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250 Jahre USA: 25 Orte, die Geschichte geschrieben haben

Der 4. Juli ist in den USA ein besonderer Tag: Independence Day, der Nationalfeiertag. Jährlich wird er gefeiert, aber für dieses Jahr wird „die größte synchronisierte Feier zum Unabhängigkeitstag in der. . .

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250 Jahre USA: 25 Orte, die Geschichte geschrieben haben

Der 4. Juli ist in den USA ein besonderer Tag: Independence Day, der Nationalfeiertag. Jährlich wird er gefeiert, aber für dieses Jahr wird „die größte synchronisierte Feier zum Unabhängigkeitstag in der Geschichte der USA“ organisiert, wie die gemeinnützige „America 250 Commission“ ankündigt. Denn 2026 ist es 250 Jahre her, dass die Unabhängigkeitserklärung unterzeichnet wurde. Eine Reise zu 25 interessanten Orten in den Vereinigten Staaten von Amerika, an denen sich die seitdem vergangenen Jahrzehnte widerspiegeln. Die Freiheitsglocke mit Blick auf die Independence Hall in Philadelphia© IMAGO/Hanna Wagner1770er: Independence Hall (Philadelphia, Pennsylvania)Der Geburtsort der Staaten: Am 4. Juli 1776 nahmen die Vertreter der dreizehn Gründerstaaten der USA die Unabhängigkeitserklärung an. Die Declaration of Independence, maßgeblich verfasst von Gründervater (und späterem dritten US-Präsident) Thomas Jefferson, ist die Gründungsurkunde der Vereinigten Staaten. Im Assembly Room des Pennsylvania State House – heuteIndependence Hall– wurde das Dokument unterzeichnet. Statue von George Washington vor dem Federal Hall National Memorial in New York City© Lindrik/Imago1780er: Federal Hall (New York City, New York)Wer durch den Financial District in Manhattan streift, kommt daran in der Wall Street vorbei: dasFederal Hall National Memorial. Auf dem Balkon des historischen Vorgängergebäudes wurde am 30. April 1789 George Washington als erster Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika vereidigt. Heute erzählt ein Museum die Geschichte des ersten Kapitolgebäudes. Das Weiße Haus in Washington D. C. © IMAGO/Nicolas Economou1790er: White House (Washington, D. C. )Wer nach Washington D. C. kommt, wird das Weiße Haus auf der Must-see-Liste haben: Zunächst wurde der Präsidentensitz, dessen Bau in den 1790er-Jahren begann, meist „President‘s House“ genannt. Erst seit 1901 ist „White House“ der offizielle Name. Als erster US-Präsident zog 1800 John Adams ein. Touristische Touren durch das Ensemble sind nicht möglich, eine interaktive Tour per Touchscreen imWhite House Visitor Centerauf der nahen Pennsylvania Avenue gibt aber gewisse Einblicke. Das Kapitol in Washington D. C. © IMAGO/Igor Kralj/PIXSELL1800er: U. S. Capitol (Washington, D. C. )Über 200 Meter lang, über 100 Meter breit und Millionen Besucher im Jahr: DasKapitolist eine bauliche Ikone, um die die junge Stadt Washington sich erst formierte. Seine erste Sitzung in dem neoklassizistischen Monumentalbau hielt der Kongress am 17. November 1800 ab – die junge Republik verfestigte sich institutionell. Fort McHenry in Baltimore© IMAGO/Joe Sohm1810er: Fort McHenry (Baltimore, Maryland)Wie ein Stern liegt es mit seinen Bastionen auf einer Landzunge im Patapsco River: Im Jahr 1814 setzten sich die Amerikaner vonFort McHenryaus erfolgreich gegen die britische Royal Navy durch, konnten den Hafen von Baltimore halten und hissten eine Garnisonflagge. Sie inspirierte Francis Scott Key zu dem Gedicht „Defence of Fort M‘Henry“, dessen Vertonung wurde 1931 zur Nationalhymne „The Star-Spangled Banner“. Pferde ziehen ein Hausboot auf dem Erie Canal© IMAGO/Philip Scalia1820er: Erie Canal (New York State)Transporte wurden billiger, der Handel explodierte: Dank des 1825 eröffnetenErie Canals, der die Großen Seen mit dem Hudson River verband und das Binnenland mit dem Atlantik, stieg New York zur führenden Handels- und Finanzmetropole auf. Die Transportader von einst ist der Kanal heute nicht mehr, dafür aber ein touristisch genutztes Gewässer, auf dem Haus-, Segel- und Motorboote schippern oder Paddler unterwegs sind. Entlang des gut 580 Kilometer langen Kanals gibt es einen Trail für Wanderer und Radfahrer. Der „Pfad der Tränen“ erinnert heute an die Zwangsumsiedelung nordamerikanischer Ureinwohner© IMAGO/Liu Jie1830er: Trail of Tears National Historic Trail (mehrere Staaten)Ein dunkles Kapitel wurde unter Präsident Andrew Jackson eingeläutet: Mit dem Indian Removal Act von 1830 war die Zwangsumsiedlung nordamerikanischer Ureinwohner besiegelt – bekanntgeworden unter dem Begriff „Trail of Tears“ (Pfad der Tränen). Bei den Deportationen um 1838/39 aus ihren angestammten Gebieten im fruchtbaren Südosten nach Oklahoma kamen allein unter den Cherokee Schätzungen zufolge 4000 bis 5000 Menschen ums Leben. 1987 wurde derTrail of Tears National Historic Traileingerichtet, der zahlreiche Erinnerungs- und Bildungsorte verbindet, ein Netz aus Straßen, Flüssen und Wegen, rund 8000 Kilometer lang. Ein Fund in Coloma löste den Goldrausch in Kalifornien aus© IMAGO1840er: Sutter‘s Mill (Coloma, Kalifornien)Am 24. Januar 1848 fand James W. Marshall am American River in Nordkalifornien ein Goldnugget. Kein großes Stück, aber es reichte, um den California Gold Rush auszulösen, der eine massive Zuwanderung auslöste und Kalifornien zum Golden State machte. Den historischen Fundort von Marshalls Nugget kann man imMarshall Gold Discovery State Historic Parkbei Coloma besuchen und sich am Fluss auch im Goldwaschen versuchen. Harpers Ferry in West Virginia© IMAGO/Hanna Wagner1850er: Harpers Ferry (West Virginia)Mit dem Überfall auf die staatliche Waffenfabrik in Harpers Ferry am 16. Oktober 1859 wollte Abolitionist John Brown einen Sklavenaufstand auslösen. Der Überfall scheiterte, Brown wurde wegen Verrats mit dem Tode bestraft, aber das Ereignis verschärfte den Konflikt um Sklaverei und Staatlichkeit. Es gilt als wichtiger historischer Vorläufer des US-Bürgerkriegs. Ranger führen heute durch denHarpers Ferry National Historical Parkmit historischen Gebäuden und Museen. Statue eines Soldaten, die an die Schlacht von Gettysburg erinnert© digitalsoundsdj@aol. com/Imago1860er: Gettysburg National Military Park (Pennsylvania)Kaum eine Schlacht des Sezessionskrieges hat mehr Symbolkraft als die vonGettysburg(1. bis 3. Juli 1863): Sie gilt als Wendepunkt des Bürgerkriegs, ein Sieg der Konföderation und die Abspaltung des Südens wurden unwahrscheinlicher. Spätestens mit Abraham Lincolns bekannter Rede vom November 1863, der Gettysburg Address, mit den Schlüsselworten der Schlacht als Kampf um die „neue Geburt der Freiheit“, wurde Gettysburg zum politischen Symbolort. Auto-, Bike- und Wanderrouten führen über das einstige Battlefield. Die Herde im Nationalpark Yellowstone bildete den Grundstein für die Rettung der Bisons vor der Ausrottung© IMAGO/Jared Hobbs1870er: Yellowstone National Park (Wyoming/Montana/Idaho)Heiße Quellen, Schlammtöpfe, Canyons und Tierwelt: Yellowstone ist das größte Geysir- und Thermalgebiet der Erde. Hier lebt die größte Bisonherde der USA, es gibt Grizzlys, Wölfe, Wapitis. Yellowstone, 1872 gegründet, gilt als der erste Nationalpark der Welt und multiplizierte die Idee, Natur großflächig zu schützen. Die Freiheitsstatue vor New York City© IMAGO/Matrix Images/Kwak Kyung-keun1880er: Statue of Liberty (New York City, New York)Sie ist samt Sockel über 90 Meter hoch und damit eine der höchsten Statuen der Welt. Und das Beste: Man kann ihr fast bis auf die Krone steigen. DieNew Yorker Freiheitsstatue, einst ein Geschenk Frankreichs an die USA und Touristenmagnet, symbolisiert die USA und deren Werte wie kaum ein anderes Bauwerk. Eingeweiht wurde die Statue auf Liberty Island im New Yorker Hafen am 28. Oktober 1886 von Präsident Grover Cleveland. Liste der Einwanderer auf der American Immigrant Wall of Honor auf Ellis Island© BumbleDee/Imago1890er: Ellis Island (New York/New Jersey)Das größtenteils künstliche Eiland im Hudson River war über Jahrzehnte das „Tor nach Amerika“, zwischen 1892 und 1954 passierten Millionen Migranten die Einreisestation und machten oft den Schritt in ein neues, verheißungsvolles Leben, manche wurden aber auch abgewiesen. Heute istEllis Islandein Museum und Erinnerungsort und wird vermarktet als „poetisches Symbol des amerikanischen Traums“. Wright Brothers National Memorial in Kitty Hawk, North Carolina© DreamstimexChansakar/Imago1900er: Wright Brothers National Memorial (Kitty Hawk, North Carolina)Pioniergeist, Ingenieursleistung, Durchbruch der Luftfahrt: Am Strand von Kill Devil Hills südlich der KleinstadtKitty Hawkauf den Outer Banks gelang am 17. Dezember 1903 den Gebrüdern Wright ihr erster Motorflug. Ob es auch weltweit der allererste war, darüber streiten sich Historiker bis heute. Manche vertreten die These, dass dieser dem deutschstämmigen Ingenieur Gustave Whitehead bereits zwei Jahre zuvor in Bridgeport (Connecticut) gelungen war. Mit dem Model T von Ford beginnt die Fließbandfertigung von Automobilen© IMAGO1910er: Ford Piquette Avenue Plant (Detroit, Michigan)In den 1910er-Jahren kulminierten die Proteste, die später zum Frauenwahlrecht führten, die USA traten in den Ersten Weltkrieg ein (1917), es wurden weitere bekannte Nationalparks wie der Grand Canyon National Park oder der Rocky Mountain National Park gegründet, der spektakuläres Hochgebirge bequem vom Autositz erlebbar machte – womöglich am Steuer eines Ford Model T: Mit diesem Auto begann 1913 die Fließbandproduktion in großem Stil, bezahlbare Mobilität für alle wurde möglich. Die historischePiquette Avenue Plant, wo die „Tin Lizzy“ entwickelt wurde, ist heute ein Museum. In FordsGreenfield Villageim nahen Dearborn kann man Mitfahrten in einem Model T buchen. Das legendäre Route 66 führt von Chicago nach Santa Monica© IMAGO/Zoonar. com/Greg Guy1920er: Route 66 (Start Chicago, Illinois)Ein Roadtrip auf der legendären „Mother Road“, die größtenteils noch heute befahrbar ist, zählt zu den Klassikern der US-Reisen. 1926 ausgewiesen, wurde dieRoute 66zum Mythos der Autonation USA. Wer die ganze Strecke macht, hat zwischen Chicago und Santa Monica etwa 4000 Kilometer vor sich und kommt durch acht US-Staaten und drei Zeitzonen, monumentale Landschaften sowie vorbei an alten Motels, Diners, Tankstellen und Neon-Werbeschildern. Die Golden Gate Bridge bei San Francisco© IMAGO/Tayfun Coskun1930er: Golden Gate Bridge (San Francisco, Kalifornien)Technischer Fortschritt, Wahrzeichen von San Francisco, Bay Area und Westküste: DieGolden Gate Bridgewar 1937 bei ihrer Eröffnung die längste Hängebrücke der Welt, 1. 280 Meter liegen allein zwischen den beiden Pfeilern. Alternativ zum Auto bietet sich ein Fußmarsch über die Brücke an, bei Bootstouren fühlt man die Dimension von unten, während gute Fotospots mit Postkartenblick der Battery Spencer Overlook und der Golden Gate Overlook sind. U. S. S. Arizona Memorial in Pearl Harbor, Hawaii© IMAGO/Zoonar. com/Fabian Meseberg1940er: Pearl Harbor (Honolulu, Hawaii)Am Morgen des 7. Dezember 1941 griff Japan die US-Marinebasis Pearl Harbor auf Oʻahu überraschend aus der Luft an. Am Folgetag traten die USA in den Zweiten Weltkrieg ein – ein Wendepunkt, da sich damit die politische Grundrichtung der USA und damit die Weltrolle des Landes veränderte. DasPearl Harbor National Memorialerinnert an die Ereignisse in Hawaii, bei denen über 2400 Amerikaner ums Leben kamen und zwölf Schiffe versenkt wurden. Denkmal für die „Little Rock Nine“© Jim West/Imago1950er: Little Rock Central High School (Little Rock, Arkansas)Die „Little Rock Nine“, neun afroamerikanische Jugendliche, sollten 1957 erstmals die Little Rock Central High School besuchen. Obwohl die Rassentrennung an Schulen bereits aufgehoben war, setzt der Gouverneur von Arkansas die Nationalgarde ein, um dies zu verhindern. US-Präsident Dwight D. Eisenhower schickte daraufhin Bundestruppen, um den Besuch der Schüler abzusichern und Bundesrecht durchzusetzen. Heute steht dieLittle Rock Central High School National Historic Sitefür Gleichberechtigung und ist ein wichtiger Erinnerungsort. Martin Luther King hält seine „I have a dream . . . “-Rede auf den Stufen des Lincoln Memorial in Washington, D. C. © IMAGO/National Archives/CNP/AdMedia1960er: Lincoln Memorial (Washington, D. C. )„I have a dream . . . “ – beim „Marsch auf Washington für Arbeit und Freiheit“ demonstrierten am 28. August 1963 Hunderttausende Menschen für ein Ende von Rassentrennung, gleiche Rechte und wirtschaftliche Chancen. AmLincoln Memorialhielt Martin Luther King Jr. seine berühmte Rede, ein Schlüsselereignis der Bürgerrechtsbewegung. Am 4. April 1968 wurde er in Memphis, Tennessee erschossen. Eine politische Zäsur in den Sechzigern markierte die Ermordung von US-Präsident John F. Kennedy am 22. November 1963 in Dallas, wo heuteTouren und ein Museumüber historische Fakten und Verschwörungsnarrative informieren. Der Watergate-Komplex in Washington, D. C. © sepavone/Imago1970er: Watergate-Komplex (Washington, D. C. )Einer der vielleicht bekanntesten Einbrüche der Geschichte fand am 17. Juni 1972 im Watergate-Gebäudekomplex statt, wo die Demokratische Partei ihre Wahlkampfzentrale hatte. Die Einbrecher wollten kompromittierendes Material über die damalige Oppositionspartei erbeuten. Doch sie wurden ertappt – und so wurde der Skandal um Spionage und Vertuschung ausgelöst, der den Republikaner Richard Nixon 1974 zu Fall brachte. Dass ein US-Präsident zurücktrat, ist bis heute beispiellos. Die Einbrecher operierten von einem Hotel aus, das Teil des Komplexes am Potomac River ist. Das einstige Zimmer 214 kann heute als„Scandal Suite“im „Watergate Hotel“ gebucht werden, das benachbarteWatergate Museumverwaltet die Geschichte des „Scandal That Shook a Nation“, der sich in einem Jahrzehnt ereignete, in dem das Land den Vietnamkrieg und die Ölkrise zu verarbeiten hatte. Porträt von Elvis Presley in Graceland© Dreamstime/Alehop161/Imago1980er: Presley-Anwesen Graceland (Memphis, Tennessee)Im Badezimmer seines Anwesens wurde Elvis Presley 1977 tot aufgefunden, 1982 machte seine Ex-Frau PriscillaGracelandzum Museum und öffnete es für die Öffentlichkeit. Jährlich pilgern die Fans zu Hunderttausenden dorthin und machen Graceland zu einem der meistbesuchten Privathäuser der USA. Die Garage von William R. Hewlett und David Packard gilt als Geburtsort des Silicon Valley© IMAGO/Stefan Mattsson/Aftonbladet/TT1990er: Silicon Valley (San Francisco Bay Area, Kalifornien)Der Begriff „Silicon Valley“ entstand 1971 und bezeichnet die Region südlich von San Francisco. Ab den 1990ern entwickelte sich der Technologie-Hotspot nahe San Francisco durch den Internetboom rasant. Manche davon entstanden in Garagen wie Apple, Hewlett-Packard, Google oder Amazon. Viele erfolgreiche Unternehmen entstanden dort und prägen bis heute die digitale Welt. Dort siedelten sich viele Elektronik- und Halbleiterfirmen an. Der Name „Silicon“ (Silizium) bezieht sich auf die Herstellung von Computerchips. An der Stelle der Zwillingstürme steht heute das One World Trade Center© IMAGO/Mario Aurich2000er: World Trade Center (New York City, New York)Die Terroranschläge vom 11. September 2001 zählen zu den prägendsten Ereignissen der jüngeren Geschichte. Mitglieder der Terrororganisation al-Qaida entführten vier Passagierflugzeuge. Die Angriffe auf das World Trade Center in New York und das Pentagon in Washington D. C. forderten tausende Todesopfer und hatten weitreichende politische, gesellschaftliche und sicherheitspolitische Folgen weltweit. An der Stelle der Zwillingstürme in New York City steht heute dasOne World Trade Center. Das National Museum of African American History in Washington widmet sich der afroamerikanischen Geschichte der USA© IMAGO/Zoonar. com/James Byard2010er: National Museum of African American History and Culture (Washington, D. C. )2016 eröffnete der damalige US-Präsident Barack Obama an der National Mall dasNational Museum of African American History and Culture. Das Museum erzählt die gesamte afroamerikanische Geschichte – von der Sklaverei über die Bürgerrechtsbewegung bis zu Musik und Sport. Ein versöhnliches Stück USA.

Quelle: kleinezeitung.at

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