China feuert nuklearfähige Rakete im Pazifik ab – USA und Partner schlagen Alarm
StartseitePolitikStand:07. 07. 2026, 13:05 UhrKommentareUns auf Google folgenChina führt einen seltenen Raketentest im Pazifik durch – und sorgt damit für Sorgen in der Region. Peking – China hat im Pazifik eine. . .

StartseitePolitikStand:07. 07. 2026, 13:05 UhrKommentareUns auf Google folgenChina führt einen seltenen Raketentest im Pazifik durch – und sorgt damit für Sorgen in der Region. Peking – China hat im Pazifik eine Rakete von einem U-Boot abgefeuert und damit Kritik aus mehreren Ländern ausgelöst. Die Rakete trug nach chinesischen Angaben keinen nuklearen Sprengkopf, sondern eine Attrappe. Trotzdem warnen Staaten in der Region vor einem Signal, das die Lage im Pazifik weiter verschärfen könne. Content-PartnerschaftDieser Artikel entstand in Kooperation mitnewsinfive. de. Der Test fand offiziellen Angaben zufolge am Montagmittag (6. Juli) statt. Nach Angaben der Marine der chinesischen Volksbefreiungsarmee (PLA) feuerte ein Atom-U-Boot um 12. 01 Uhr eine strategische Rakete mit einem Übungssprengkopf in Richtung eines Seegebiets im Pazifik ab. Die Rakete sei genau im vorgesehenen Zielgebiet niedergegangen, teilte die Marine mit. China führt einen seltenen Raketentest im Pazifik durch – und sorgt damit für Sorgen in der Region. © © IMAGO / XinhuaDie chinesische Seite bezeichnete den Start als Routinebestandteil des jährlichen Trainingsplans. Betroffene Staaten seien vorab informiert worden. Der Test entspreche internationalem Recht und internationaler Praxis und richte sich gegen kein bestimmtes Land und kein bestimmtes Ziel, hieß es in der Mitteilung weiter. China spricht von RoutineChina machte den Test erst nach dem Abschuss öffentlich. Welche Rakete eingesetzt wurde, teiltePekingnicht mit. Fachleute halten eine JL-2 oder JL-3 für möglich. Beide sind ballistische Raketen, die von U-Booten gestartet werden können, wie die NachrichtenagenturAFPberichtet. Die USA erklärten, sie hätten den Start einer nuklearfähigen, aber unbewaffneten Rakete mit interkontinentaler Reichweite beobachtet. Das US-Außenministerium zeigte sich besorgt über Chinas schnellen und wenig transparenten Ausbau seiner Atomwaffen, wie der US-SenderCNNberichtet. Washington forderte Peking demnach auf, ernsthafte Gespräche über Rüstungskontrolle zu führen. Flugbahn über mehrere InselstaatenEine vonCNNnicht namentlich genannte regionale Quelle sagte, die Rakete sei über die ausschließlichen Wirtschaftszonen von Mikronesien, Nauru, Kiribati und Tuvalu geflogen. Sie sei nahe der Grenze der Wirtschaftszonen von Kiribati oder Tuvalu ins Meer gestürzt. Eine ausschließliche Wirtschaftszone ist kein Staatsgebiet. Küstenstaaten haben dort aber besondere Rechte, etwa bei Fischerei, Rohstoffen oder Energieprojekten. Genau deshalb sind militärische Tests in solchen Regionen politisch heikel, auch wenn sie auf hoher See stattfinden. Neuseelands Außenminister Winston Peters kritisierte den Test als „unerwünscht und besorgniserregend“. Die Rakete sei in Gewässer der südpazifischen atomwaffenfreien Zone geflogen, wieCNNmeldet. Diese Zone wurde 1986 mit dem Vertrag von Rarotonga geschaffen. China unterzeichnete später Protokolle, die unter anderem nukleare Drohungen und Atomtests in der Zone untersagen. Kritik aus der RegionDer Test hatte schnell Kritik aus den USA, Australien und Neuseeland ausgelöst. Diese Staaten warfen China vor, den Pazifik zu destabilisieren, wie die britische ZeitungThe Guardianberichtet. Peking mahnte ausländische Regierungen jedoch, den Vorgang nicht überzubewerten, so die Zeitung. Raketenstarts dieser Art sind bei Atommächten nicht ungewöhnlich. CNNverweist auf frühere Tests der USA, Indiens und Russlands. Für China ist ein öffentlich bestätigter Langstreckentest im offenen Pazifik aber selten. Im September 2024 hatte Peking bereits eine nuklearfähige Interkontinentalrakete von Hainan aus in Richtung offener Pazifik getestet. Es war damals der erste solche chinesische Test im offenen Meer seit 44 Jahren, wie der Sender berichtet. In der Region halten China und Russland derzeit eine gemeinsame Militärübung ab. Laut dem Verteidigungsministerium in Peking soll die Marineübung in den Gewässern und im Luftraum vor der Hafenstadt Qingdao in der Provinz Shandong stattfinden. Quellen:PLA, AFP, CNN, The Guardian, eigene Recherche