Iran plante Angriffe auf Militärziele in Europa
US-amerikanische und israelische Nachrichtendienste haben nach israelischen Informationen einen iranischen Plan aufgedeckt, der Angriffe auf Militärstützpunkte der USA und ihrer Verbündeten in Europa vorsah. . . .

US-amerikanische und israelische Nachrichtendienste haben nach israelischen Informationen einen iranischen Plan aufgedeckt, der Angriffe auf Militärstützpunkte der USA und ihrer Verbündeten in Europa vorsah. Zu den möglichen Zielen sollen – so die Informationen der Quellen gegenüber dem Autor – unter anderem Einrichtungen auf Zypern und in Bulgarien gehört haben. Nach Angaben israelischer Quellen wurde der Plan von besonders radikalen Gruppierungen innerhalb der Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) entwickelt. Demnach sollen bereits erste Vorbereitungen für mögliche Angriffe getroffen worden sein. Europa zunehmend im Fokus des IranDie Planungen stehen nach Einschätzung der israelischen Quellen im Zusammenhang mit dem wachsenden wirtschaftlichen Druck auf denIraninfolge der US-Sanktionen. Die zunehmenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten hätten innerhalb des Landes zu einer angespannten und teilweise chaotischen Lage geführt. Vor diesem Hintergrund hätten besonders kompromisslose Kräfte innerhalb der Revolutionsgarden auf eine Ausweitung möglicher Vergeltungsmaßnahmen gedrängt. Nach Erkenntnissen der Nachrichtendienste sollten mögliche Angriffe dabei den europäischen Staaten vor Augen führen, welche Folgen ihre Unterstützung amerikanischer oder israelischer Militäroperationen haben könnte. Frühere Angriffe als WarnsignalNach Einschätzung israelischer Sicherheitsexperten passt der Plan in ein bereits länger erkennbares Muster iranischer Aktivitäten. In den vergangenen Monaten seien mehrfach militärische Einrichtungen mit europäischem Bezug im erweiterten Mittelmeerraum und im Nahen Osten ins Visier geraten. Als Beispiel nennen die israelischen Quellen einen Drohnenangriff auf den britischen MilitärstützpunktAkrotiriauf Zypern. Militäranalysten weisen zudem darauf hin, dass der kontinuierliche Ausbau iranischer Langstreckenraketen und Drohnensysteme die theoretische Reichweite Teherans erheblich vergrößert hat. Nach ihrer Einschätzung könnten heute Teile Südosteuropas und in bestimmten Szenarien sogar Regionen Mitteleuropas grundsätzlich innerhalb der Reichweite entsprechender iranischer Waffensysteme liegen. Moderate Kräfte verhinderten UmsetzungNach Einschätzung der israelischen Nachrichtendienste existierte der vorher nur gemutmaßte Angriffsplan tatsächlich. Gleichzeitig deuten demnach die vorliegenden Erkenntnisse darauf hin, dass gemäßigtere Kräfte innerhalb der iranischen Führung den besonders radikalen Fraktionen der Revolutionsgarden letztlich Einhalt geboten haben. Ob der Plan dauerhaft aufgegeben wurde oder lediglich zurückgestellt ist, lässt sich nach Angaben der israelischer Quellen derzeit nicht beurteilen. Die Erkenntnisse unterstreichen jedoch nach Einschätzung israelischer Sicherheitsexperten, dass Europa aus Sicht Teherans zunehmend nicht mehr nur politischer Akteur, sondern auch möglicher Schauplatz zukünftiger militärischer Eskalationen werden könnte. Autor: Arie Egozi, Korrespondent Israel