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300 Milliarden Dollar im USA-Iran-Abkommen: Trump gönnt Teheran einen eigenen Marshallplan

Geldregen in Teheran300 Milliarden für den Iran – so viel wie das gesamte BIPAktualisiert am 17. 06. 2026 - 15:47 UhrLesedauer: 3 Min. Die USA wollen dem Iran Zugang zu 300 Milliarden US-Dollar gewähren. Das ist. . .

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300 Milliarden Dollar im USA-Iran-Abkommen: Trump gönnt Teheran einen eigenen Marshallplan

Geldregen in Teheran300 Milliarden für den Iran – so viel wie das gesamte BIPAktualisiert am 17. 06. 2026 - 15:47 UhrLesedauer: 3 Min. Die USA wollen dem Iran Zugang zu 300 Milliarden US-Dollar gewähren. Das ist Teil eines Abkommens, das am Freitag unterschrieben werden soll. Für den Iran kann das ein Segen sein. US-PräsidentDonald Trumphatte schon in seiner ersten Amtszeit gewütet: "Ich verstehe einfach nicht, wie wir so einen Deal machen konnten, bei dem wir einer Terrornation 150 Milliarden geben", sagte Trump im Jahr 2015, nachdem sein AmtsvorgängerBarack Obamaden ersten Iran-Deal (JCPoA) im Jahr 2011 vereinbart und unterzeichnet hatte. Diese Kritik hatte er mehrfach wiederholt. Immer und immer wieder griff er Obama dafür an. Bei der ersten Gelegenheit kündigte er deshalb das Iran-Abkommen auf und verhängte neue Sanktionen. Jetzt, elf Jahre später, will die Trump-Administration übereinstimmenden Medienberichten zufolge insgesamt300 Milliarden US-Dollar in den Iran investieren. Oder besser: Investieren lassen, denn das Geld soll nicht vom amerikanischen Staat kommen, sondern von Unternehmen und Investoren. Das steht in einem 14-Punkte-Plan, über den die Nachrichtenagenturen Reuters, Bloomberg und Al Arabiya berichten. Iran-Abkommen: 300 Milliarden von USA und Partnern"Die Vereinigten Staaten verpflichten sich gemeinsam mit ihren regionalen Partnern, einen umfassenden, von beiden Seiten vereinbarten Plan für Wiederaufbau und wirtschaftliche Entwicklung der Islamischen RepublikIranzu erstellen und dabei eine Finanzierung von mindestens 300 Milliarden Dollar sicherzustellen", heißt es darin. Das Geld soll erst dann fließen, wenn ein finales Abkommen zwischen denUSAund dem Iran ausgearbeitet worden ist. Das soll dem 14-Punkte-Plan zufolge innerhalb der nächsten 60 Tage geschehen. Darüber hinaus wollen die USA Sanktionen aufheben und eingefrorene Gelder freigeben. Auch soll der Iran sein Öl und petrochemische Produkte wieder am Weltmarkt verkaufen dürfen. Milliarden Dollar für den Iran kommen nicht aus SteuergeldernUS-Beamte betonten im US-SenderCNN, dass der Iran den Wiederaufbaufonds nur dann erhält, wenn er sich "an alle vereinbarten Punkte" hält. Wie das indes sichergestellt werden soll, steht noch nicht fest und soll in den nächsten Wochen verhandelt werden. Fest steht aber mittlerweile, woher die vereinbarten 300 Milliarden Dollar kommen sollen. Sowohl Trump als auch sein Vize JD Vance haben in den vergangenen Tagen mehrfach betont, dass das Geld nicht aus Steuergeldern kommen werde. In Gesprächen mit US-Sendern sagte Vance, das Geld für den Wiederaufbau werde von "anderen Ländern" kommen, insbesondere den Golfstaaten. Wie Reuters berichtet, soll der Fonds als wirtschaftlicher Anreiz dienen, den Iran zu einem finalen Abkommen zu zwingen – und zur Aufgabe seines Atomprogramms. Die Nachrichtenagentur bezieht sich auf eine anonyme Quelle, die mit den Details vertraut sein soll. Demzufolge soll das Geld gänzlich von privaten Investoren stammen und nicht als Reparationszahlung verstanden werden. Unternehmen aus den USA, den Golfstaaten, aber auch aus Asien, Südamerika und Afrika hätten sich bereit erklärt, Investitionen zu tätigen. Diese sollen in den Branchen Energie, Logistik, verarbeitendes Gewerbe sowie Transport erfolgen. Iranische Wirtschaft steht am AbgrundFür den Iran könnte die Kombination aus Investitionen, Aufhebung von Sanktionen und Wiederaufnahme von Ölexporten ein Rettungsanker sein. Schon vor dem Krieg war die heimische Wirtschaft am Boden, sodass esim Dezember und Januar zu Massenprotesten kam. Massenarbeitslosigkeit, Hyperinflation und Lebensmittelknappheit trieben Menschen aus allen Gesellschaftsschichten auf die Straße. Ab einerInflationsratevon 50 Prozent sprechen Ökonomen von einer "Hyperinflation". Das iranische Regime konnte sich aber an der Macht halten und schlug die Proteste blutig nieder. Schätzungen zufolge wurden mindestens 30. 000 Menschen in den Straßen ermordet, weitere Hunderte Demonstranten wurden nach ihrer Verhaftung hingerichtet. Nach dem Iran-Krieg sieht die Wirtschaftslage kaum besser aus. "Wir sind alle arm geworden", sagte ein Bewohner der Hauptstadt Teheran zu Radio Farda. Der Krieg hat ersten Schätzungen zufolge zu Schäden im Wert von mindestens 270 Milliarden Dollar geführt, die Inflationsrate liegt bei 77 Prozent – für manche Produkte sind die Preise sogar um 400 Prozent gestiegen. 300-Milliarden-Dollar-Deal entspricht Irans WertschöpfungsketteWie bedeutsam die nun geplanten Investitionen durch den USA-Deal sein könnten, zeigt auch eine andere Zahl: Das Bruttoinlandsprodukt des 90-Millionen-Einwohner-Landes wird auf zwischen 300 und 400 Milliarden Dollar geschätzt. Der 300-Milliarden-Fonds könnte also ungefähr der gesamten Wertschöpfung des Landes in einem Jahr entsprechen. Diese Größenordnung erreichte nicht mal der Marschallplan nach demZweiten Weltkrieg, mit dem der Wiederaufbau Europas finanziert wurde. Damals erhielten 18 europäische Länder über mehrere Jahre insgesamt 14 Milliarden Dollar als Finanzhilfen. In heutige Preise umgerechnet entspräche das rund 187 Milliarden Dollar. Würden Gelder in der geplanten Größenordnung fließen, könnte das die Probleme im Iran spürbar lindern – und die Macht des Regierungsapparates stärken. Diese Kritik wird sich Trump wohl in den nächsten Wochen gefallen lassen müssen. "Der Iran bekommt einen Geldregen von 150 Milliarden Dollar, was sie sicher zur Finanzierung vonTerrorismusweltweit nutzen werden", sagte Trump 2015 noch über den Obama-Deal. Diese Worte könnten ihn jetzt wieder einholen.

Quelle: t-online-business.de

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