Amazon baut Riesen-Rechenzentrum: Es könnte zum größten Einzel-Verschmutzer der USA werden
StartseiteHerstellerAMAZONEin Rechenzentrum mit eigenem Kraftwerk: Amazon plant in Texas in gigantischen Dimensionen. Bis zu 33 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr wären künftig möglich. Amazons geplantes Kraftwerk. . .

StartseiteHerstellerAMAZONEin Rechenzentrum mit eigenem Kraftwerk: Amazon plant in Texas in gigantischen Dimensionen. Bis zu 33 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr wären künftig möglich. Amazons geplantes Kraftwerk darf bis zu 33 Millionen Tonnen CO2 jährlich ausstoßen. (Quelle: Evan Simon / Floodlight, via The Texas Tribune)Amazon plant ein riesiges KI-Rechenzentrum in Texas, das von einem eigenen Gaskraftwerk versorgt werden soll. Das Kraftwerk könnte zum größten einzelnen Treibhausgas-Verursacher der USA werden. Der Fall zeigt, wie stark der KI-Boom den Strombedarf steigen lässt und Tech-Konzerne bei ihren Klimazielen unter Druck setzt. Amazon will im texanischen Pecos County ein riesiges Rechenzentrum für KI- und Cloud-Dienste errichten und der dafür benötigte Strom soll gleich nebenan produziert werden. Geplant ist demnach ein Erdgaskraftwerk mit 35 Turbinen und einer möglichen Gesamtleistung von bis zu 7,65 Gigawatt, das den Standort vollständig mit Energie versorgen soll. Laut einer Recherche der "New York Times" könnte die Anlage dadurch zumgrößten einzelnen Verursacher von Treibhausgasen in den gesamten USAwerden. Wie extrem die Größenordnung ist, zeigt ein Blick auf die genehmigten Emissionen: Das Kraftwerk darf laut dem Online-MagazinTechSpotunter Berufung auf die New York Timesbis zu 33 Millionen Tonnen CO2 pro Jahrausstoßen. Das bedeutet nicht, dass jedes Jahr diese Menge in die Atmosphäre gelangt, denn dabei handelt es sich um den genehmigten Höchstwert. Kritiker vergleichen die mögliche Belastung deshalb nicht nur mit einzelnen Fabriken, sondern mit dem gesamten jährlichen Ausstoß kleinerer Länder wie Irland oder der Schweiz. So viel Strom verschlingt der KI-BoomDer Grund für dieses gigantische Kraftwerk steckt hinter dem aktuellen KI-Boom: Rechenzentren mit Tausenden KI-Chips benötigen rund um die Uhr enorme Mengen Strom, zusätzlich muss die Hardware aufwendig gekühlt werden. Bis zu 7,65 Gigawatt Leistung sind für ein einzelnes Rechenzentrum eine schwer vorstellbare Zahl, denn damit bewegt sich die Energieversorgungin der Größenordnung großer Kraftwerksblöcke. Hinter jederKI-Anfragestehen reale Serverhallen, Stromleitungen, Kühlsysteme und Kraftwerke. Das Satellitenbild zeigt OpenAIs Stargate-Campus in Texas, nicht das Amazon-Projekt. Auch Amazon setzt dort auf ein riesiges Rechenzentrum samt eigener Energieversorgung. (Quelle: Planet Labs PBC)Amazon nennt für das eigene Kraftwerk demnach jedoch einen wichtigen Vorteil: Das Rechenzentrum sollseinen Strom selbst erzeugenund damit nicht einfach zusätzliche Gigawatt aus dem bestehenden Netz ziehen. Dadurch sollen Anwohner nicht übersteigende Strompreiseoder zusätzliche Netzkosten für den Energiehunger bezahlen müssen. Für die Menschen vor Ort verschwindet das Problem damit aber nicht vollständig, denn weniger Belastung für das Stromnetz bedeutet nicht automatisch weniger Belastung für das Klima. KI bringt die Klimaziele ins WankenBesonders interessant ist das Projekt, weil Amazon mit diesem Problem nicht allein ist: Google, Microsoft, Meta und andere Tech-Konzerne bauen ihre KI-Infrastruktur ebenfalls massiv aus und benötigen dafür immer größere Strommengen. Deshalb sichern sich die Unternehmen zunehmend eigene Energiequellen, schließen langfristige Verträge mit Kraftwerksbetreibern oder beschäftigen sich sogar wieder mit Kernenergie. Gas ist dabei attraktiv, weil sich damitunabhängig von Sonne und Winddauerhaft Strom erzeugen lässt. FürAmazondürfte daraus ein unangenehmer Spagat entstehen: Der Konzern hat sich mit seinem sogenannten "Climate Pledge" das Ziel gesetzt,bis 2040 bilanziell CO2-neutralzu werden, während der Ausbau der KI gleichzeitig den Energiebedarf deutlich nach oben treibt. Deshalb ist das texanische Projekt auch für Deutschland mehr als eine kuriose Meldung aus den USA. Frankfurt und das Rhein-Main-Gebiet gehören bereitszu den wichtigsten Rechenzentrumsstandorten Europas, während Amazon, Google und andere Anbieter ihre Cloud- und KI-Infrastruktur ausbauen. Zusätzliche Rechenleistung bedeutet deshalb auch hier zusätzlichen Strombedarf und neue Anforderungen an die Netze. Wie weit Amazon beim Ausbau seiner Rechenzentren geht,zeigt ein Fall aus Kalifornien. Keine News verpassen