ASMLs China-Geschäft: Niederlande geht auf Konfrontation mit den USA
Die Niederlande und ihr wichtigstes Unternehmen, ASML, gehen auf Konfrontationskurs mit den USA. Es geht um die Frage verschärfter Exportbeschränkungen für die Halbleiterindustrie bei Geschäften mit China.

Die Niederlande und ihr wichtigstes Unternehmen, ASML, gehen auf Konfrontationskurs mit den USA. Es geht um die Frage versch�rfter Exportbeschr�nkungen f�r die Halbleiterindustrie bei Gesch�ften mit China. Widerstand gegen neues GesetzDer niederl�ndische Handelsminister Sjoerd Sjoerdsma hat in Washington gegen den sogenannten MATCH Act interveniert, ein Gesetzesvorhaben, das chinesischen Chipherstellern den Zugang zu westlicher Produktionstechnik deutlich st�rker erschweren w�rde. Besonders betroffen w�re davon der niederl�ndische Technologiekonzern ASML, einer der wichtigsten Ausr�ster der globalen Halbleiterbranche. Sjoerdsma traf sich in dieser Woche mit US-Handelsminister Howard Lutnick sowie Mitgliedern des Kongresses, um die Bedenken der niederl�ndischen Regierung vorzutragen. Nach den Gespr�chen betonte er laut eines Berichts der NachrichtenagenturBloomberg, dass die wirtschaftlichen Auswirkungen f�r die Niederlande erheblich sein k�nnten. Es sei ungew�hnlich, eigens nach Washington zu reisen, um dem Kongress die Sorgen seines Landes darzulegen, erkl�rte der Minister. Im Zentrum des Streits steht ASML. Das Unternehmen mit Sitz in den Niederlanden gilt als wertvollster Konzern Europas und nimmt weltweit eine Schl�sselrolle bei der Chipfertigung ein. ASML ist der einzige Hersteller hochkomplexer Lithografiesysteme, die f�r die Produktion modernster Chips ben�tigt werden. Bereits seit Jahren unterliegen die fortschrittlichsten Maschinen des Unternehmens strengen Exportauflagen. So d�rfen die modernen EUV-Anlagen (Extreme Ultraviolet Lithography) nicht nach China geliefert werden. Der MATCH Act w�rde die Beschr�nkungen jedoch deutlich ausweiten. Zuk�nftig k�nnten auch bestimmte �ltere DUV-Systeme (Deep Ultraviolet) betroffen sein, die bislang weiterhin an chinesische Kunden verkauft werden d�rfen. ASML f�rchtet um Gesch�fteF�r ASML h�tte dies sp�rbare Folgen. Nach Unternehmensangaben entfallen rund 19 Prozent der Nettoverk�ufe von Systemen auf den chinesischen Markt. Konzernchef Christophe Fouquet hatte bereits im Mai darauf hingewiesen, dass China derzeit vor allem �ltere DUV-Anlagen erwerben kann. Diese Technologie wird zwar seit etwa einem Jahrzehnt eingesetzt, spielt aber weiterhin eine wichtige Rolle in der Halbleiterproduktion. Der Gesetzesentwurf wurde im April in den USA eingebracht. Bislang hat er jedoch weder im Repr�sentantenhaus noch im Senat eine abschlie�ende Abstimmung durchlaufen. Beobachter gehen davon aus, dass die Vorlage m�glicherweise Teil eines gr��eren Gesetzespakets werden m�sste, um ausreichende politische Unterst�tzung f�r eine Verabschiedung zu erhalten. Mit dem Vorhaben zeichnet sich aber ein neuer Konfliktpunkt zwischen den USA und europ�ischen Partnern im zunehmend geopolitisch gepr�gten Wettstreit um Schl�sseltechnologien ab. W�hrend Washington auf strengere Kontrollen gegen�ber China dr�ngt, f�rchten die Niederlande wirtschaftliche Nachteile f�r ihre strategisch wichtige Halbleiterindustrie. ZusammenfassungNiederlande wehren sich gegen geplante US-Exportbeschr�nkungen f�r ChinaMinister Sjoerdsma kritisiert in Washington den neuen MATCH Act scharfASML bef�rchtet schwere wirtschaftliche Folgen durch neue Sanktionen nunBisher d�rfen �ltere DUV-Systeme noch problemlos an China verkauft werdenNeunzehn Prozent des Umsatzes von ASML stammen aus dem chinesischen MarktDer Konflikt zeigt die Spannungen bei globalen Chiptechnologie-ExportenSiehe auch:US-Vorw�rfe: China soll modernste Chipmaschine von ASML besitzenASML: Neue EUV-Maschine erh�ht Chip-Produktion mit st�rkerem LichtEntwarnung: Brand bei ASML in Berlin wird Chipkrise kaum anheizen