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Auslandskrankenversicherung USA: Worauf Reisende achten sollten | F. A. Z. Kaufkompass

Ein Sturz am Pool in Las Vegas, eine Blinddarmentzündung in New York, ein Unfall auf der Route 66: Was in Deutschland die Krankenkasse regelt, wird in den USA zur Privatangelegenheit. Wer dort ohne eigenen. . .

Von @FAZ_Kaufkompass · · 7 min Lesezeit

Auslandskrankenversicherung USA: Worauf Reisende achten sollten | F. A. Z. Kaufkompass

Ein Sturz am Pool in Las Vegas, eine Blinddarmentzündung in New York, ein Unfall auf der Route 66: Was in Deutschland die Krankenkasse regelt, wird in den USA zur Privatangelegenheit. Wer dort ohne eigenen Schutz krank wird, haftet für die Rechnungen selbst. Und die fallen höher aus als fast überall sonst auf der Welt. Das Wichtigste in KürzeIn den USA zahlt die gesetzliche Krankenversicherung weder Behandlung noch Rücktransport. Ohne private Auslandskrankenversicherung tragen Reisende jede Rechnung selbst. Die Kosten sind extrem und kaum vorhersehbar: Ein Besuch in der Notaufnahme kann mehrere Tausend Dollar kosten, ein Rücktransport im Ambulanzflugzeug über 100. 000 Euro. Ein guter Tarif kostet nur wenige Euro im Jahr. Er sollte ohne Selbstbeteiligung auskommen, eine hohe Versicherungssumme bieten und den Rücktransport schon dann zahlen, wenn er medizinisch sinnvoll ist. Warum die USA ein Sonderfall sindFür Europa und einige Abkommensstaaten gilt: Die gesetzliche Krankenversicherung hilft im Ausland zumindest ein Stück weit. Für die USA gilt das nicht. Zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten gibt eskein Sozialversicherungsabkommen, das die Krankenversicherung umfasst, und die Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) auf der Rückseite der Gesundheitskarte gilt nur in Europa. In den USA zahlt Ihre Kasse deshalb weder die Behandlung noch den Rücktransport nach Deutschland. Den Rücktransport übernimmt sie nicht einmal innerhalb der EU. Hinzu kommt das US-Gesundheitssystem selbst. Es ist stark privatisiert. Es gibtkeine einheitliche Gebührenordnung, die festlegt, was eine Behandlung kosten darf. Kliniken und Ärzte setzen ihre Preise weitgehend selbst fest. Behandelt wird in der Regel gegen Vorkasse oder gegen den Nachweis, dass die Kosten gedeckt sind. DasAuswärtige Amträt deutschen Reisenden deshalb ausdrücklich zu einer Auslandskrankenversicherung samtRückholschutz. In akuten Notfällen müssen Notaufnahmen zwar auch ohne geklärte Kostenübernahme behandeln und stabilisieren. Die Rechnung kommt dann aber hinterher. Bezahlen müssen Sie also trotzdem selber, wenn keine Versicherung dahintersteht. Welche Kosten im Ernstfall drohenIn den USA gibt es keine einheitlichen Preise, und gerade Selbstzahler ohne US-Versicherung zahlen die höchsten Tarife. Die folgenden Beträge sind eher konservative Anhaltspunkte, die Tendenz geht weiter nach oben:Notaufnahme:Allein die Aufnahmepauschale der Klinik liegt für Selbstzahler bei einem schweren Notfall im Median bei rund 1. 100 US-Dollar, wie eine Auswertung der FachzeitschriftHealth Affairszeigt. Untersuchungen, Behandlung und Arzthonorare kommen obendrauf. Rettungswagen:Nach Daten derKaiser Family Foundationwird allein die Fahrt im Rettungswagen je nach Versorgungsstufe mit mehreren Hundert bis fast 1. 300 Dollar berechnet. Krankenhaus und Operationen:Ein stationärer Aufenthalt summiert sich pro Tag schnell auf mehrere Tausend Dollar, eine größere Operation entsprechend ins Fünfstellige. Rücktransport nach Deutschland:Das ist der teuerste Posten. Ein medizinischer Rücktransport im Ambulanzflugzeug kann lautStiftung Warentestje nach Entfernung weit über 100. 000 Euro kosten. Auch Bergung und Rettung schlagen ordentlich zu Buche. Ohne ausreichenden Versicherungsschutz müssen Reisende Krankenhauskosten und Rückflug selbst tragen, und das kann durchaus die Ersparnisse aufbrauchen. Welche Leistungen eine gute USA-Police enthalten sollteVersicherungssumme:Angesichts der US-Kosten sollte sie hoch oder unbegrenzt sein. Tarife, die die Kostenübernahme früh deckeln, helfen ausgerechnet im teuren Ernstfall nur begrenzt. Krankenrücktransport:Hier kommt es auf ein einzelnes Wort an. Achten Sie darauf, dass der Tarif den Rücktransport schon dann übernimmt, wenn er medizinisch sinnvoll ist, und nicht erst, wenn er medizinisch notwendig ist. Der Unterschied ist groß: »Notwendig« zahlt nur, wenn vor Ort gar nicht behandelt werden kann. »Sinnvoll« greift schon, wenn die Ärztin eine Weiterbehandlung in Deutschland empfiehlt. Die Verbraucherzentrale bezeichnet diese Formulierung als zentrales Kriterium. Assistance:Weil in den USA gegen Vorkasse behandelt wird, zählt ein rund um die Uhr erreichbarer Notfalldienst, der die Kostenübernahme direkt mit der Klinik regelt. So müssen Sie nicht selbst fünfstellig in Vorleistung gehen. Geltungsbereich prüfen:Der Tarif muss weltweit gelten und die USA sowie Kanada einschließen. Bei Jahrespolicen ist das meist der Fall, einzelne Tarife beschränken den Schutz aber auf Europa. Worauf Sie beim Tarif achten solltenSelbstbeteiligung:Verzichten Sie möglichst auf Tarife mit Eigenanteil. Leistungsgrenzen:Prüfen Sie, ob die Kostenübernahme nicht von vornherein auf einen festen Betrag begrenzt ist. In den USA ist genau das die Schwachstelle. Notfallhotline:Prüfen Sie, ob der Tarif eine rund um die Uhr erreichbare Hotline bietet, die im Notfall auch auf Deutsch oder Englisch weiterhilft. Ausschlüsse und Grenzen:Einige Leistungen sind nur eingeschränkt versichert. Eine chronische oder bestehende Erkrankung zahlen Policen, wenn überhaupt, nur bei einer unerwarteten akuten Verschlechterung, nicht für geplante Behandlungen oder die regelmäßige Medikation. Zahnbehandlungen übernehmen viele Tarife nur als akute Schmerzbehandlung, nicht für aufwendigere Arbeiten wie eine Krone. Bei einer Schwangerschaft zahlen sie meist nur akute Komplikationen, und das oft nur bis zu einer bestimmten Schwangerschaftswoche. Wer davon betroffen ist, sollte gezielt einen Tarif wählen, der die jeweilige Leistung einschließt. Was der Schutz kostet und welche Police passtGemessen am Risiko ist der Schutz günstig. Einfache Jahrespolicen gibt es schon für unter 10 Euro, ein guter Tarif mit weltweitem Schutz inklusive USA liegt für Einzelreisende oftim Bereich von 15 bis 20 Euro im Jahr. Mit steigendem Alter und für mehrere Mitreisende klettert der Beitrag, bleibt aber im Verhältnis zur möglichen Rechnung gering. Für eine einzelne Reise genügt eine Police für den Reisezeitraum. Wer öfter im Jahr verreist, fährt mit einer Jahrespolice günstiger: Sie deckt beliebig viele Reisen ab, begrenzt aber die Dauer je Reise, je nach Tarif auf etwa sechs bis zehn Wochen. Für einen normalen USA-Urlaub reicht das. Vor einer längeren Rundreise lohnt aber ein Blick auf diese Grenze. Und bei mehrmonatige Aufenthalten braucht es einen gesonderten Langzeittarif. Reicht die Absicherung über andere Versicherungen?Viele Reisende glauben, sie seien längst geschützt: über die Kreditkarte, eine bestehende Police oder die Reiseversicherung, die sie ohnehin abgeschlossen haben. Dieser Eindruck trügt oft. Über die Kreditkarte ist derSchutz häufig lückenhaft. Stiftung Warentest fand bei den über Karten angebotenen Reiseversicherungen durchweg Einschränkungen und empfiehlt, vorab zu prüfen:Ist überhaupt eine Auslandskrankenversicherung enthalten oder nur ein Reiserücktritt?Wer ist bis zu welchem Alter versichert?Reicht der Schutz für die geplante Reisedauer?Gilt der Schutz auch, wenn die Reise nicht mit der Karte bezahlt wurde?Ist die Kostenübernahme gedeckelt?Manche Kartenlösungen schränken den Geltungsbereich oder die Deckungshöhe ein, teils auch für die USA. Dieprivate Krankenversicherungdeckt akute Behandlungen im Ausland je nach Tarif ab, außerhalb Europas aber meist nur zeitlich begrenzt (oft für etwa einen Monat, je nach Tarif auch länger). Ein Krankenrücktransport ist nicht in jedem Vertrag enthalten und greift, wenn überhaupt, häufig nur bei medizinischer Notwendigkeit, also nach dem engeren Kriterium. DieVerbraucherzentralerät deshalb auch privat Versicherten, für den Rücktransport eine Reisekrankenversicherung mitzunehmen. Ein verbreiteter Irrtum betrifft schließlich Reiserücktritts- und Reiseabbruchversicherungen. Beide erstatten Reisekosten, etwa Stornogebühren oder die Kosten einer abgebrochenen Reise. Die Behandlung in der Klinik und den Rücktransport zahlen sie nicht. Dafür brauchen Sie die Auslandskrankenversicherung. Fazit: Eine Auslands­kranken­versicherung für die USA ist besonders wichtigIn kaum einem anderen Reiseland klafft eine so große Lücke zwischen dem, was die gesetzliche Kasse leistet, und dem, was eine Behandlung kostet. Die Kasse zahlt in den USA nichts, die Rechnungen gehören zu den höchsten der Welt, und schon ein Rücktransport kann sechsstellig werden. Genau deshalb ist dieser Schutz dringend zu empfehlen. Am Preis sollte es nicht scheitern. Wichtiger ist, dass der Tarif passt: keine Selbstbeteiligung, eine hohe Versicherungssumme, ein Rücktransport schon bei medizinischer Sinnhaftigkeit und ein erreichbarer Notfalldienst. Wer mit diesen vier Punkten vergleicht und darauf achtet, dass die USA eingeschlossen sind, reist gut abgesichert – und muss sich im Ernstfall zumindest nicht um die Rechnung kümmern. Mehr zum ThemaNewsletter abonnieren und gewinnen!In unserem wöchentlichen Newsletter verlosen wir jeden Sonntag dutzende Testgeräte. Jetzt anmelden und mitmachen!Wenn Sie unseren Newsletter abonnieren, senden wir Ihnen einmal pro Woche, kostenlos und jederzeit widerruflich Informationen zu Neuigkeiten und Verlosungen des F. A. Z. Kaufkompass per E-Mail zu. Mit dem Abonnement erklären Sie sich mit der Analyse und Speicherung Ihres Klick- und Öffnungsverhaltens einverstanden. 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Quelle: teachers.org.uk

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