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Ceuta-Krise ließ Europa aufschrecken – die Spur führt nach Rabat

Zehntausende Menschen stürmten kürzlich völlig überraschend die nordafrikanische Exklave Ceuta und lösten damit ein massives Chaos aus. Während sich die Lage vor Ort allmählich beruhigt, suchen Experten intensiv nach den wahren Gründen für den plötzlichen Grenzübertritt.

Von Redaktion News38. de · · 3 min Lesezeit

Ceuta-Krise ließ Europa aufschrecken – die Spur führt nach Rabat

Binnen Stunden überrannten unzählige Menschen die spanische Nordafrika-Exklave Ceuta. Verängstigte Anwohner verriegelten eilig ihre Türen, während andere die oft blutjungen Migranten bedrohten, die zunächst völlig ziellos durch die Gassen irrten. Wenig später traten die meisten von ihnen jedoch den Rückweg nach Marokko an. Mittlerweile hat sich die angespannte Situation vor Ort spürbar beruhigt. Dennoch dürften die chaotischen Szenen die europäische Migrationsdebatte noch lange prägen. Bislang fehlt eine eindeutige Erklärung für die plötzliche Eskalation, weshalb stattdessen zahlreiche Theorien über die wahren Ursachen kursieren. 📌 Der Ansturm auf CeutaRund 49. 000 Menschengelangten nach Angaben des spanischen Innenministeriums innerhalb von 24 Stunden aus Marokko in die spanische Exklave Ceuta. Die Zahlen wurden von Reuters unter Berufung auf das Innenministerium veröffentlicht. Etwa 50. 000 Menschensollen insgesamt versucht haben, Ceuta zu erreichen. Laut Reuters kehrten mehr als48. 000 Migranten innerhalb von 48 Stunden nach Marokko zurück. Mindestens 67 Menschen starbenwährend des Ansturms. Nach Angaben von Reuters kamen viele Opfer beim Versuch ums Leben, die Grenze über das Meer zu erreichen. Ceuta gehört zu Spanien, liegt aber in Nordafrika. Die Stadt mit rund 85. 000 Einwohnern grenzt direkt an Marokko und ist eine der wenigen Landgrenzen der Europäischen Union zu Afrika. Spanien reagierte mit verstärkter Grenzsicherungund errichtete unter anderem eine rund500 Meter lange schwimmende Barrierevor der Küste nahe dem Grenzübergang Tarajal. Darüber berichtete Reuters. Marokkos Grenzschützer im FokusFast alle Beobachter in Spanien teilen eine gemeinsame Überzeugung. Ohne das bewusste Wegschauen der marokkanischen Behörden wäre dieser Grenzübertritt niemals geglückt. Laut der Zeitung «El País» hätten die Massen die Sperren nicht ohne «Billigung oder Mitwirkung» der Verantwortlichen in Rabat überwinden können. Möglicherweise wollte Rabat mit dem Chaos gezielt Unruhe stiften. Spaniens Regierungschef zog zuletzt den Ärger Marokkos auf sich, als er die Beziehungen zum verfeindeten Algerien stärkte. Bereits 2021 warfen spanische Politiker dem Nachbarland ein ähnliches Vorgehen vor. Auf Madrids damaligen Vorwurf der Erpressung antwortete Rabat kühl: «Handlungen haben Konsequenzen. »Neben bilateralen Spannungen rückt die spanische Migrationspolitik in den Blickpunkt. Kürzlich legalisierte Madrid bereits im Land lebende Migranten, was womöglich falsche Erwartungen weckte. Andere Theorien ziehen geopolitische Motive in Betracht. Weil Spanien das israelische Vorgehen in Gaza sowie US-Angriffe im Iran scharf kritisierte, vermuten manche Beobachter einen gezielten Racheakt im Interesse der USA und Israels. Die marokkanische Regierung schweigt derweil beharrlich zu den Vorfällen. Während der Krise befeuerten soziale Medien den Ansturm zusätzlich mit falschen Versprechungen. Vor Ort folgte jedoch der harte Aufprall in der Realität. Gegenüber einem Reporter klagte der 18-jährige Mohamed: «Man hatte uns gesagt, wir bekämen eine Unterkunft und ein Visum für Algeciras. Aber das war alles gelogen». Dieser Artikel erschien zuerst unterCeuta-Krise ließ Europa aufschrecken – die Spur führt nach Rabatauf DerWesten. de.

Quelle: news38.de

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