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Cyclosporiasis-Ausbruch in den USA: Zwei Tote, 18. 000 Infektionen

In den USA sorgt derzeit ein außergewöhnlich starker Ausbruch einer Durchfallerkrankung für Schlagzeilen, die hierzulande kaum bekannt ist: Cyclosporiasis. Nach Schätzungen sind in diesem Sommer bereits rund. . .

Von Christian Schwager · · 3 min Lesezeit

Cyclosporiasis-Ausbruch in den USA: Zwei Tote, 18. 000 Infektionen

In den USA sorgt derzeit ein außergewöhnlich starker Ausbruch einer Durchfallerkrankung für Schlagzeilen, die hierzulande kaum bekannt ist: Cyclosporiasis. Nach Schätzungen sind in diesem Sommer bereits rund 18. 000 Menschen in den USA erkrankt – normalerweise liegt die jährliche Fallzahl bei unter 4000. Fälle wurden inzwischen aus mehr als 30 Bundesstaaten gemeldet, mindestens 423 Erkrankte mussten ins Krankenhaus, in Michigan starben zwei Menschen an den Folgen der Infektion. Es sind die ersten bekannten Todesfälle in diesem Ausbruch; beide Verstorbenen hatten laut den Gesundheitsbehörden erhebliche Vorerkrankungen. Verseuchter Salat als AuslöserDieUS-Gesundheitsbehörde CDCuntersucht derzeit mindestens sechs separate Ausbrüche gleichzeitig. Der bislang größte einzelne Cluster betrifft geschredderten Eisbergsalat, der in Filialen der Fast-Food-Kette Taco Bell in neun Bundesstaaten serviert wurde – darunter Michigan, Ohio, Kentucky und Indiana. Als Quelle identifizierten die Behörden Eisbergsalat, den der Zulieferer Taylor Farms de Mexico inzwischen freiwillig vom US-Markt genommen hat. Die betroffene Ware war zwischen Ende Juni und Mitte Juli in mehr als 25 Bundesstaaten ausgeliefert worden. Der Fall schlägt politische Wellen:US-Präsident Trumpdrohte im Zuge der Durchfallwelle mit höheren Zöllen auf Importe aus Mexiko. Was Cyclospora ist – und wie die Ansteckung abläuftVerursacht wird die Erkrankung durch Cyclospora cayetanensis, einen einzelligen Parasiten aus der Gruppe der Kokzidien, verwandt mit den Erregern der Kryptosporidiose und Toxoplasmose. Der Erreger vermehrt sich im Dünndarm des Menschen, der offenbar der einzige natürliche Wirt ist. Mit dem Stuhl werden mikroskopisch kleine, robuste Dauerformen – sogenannte Oozysten – ausgeschieden. Frisch ausgeschiedene Oozysten sind noch nicht infektiös. Sie benötigen in der Umwelt erst fünf bis 13 Tage, um ansteckend zu sein. Dadurch ist eine direkte Übertragung von Mensch zu Mensch praktisch ausgeschlossen. Die Infektion erfolgt fast immer über fäkal verunreinigtes Trinkwasser oder kontaminierte Lebensmittel – meist rohes, ungewaschenes oder ungenügend gewaschenes Obst und Gemüse. In früheren Ausbrüchen wurden unter anderem Salatmischungen, Koriander, Basilikum, Himbeeren, Zuckerschoten und Frühlingszwiebeln als Quelle identifiziert. Schon eine sehr geringe Menge an Oozysten reicht aus, um eine Infektion auszulösen. Wie groß ist das Risiko in Berlin?Die Symptome setzen meist etwa eine Woche nach der Ansteckung ein. Typisch sind wässrige, teils heftige Durchfälle, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Blähungen, Übelkeit und ausgeprägte Erschöpfung. Seltener treten leichtes Fieber und Erbrechen auf. Unbehandelt kann die Erkrankung wiederkehren und sich über mehrere Wochen hinziehen. Besonders gefährdet für schwere Verläufe sind Menschen mit geschwächtemImmunsystem. Behandelt wird Cyclosporiasis mit einem Antibiotikum, das klassischerweise gegen Parasiten verordnet wird. Ergänzend werden ausreichende Flüssigkeitszufuhr und bei Bedarf Mittel gegen Durchfall empfohlen. Vorbeugen lässt sich vor allem durch gründliches Waschen von Obst und Gemüse sowie durch Erhitzen beziehungsweise Kochen. Für Berlin wie ganz Deutschland gibt das Robert-Koch-Institut (RKI) vorerst Entwarnung, mit einer wichtigen Einschränkung: Cyclosporiasis zählt hier nicht zu den meldepflichtigen Krankheiten. Dem RKI liegen deshalb schlicht keine systematischen Daten zur tatsächlichen Fallzahl vor. Nach Einschätzung des RKI ist vor allem mit vereinzelten Fällen bei Reiserückkehrern aus tropischen und subtropischen Regionen zu rechnen, in denen der Erreger deutlich stärker verbreitet ist. Lesen Sie mehr zum Thema

Quelle: berliner-zeitung.de

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