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6G-Sicherheitspakt gegen China: USA sammeln mehr als 20 Partner ein

Die USA schmieden mit mehr als 20 Staaten einen 6G-Sicherheitspakt gegen Chinas Einfluss im Mobilfunk — Deutschland ist dabei. Was der Aufruf vorsieht und warum er jetzt schon zählt.

Von @Blogspan · · 3 min Lesezeit

6G-Sicherheitspakt gegen China: USA sammeln mehr als 20 Partner ein

Der Streit um 5G ist bis heute nicht abgeräumt — in vielen deutschen Netzen stecken weiterhin Bauteile von Huawei, deren Rückbau sich seit Jahren verschiebt. Jetzt eröffnen die USA schon die nächste Runde: einen 6G-Sicherheitspakt gegen Chinas Einfluss, für ein Funknetz, das es kommerziell noch gar nicht gibt. Mehr als 20 Staaten haben den Aufruf unterzeichnet, Deutschland mittendrin. Was in dem Aufruf stehtVorgestellt wurde der „Call to Action for 6G Leadership and Security“ beim ThinktankCSISin Washington. Federführend ist die US-Regierung über ihre Fernmeldebehörde NTIA; mit an Bord sind neben Deutschland unter anderem Großbritannien, Frankreich, Italien, Japan, Südkorea, Kanada und Australien. Inhaltlich geht es nicht um Technik zum Anfassen, sondern um Weichenstellungen: Die Partner wollen die künftigen 6G-Standards früh in ihrem Sinne prägen — softwaredefinierte Netze, offene Schnittstellen, KI-gestützte Funktechnik. Dazu kommt ein Fahrplan mit erstaunlich konkreten Fristen. Binnen eines Monats sollen alle Länder feste Ansprechpartner benennen, im ersten Quartal folgt eine Industrie-Konsultation, nach einem halben Jahr sollen Strategien für widerstandsfähige Lieferketten stehen, nach einem Jahr ein Gipfeltreffen. Der Pakt baut auf den „6G Security and Resilience Principles“ auf, die dieselbe Runde im März auf dem Mobile World Congress vorgelegt hatte — Kernbegriff dort: Sicherheit von Anfang an mitdenken statt teuer nachrüsten. Die Neuauflage des Huawei-StreitsWer die 5G-Debatte verfolgt hat, erkennt das Muster sofort. Damals drängten die USA ihre Verbündeten, Huawei und ZTE aus den Kernnetzen zu halten — mit mäßigem Erfolg, gerade in Deutschland, wo der Austausch der chinesischen Technik bis heute nicht abgeschlossen ist. Diesmal soll der Ausschluss früher greifen: nicht erst, wenn die Geräte im Rack stehen, sondern schon dort, wo die Regeln geschrieben werden. Genau da liegt für mich der wunde Punkt. Standards entstehen nicht in einem Aufruf-PDF, sondern in den Sitzungen von 3GPP und ITU — und ein Pakt ist am Ende nur so stark wie die Bereitschaft seiner Mitglieder, auch dann Nein zu chinesischer Technik zu sagen, wenn sie ein Drittel billiger ist. Beim letzten Mal ist die geschlossene Front genau an diesem Preisschild gebrochen. Dass China in der Partnerliste fehlt, ist kein Zufall, sondern der ganze Zweck der Übung. Warum das jetzt schon zähltKommerzielle 6G-Netze kommen frühestens um 2030 — die 3GPP hat denverbindlichen Fahrplanerst kürzlich auf einen Functional Freeze Ende 2028 festgezurrt. Warum dann die Eile? Weil die entscheidenden Weichen Jahre vorher fallen. 2027 tagt die Weltfunkkonferenz der ITU ausgerechnet in Schanghai und verteilt Frequenzen; wer bis dahin eine gemeinsame Position hat, redet mit einer Stimme statt mit zwanzig. Für Endkunden und kleine Firmen ist das heute abstrakt — noch verkauft niemand einen 6G-Router. Mittelbar entscheidet der Pakt aber mit, wer in ein paar Jahren die Netztechnik liefert und zu welchem Preis. Und ein gut Teil davon bleibt vorerst Absichtserklärung: „Security by Design“ ist ein Prinzip, keine Spezifikation, und verbindliche Regeln stehen in dem Papier noch keine. Der eigentliche Test steht nicht in den Unterschriften — er kommt in dem Moment, in dem die chinesische Alternative wieder deutlich günstiger ausfällt. Ob Berlin und die anderen dann die Linie halten oder wie bei 5G einknicken, wird über den Pakt mehr aussagen als jede gemeinsame Erklärung. Bis dahin ist er vor allem eins: ein früher Anspruch auf ein Netz, das noch niemand gebaut hat.

Quelle: blogspan.net

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