„American Dream“! Jetzt ist die WM-Euophorie in den USA voll entfacht
Nur einer ist weitergekommen, irgendwie als Sieger fühlten sich dennoch beide. Die USA stehen bei ihrer Heim-Weltmeisterschaft nach einem verdienten 2:0-Sieg über Bosnien im Achtelfinale, treffen dort am. . .
Nur einer ist weitergekommen, irgendwie als Sieger fühlten sich dennoch beide. Die USA stehen bei ihrer Heim-Weltmeisterschaft nach einem verdienten 2:0-Sieg über Bosnien im Achtelfinale, treffen dort am Dienstag (2 Uhr, Servus TV) in Seattle auf die Last-Minute-Helden aus Belgien, die ein 0:2 in der Schlussphase gegen den Senegal noch in ein 3:2 n. V. verwandelt hatten. Was sich nach dem Sieg, ermöglicht durch Tore von Folarin Balogun (45. ) und Malik Tillman per Traumfreistoß (82. ), auf den Tribünen und am Feld abspielte, glich einem Märchen. Freudentränen bei den Fans, pure Ekstase bei den Kickern, als zusammen mit den Anhängern der John Denvers Evergreen „Take Me Home, Country Roads“ intoniert worden war. „Als dieses Lied im Stadion erklang, war es unmöglich, nicht mitzusingen“, schwärmte Cheftrainer Mauricio Pochettino, der auch nicht mit Lob für sein Team sparte, das Bosniens behäbige Abwehr immer wieder in Probleme brachte, selbst eine halbe Stunde in Unterzahl eine tolle Figur abgab. „Das war der Moment, allen zu beweisen – und auch uns selbst –, dass es nicht nur leere Worte sind, wenn wir sagen, dass wir eine Familie sind“, meinte Pochettino. „Ich finde, die Mannschaft hat genau das gezeigt: ihre Qualität, ihre Fähigkeit, auf höchstem Niveau zu bestehen und füreinander zu kämpfen. “Apropos Unterzahl: Mit der roten Karte für Balogun (64. ) waren die US-Boys nicht einverstanden, obwohl dieser dem Klagenfurter Innenverteidiger im bosnischen Dress, Tarik Muharemovic, aufs Sprunggelenk getreten hatte. „Niemals Absicht“, attestierte Pochettino. In der breiten Öffentlichkeit wurde die US-Aufregung nicht geteilt, es wurde eher die Frage in den Raum geworfen, wieso Pech in dieser Aktion Balogun vor den Konsequenzen seiner Tat schützen solle. Bosniens Team rührte den Teamchef zu Tränen© IMAGOAm Ende bekamen die Amerikaner so oder so ihr „Happy End“, die volle Euphorie ist spätestens jetzt entfacht. Bosniens Reise endete hingegen. Bei aller Enttäuschung überwog in deren Lager aber der Stolz. Immerhin war man erst zum zweiten Mal auf der großen Bühne dabei, erstmals in der K. o. -Phase. Trainer Sergej Barbarez rang das mehrere Tränen ab. „Wir müssen zugeben, dass wir es nicht geschafft haben. Aber ich habe den Jungs direkt nach dem Spiel gesagt, wie stolz ich auf sie bin“, sagte Barbarez. „Dass unsere Mannschaft zum ersten Mal - und hoffentlich nicht zum letzten Mal - so weit gekommen ist, darauf können wir wirklich stolz sein. Darauf müssen wir aufbauen. “ Emotionaler Höhepunkt war dann noch eine Nachricht seiner Mutter. „Ich dachte, sie würde schon schlafen“, freute er sich.