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Bomber, Kampfjets, Flugzeugträger: USA ziehen sich aus NATO-Verteidigung zurück – was Europa jetzt ersetzen muss

StartseitePolitikVor EU-Verteidigungsministertreffen: USA reduzieren NATO-Unterstützung – was Europa jetzt ersetzen mussStand:18. 06. 2026, 12:05 UhrKommentareUns auf Google folgenVor dem. . .

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Bomber, Kampfjets, Flugzeugträger: USA ziehen sich aus NATO-Verteidigung zurück – was Europa jetzt ersetzen muss

StartseitePolitikVor EU-Verteidigungsministertreffen: USA reduzieren NATO-Unterstützung – was Europa jetzt ersetzen mussStand:18. 06. 2026, 12:05 UhrKommentareUns auf Google folgenVor dem EU-Verteidigungsministertreffen reduzieren die USA ihre NATO-Unterstützung. Europa muss massive Lücken schließen, doch die Zeit drängt. Brüssel – Die Ankündigung einesteilweisen Rückzugs der USA aus der militärischen NATO-Strukturhat vor demTreffen der EU-Verteidigungsminister deutliche Reaktionen ausgelöst. Während die Trump-Regierung auf mehr Eigenverantwortung der Europäer drängt, heißt es aus Brüssel, Europa müsse rasch handeln. Trumps Verteidigungsminister Pete Hegseth reduziert die US-Beiträge für die NATO. Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) muss beim EU-Verteidigungsministertreffen abklären, wie Europa weiter vorgehen will. © Simon Wohlfahrt/AFPUS-Verteidigungsminister Pete Hegseth bekräftigte vor dem Treffen die Absicht, die amerikanischen Beiträge im Rahmen des sogenannten „NATO Force Model“ zu verringern. Das Modell legt fest, welche Mitgliedstaaten wie viele Kräfte und Fähigkeiten bereithalten und wie schnell sie verfügbar sein müssen. Künftig sollen die USA dort weniger militärische Fähigkeiten für Abschreckung und Verteidigung bereitstellen – unter anderem sind laut Medienberichten strategische Bomber, Kampfjets und ein Flugzeugträger betroffen. Rutte will auf „NATO 3. 0“ hinarbeiten: Höhere Verteidigungsausgaben nur ein AnfangHegseth forderte die europäischen Bündnispartner zu mehr Engagement auf. „Wir brauchen ein Militärbündnis, das über tatsächliche militärische Fähigkeiten verfügt, um abzuschrecken und die Führung bei der konventionellen Verteidigung Europas zu übernehmen“, sagte er. Die Alliierten hatten sich im vergangenen Jahrauf Initiative von US-Präsident Donald Trump verpflichtet, spätestens ab 2035 jährlich fünf Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts in Verteidigung und Sicherheit zu investieren. Bisher galt das Zwei-Prozent-Ziel. NATO-Generalsekretär Mark Rutte erklärte, die Kürzungen träten umgehend in Kraft, seien jedoch Teil eines langfristigen Planungsprozesses. „Wenn es aber einen Krieg geben würde, werden wir alle an die Grenzen der Fähigkeiten gehen, um sicherzustellen, dass wir den Krieg führen können“, betonte er. Ziel sei es, ein stärkeres Europa in einer stärkeren „NATO 3. 0“ aufzubauen. Manches sei bereits erreicht, in anderen Bereichen bleibe „mehr Arbeit“. Nicht betroffen von den Anpassungen sind die rund 80. 000 in Europa stationierten US-Soldatinnen und -Soldaten. Gleichwohl sorgen widersprüchliche Signale aus Washington – etwa überTruppenverlegungen zwischen Deutschland und Polen– für Verunsicherung. Zudem hat die US-Regierung diegeplante Stationierung von Langstrecken-Marschflugkörpern in Deutschlandgestoppt. EU-Verteidigungskommissar fordert mehr Details über künftigen NATO-Beitrag der USAEU-Verteidigungskommissar Andrius Kubilius forderte von den USA mehr Klarheit über Umfang und Tempo der geplanten Reduzierungen. Zugleich rief er die europäischen Staaten auf, entschlossener über den Ersatz amerikanischer Fähigkeiten zu beraten. Da die USA ihre Aufmerksamkeit auf den Pazifikraum verlagern, müssen die Europäer „nun einmal mehr Verantwortung für die konventionelle Verteidigung Europas übernehmen“, sagte Kubilius demSpiegel. Nur wenn Europa seine Kräfte bündele, könne Russland wirksam abgeschreckt werden. Nach Ansicht von Expertinnen und Experten stehen die Europäer vor einer schwierigen Aufgabe. Während Kampfjets noch vergleichsweise leicht zu ersetzen seien, verfügten neben den USA nur China und Russland über strategische Bomber. Auch Bereiche wie Flug- und Raketenabwehr, Aufklärung oder Cyberfähigkeiten gelten als Lücken im europäischen Arsenal. Wenn aus einer US-geführten NATO in Europa eine europäisch geführte NATO mit US-Unterstützung werden soll, „haben wir noch eine lange Agenda vor uns“, erklärte Claudia Major vom German Marshall Fund gegenüber derAFP. Analysen verweisen zugleich darauf, dass die NATO auch ohne die USA in wesentlichen militärischen Kategorien gegenüber Russland überlegen bleibt. Dennoch müssten Schlüsseltechnologien wie Weltraumüberwachung oder Lufttransport gestärkt und europäische Beschaffungsstrukturen reformiert werden. Ökonomen warnen vor nationaler Abschottung in der Rüstungsindustrie und fordern stärker koordinierte europäische Programme. Mehr Europa für die NATO: Weber fordert Engagement und ZusammenarbeitEVP-Chef Manfred Weber sieht die geplante Reduzierung der US-Truppen in Europa als Weckruf für die Europäer. Der CSU-Politiker forderte imPolitico-Podcast „Berlin Playbook“, dass die EU-Staaten ihre Verteidigungsfähigkeit deutlich ausbauen und „endlich fit werden“, um im Ernstfall selbst handeln zu können. „Wenn Amerika Truppen reduziert, wie derzeit auch mit den Kampffliegern angekündigt, dann muss Europa einspringen und das kompensieren“, sagte Weber. Ziel müsse sein, die vielen nationalen Armeen stärker zu integrieren: „Wir werden in den nächsten zehn Jahren genauso viel für Verteidigung ausgeben wie die Amerikaner […] dann erwarte ich, dass wir nicht 27 kleine Einzelarmeen haben, sondern eine Armee, die Europa wirklich befähigt, sich zu verteidigen. “Artikel 42. 7 des EU-Vertrags (Solidaritätsklausel)Artikel 42 Absatz 7 des Vertrags über die Europäische Union (EUV) ist die kollektive Beistandsklausel der EU. Sie besagt, dass ein EU-Mitgliedstaat, der Opfer eines bewaffneten Angriffs wird, von den restlichen Mitgliedstaaten alle in ihrer Macht stehende Hilfe und Unterstützung schuldet. Quelle: Amtsblatt der Europäischen UnionZugleich mahnte Weber, dass Europa sich auf den Fall vorbereiten müsse, dass die NATO eines Tages nicht mehr funktioniert. „Wir müssen uns jetzt ernsthaft mit der Frage beschäftigen: Was wäre, wenn die NATO eben nicht funktioniert?“, sagte er. Die EU brauche dafür eigene Kommandostrukturen und Fähigkeiten, um sich selbst zu schützen. Auch Länder außerhalb der NATO, etwa Zypern, müssten sich auf die Solidaritätsklausel des EU-Vertrags verlassen können. Europäische Verteidigung dürfe sich deshalb nicht allein auf die NATO stützen. EU-Verteidigungsministertreffen findet kurz vor NATO-Gipfel in Ankara stattDie Beratungen in Brüssel am Donnerstag gelten als Auftakt für eine Phase intensiver Abstimmungen bis zum NATO-Gipfel am 7. und 8. Juli in Ankara. Bis dahin erwarten die USA von ihren Verbündeten konkrete Pläne, wie entstehende Fähigkeitslücken geschlossen werden können. Ob der Übergang geordnet, chaotisch oder gar konfrontativ verläuft, wird entscheidend für die künftige Rolle Europas in der Allianz sein. (Quellen: dpa, AFP, Politico, Spiegel)(nak)

Quelle: op-online.de

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