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Ceuta und Melilla: Warum die spanischen Exklaven für Europa so wichtig sind

Ceuta und Melilla gehören politisch zu Spanien, liegen geografisch aber auf dem afrikanischen Kontinent. Genau diese besondere Lage macht die beiden Städte seit Jahrzehnten zu einem politischen Brennpunkt. . . .

Von Sarah Dapena Fernandez · · 4 min Lesezeit

Ceuta und Melilla: Warum die spanischen Exklaven für Europa so wichtig sind

Ceuta und Melilla gehören politisch zu Spanien, liegen geografisch aber auf dem afrikanischen Kontinent. Genau diese besondere Lage macht die beiden Städte seit Jahrzehnten zu einem politischen Brennpunkt. Grenzfragen, Migration und historische Ansprüche sorgen regelmäßig für Schlagzeilen. Ende Juli 2026 eskalierte die Situation an der Grenze. Alle Infos dazu in unserem Newsblog. Gleichzeitig sind Ceuta und Melilla ganz normale Wohnorte für jeweils rund 80. 000 Menschen. Wer die beiden Städte verstehen will, muss ihre Geschichte kennen. Sie verbindet Europa und Afrika auf engstem Raum. Gleichzeitig treffen dort unterschiedliche Kulturen, Religionen und wirtschaftliche Interessen aufeinander. Das macht die spanischen Exklaven bis heute zu einem besonderen Teil Europas. 📌 Was kaum jemand über Ceuta und Melilla weißBeide Städte verfügen über eigeneautonome Parlamente, sindaber keine autonomen Gemeinschaftenwie Andalusien oder Katalonien. DieStraße von Gibraltarist an ihrer engsten Stellenur rund 14 Kilometerbreit. Von Ceuta aus ist die Küste Spaniens bei klarer Sicht erkennbar. Warum gehören Ceuta und Melilla Spanien?Ceuta liegt an der Straße von Gibraltar und grenzt direkt an Marokko. Melilla befindet sich rund 250 Kilometer weiter östlich an der Mittelmeerküste. Beide Städte gehören seit Jahrhunderten zu Spanien beziehungsweise dessen Vorgängerstaaten. Ceuta kam bereits im 17. Jahrhundert dauerhaft unter spanische Herrschaft. Melilla wird sogar seit 1497 von Spanien verwaltet. Ceuta und Melilla liegen an der nordafrikanischen Mittelmeerküste. Trotz ihrer geografischen Lage auf dem afrikanischen Kontinent gehören beide Exklaven zu Spanien und damit zur Europäischen Union. Foto:ChatGPT / Bild ist mit Hilfe von KI erstelltHeute besitzen beide Städte den Status einer autonomen Stadt. Sie gehören damit zum spanischen Staatsgebiet und zugleich zur Europäischen Union. Trotzdem gelten dort einige Sonderregelungen. Wie die Europäische Kommission erklärt, zählen Ceuta und Melilla nicht zum Zollgebiet der EU. Welche Sonderregeln gelten dort?Auch steuerlich unterscheiden sich die beiden Städte vom spanischen Festland. Die in Spanien übliche Mehrwertsteuer wird dort nicht erhoben. Stattdessen gilt eine eigene Verbrauchs- und Importsteuer mit der Bezeichnung IPSI. Dadurch ergeben sich für Unternehmen und Verbraucher teilweise andere Preise als auf dem Festland. Diese Sonderstellung hat historische Gründe. Sie sollte den Handel fördern und die wirtschaftliche Entwicklung der beiden Städte unterstützen. Trotz dieser Besonderheiten gelten Ceuta und Melilla als vollwertiger Bestandteil Spaniens. Einwohner besitzen dieselben Staatsbürgerrechte wie Menschen auf dem Festland oder den spanischen Inseln. Marokko erhebt AnsprücheMarokko betrachtet Ceuta und Melilla seit Jahrzehnten als eigenes Staatsgebiet. Die Regierung in Rabat bezeichnet die Städte regelmäßig als Überbleibsel der Kolonialzeit. Spanien weist diese Forderungen jedoch konsequent zurück. Madrid verweist darauf, dass beide Städte bereits lange vor der Gründung des modernen marokkanischen Staates zu Spanien gehörten. Die unterschiedlichen Positionen führen immer wieder zu diplomatischen Spannungen. Trotzdem arbeiten beide Länder in vielen Bereichen eng zusammen. Das betrifft besonders die Grenzsicherung und den Kampf gegen Schleuserkriminalität. Beide Staaten haben deshalb ein gemeinsames Interesse an einer möglichst stabilen Lage an der Grenze. Migration macht die Grenze bekanntInternational bekannt wurden Ceuta und Melilla vor allem durch die Migrationsbewegungen an den Außengrenzen der Europäischen Union. Für viele Menschen aus Ländern südlich der Sahara gelten die beiden Städte als eine der wenigen Möglichkeiten, auf dem Landweg europäischen Boden zu erreichen. Die Hoffnung auf ein Asylverfahren oder bessere Lebensbedingungen treibt viele Menschen an. Foto:IMAGO/Europa PressUm unerlaubte Grenzübertritte zu verhindern, haben Spanien und die Europäische Union die Grenzanlagen in den vergangenen Jahren mehrfach ausgebaut. Hohe Zäune, Überwachungstechnik und eine starke Präsenz der spanischen Sicherheitskräfte prägen heute das Bild an den Landgrenzen zu Marokko. Immer wieder kommt es dennoch zu Versuchen, die Grenzanlagen zu überwinden oder die Küste schwimmend zu erreichen. Besonders in Phasen politischer Spannungen zwischen Spanien und Marokko nimmt die Zahl der Grenzübertritte mitunter deutlich zu. Beobachter sehen darin auch ein Zeichen dafür, dass die Zusammenarbeit beider Länder bei der Grenzsicherung großen Einfluss auf die Migrationslage hat. Spanien und Marokko arbeiten deshalb eng zusammen, um Schleuserkriminalität zu bekämpfen und die Grenzen zu kontrollieren. Mehr Nachrichten:Solche Ereignisse lösen regelmäßig politische Debatten über den Schutz der EU-Außengrenzen, die europäische Asylpolitik und die Zusammenarbeit mit Herkunfts- und Transitstaaten aus. Für die Bewohner von Ceuta und Melilla gehört das Thema Migration inzwischen zum Alltag. Viele Grenzübertritte verlaufen ohne größere Zwischenfälle. Kommt es jedoch zu größeren Gruppenbewegungen, stehen die Sicherheitskräfte vor erheblichen Herausforderungen. Gleichzeitig betonen Hilfsorganisationen immer wieder die schwierige humanitäre Lage vieler Menschen, die nach oft langen Fluchtrouten an den Grenzen ankommen. Alltag zwischen zwei KontinentenAbseits der politischen Debatten verläuft das Leben in Ceuta und Melilla vergleichsweise normal. Die Bevölkerung ist kulturell vielfältig. Christen, Muslime, Juden und Hindus leben dort seit vielen Jahren zusammen. Dieser Artikel erschien zuerst unterCeuta und Melilla: Warum die spanischen Exklaven für Europa so wichtig sindauf DerWesten. de.

Quelle: news38.de

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