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Den USA gehen die Raketen aus: Hat Trump den Irankrieg endgültig verloren?

Seit fünf Monaten bekämpfen sich Amerika und Iran in der Golfregion – ohne dass eine der Kriegsparteien den Durchbruch schafft. Die US-Arsenale leeren sich dabei schneller als gedacht. Wie lange kann sich Washington den Krieg noch leisten?

Von @derfreitag · · 4 min Lesezeit

Den USA gehen die Raketen aus: Hat Trump den Irankrieg endgültig verloren?

Politik:Den USA gehen die Raketen aus: Muss Donald Trump den Iran-Krieg auch deshalb beenden?Seit fünf Monaten bekämpfen sich Amerika und Iran in der Golfregion – ohne dass eine der Kriegsparteien den Durchbruch schafft. Die US-Arsenale leeren sich dabei schneller als gedacht. Wie lange kann sich Washington den Krieg noch leisten?Von06. 08. 2026Der Irankrieg hat die USA an den Rand der Selbstentwaffnung gebrachtCollage: der Freitag, Material: KI-Bilder, iStockWie sich zeigt, sind Verhandlungen über die Zukunft der Golfregion nicht auf die USA angewiesen. Iran und Oman haben sich über einen Modus zur Wiedereröffnung derStraße von Hormusgeeinigt. Die Führungen in Teheran und Maskat sind nicht dafür bekannt, einander innig zugetan zu sein. Umso bemerkenswerter erscheint, was sich jetzt abzeichnet. Beimgefundenen Agreementsollen bis auf Weiteres Schiffe den Persischen Golf über eine von Iran kontrollierte Route befahren und über eine vom Oman kontrollierte wieder verlassen. Wer das akzeptiert und danach verfährt, muss zahlen – für die Sicherheit dieses Seeweges ebenso wie für den zum Schutz der Meeresumwelt. Sind dieUSAdamit draußen?Die Bestände an US-Abwehrraketen schrumpfenSchwer vorstellbar, da sie wissen, dass bei künftigen Krisen- und Kriegsfällen die Meerenge durch den Anrainerstaat Iran jederzeit wieder gesperrt werden könnte. Teheran beansprucht nicht nur die Souveränität über die Passage, um dies wie zuletzt notfalls militärisch durchzusetzen. Die iranische Führung versichert sich nun auch der ökonomischen Interessen des Oman, die bewirken, dass daran nicht gerüttelt wird. Es sind Zweifel angebracht, ob eine Übereinkunft Iran/Oman der Durchbruch sein kann, um den militärischen Konflikt USA/Iran zu beenden. Es ist nur allzu offensichtlich, wie sehr die Trump-Administration bei einem solchen Modus Vivendi von weltpolitischer Geltung mit leeren Händen dastehen würde. Die Frage wäre unvermeidlich, weshalb man diesen Krieg überhaupt und dann noch so lange, inzwischen fünf Monate, geführt hat. Zumal sich die Anzeichen verdichten, dass die Kriegsdauer wie -intensität die US-Armee – um es zugespitzt zu formulieren – an den Rand, der Selbstentwaffnung gebracht haben. Auch wenn es der US-Präsident heftig dementiert: Man kann nicht darüber hinwegsehen, dass die Bestände vorzugsweise an Abwehrraketen schrumpfen. Bei bestimmten Kategorien liegen sie bedenklich unter dem vorgegebenen Soll. Eine Patriot-Abwehrrakete ist 195-mal teurer als eine iranische DrohneDie Erklärung ist schnell gefunden – dieArsenale leeren sich schneller als gedacht, weil der Krieg länger geführt wird als erwartet, ohne dass Siegesfanfaren ertönen. Mit einer gut geschützten, dezentralen Raketen- und Drohnen-Produktion erhält sich Iran ein Angriffspotenzial, das entschieden billiger ist als die Defensiv-Systeme, bei denen die USA nachlegen müssen. Eine Rakete für das Patriot-Abwehrsystem kostet 3,9 Millionen Dollar, die von der Navy verschossenen SM-6 haben einen Stückpreis von 5,3 Millionen. Für eine iranische „Kamikaze“-Drohne des Modells Shahed-136 sind hingegen nur 20. 000 bis 40. 000 Dollar zu veranschlagen. WieStudienbelegen, könnte es bis in das Jahr 2030 hinein andauern, dass die Army zum Vorkriegsbestand an Tomahawk-Marschflugkörpern zurückkehrt. Natürlich sollte man keine voreiligen Schlüsse ziehen, aber unverkennbar ist, dass sich die US-Streitkräfte auf einen Kriegsmodus einlassen mussten, mit dem sie nicht gerechnet hatten. Es fehlt das Vermögen, mit den dadurch entstandenen Anforderungen Schritt zu halten, was besonders für den Ersatz hochwertiger Waffen gilt, der allein wegen des technologischen Standards Zeit braucht und teuer ist. Verteidigungsminister Pete Hegsethwill vom US-Kongress die nächsten Kriegskredite zuerkannt bekommen. Schließlich: Abgesehen davon, ob Donald Trump nun der politische Wille beseelt oder nicht, der Ukraine mit Abfangsystemen unter die Arme zu greifen – er kann es schlichtweg nicht. Marco Rubio warnt intern: Deal könnte für Iran besser ausfallen als der Atomvertrag von 2015Weil die iranischen Angriffe auf US-Basen in der Golfregion so viel kostengünstiger ausfallen als die erzwungene Abwehr derselben, hat sich in einem von den USA ausgelösten Nahost-Krieg dasKräfteverhältnis verschobenwie nie zuvor. Den USA kommt schlichtweg die klassische Machtprojektion abhanden. Wie sehr, werden nicht nur Verhandlungen mit Iran, vor allem aber deren Ergebnisse zeigen. Sofern es sie gibt. US-Außenminister Marco Rubio soll intern gemutmaßt haben, eine künftige Vereinbarung mit Teheran könnte für die Islamische Republik günstiger ausfallen als der Atomvertrag von 2015. Den hat Donald Trump im Mai 2018 bekanntlich für die USA gekündigt, weil er die damit getroffenen Abmachungen für eine Zumutung hielt. Nicht auszuschließen, dass Rubio recht hat. Eines dürfte sicher sein: Einfach die „Rahmenvereinbarung“ von Mitte Juni 2026 wieder aufzulegen, das wird nicht klappen. Iran wird mehr und kann mehr fordern. Zum Beispiel, dass sich Israel vollständig aus dem Südlibanon zurückzieht und womöglich auch aus Gaza.

Quelle: freitag.de

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