokko kaum auf den Ansturm von 80. 000 Migranten in Richtung Ceuta. Das sei kein Zufall gewesen, sondern eine bewusst gesteuerte Aktion, um den Zustrom in die spanische Exklave zu erzwingen. In der Militärstrategie gilt so etwas als "Operation in der Grauzone" – weder offener Krieg noch erklärte Friedenszeit. Immer mehr Fachleute sehen darin unter anderem eine direkte Folge vom jüngsten Besuch von Pedro Sánchezin Algerien. Die Militärallianz zwischen Rabat und Washington ist nicht neu, erreicht aber unter Donald Trump im Weißen Haus einen Höhepunkt. Bereits 2020, zum Ende seiner ersten Amtszeit, normalisierte Marokko seine Beziehungen zu Israel im Rahmen der Abraham-Abkommen. Im Gegenzug erkanntedie USA die marokkanische Souveränität über die Westsaharaan. Unter Joe Biden kühlte das Verhältnis ab, mehrere Rüstungsprogramme wurden gestoppt. Seit Trumps Rückkehr an die Macht nimmt die Zusammenarbeit jedoch wieder Fahrt auf: Vor nur vier Monaten unterzeichneten beide Staaten einen militärischen Fahrplan für die kommenden zehn Jahre, der sich vor allem auf die Rüstungsindustrie und die Cybersicherheit konzentriert. All dies trägt nicht dazu bei, die Spannungen mit Spanien zu entschärfen. Trump macht Pedro Sánchez direkt für die Krise in Ceuta verantwortlichund führt sie auf eine "zu lasche“ Migrationsgesetzgebung zurück. Parallel dazu warnen die spanischen Geheimdienste vor einemmöglichen neuen Massenansturm am 15. August– ein Datum, das in marokkanischen sozialen Netzwerken bereits breit diskutiert wird.

Quelle: de.euronews.com

Mehr zu Amerika