„Der Schweinemarkt schlägt brutal zu“ – Schweinehalter in ganz Europa betroffen
© stock. adobe. com/Stéphane LeitenbergerSchweinehalter schreiben derzeit tiefrote Zahlen. Jürgen Dierauff fragt sich deshalb, was mit dem deutschen Schweinemarkt los ist. Schweinehalter schreiben derzeit. . .

© stock. adobe. com/Stéphane LeitenbergerSchweinehalter schreiben derzeit tiefrote Zahlen. Jürgen Dierauff fragt sich deshalb, was mit dem deutschen Schweinemarkt los ist. Schweinehalter schreiben derzeit tiefrote Zahlen. Deshalb fragt sich Schweinemäster Jürgen Dierauff in der agrarheute-Kolumne „Frei Schnauze“, ob bewährte Marktmechanismen in Europa noch funktionieren. © Jürgen DierauffUnser Kolumnist Jürgen Dierauff ist Schweinemäster aus Bad Windsheim in Franken und engagiert sich im Vorstand der ISN. Mehr lesenAns Geldverdienen ist aktuell nicht zu denken. Im Gegenteil, wir Schweinehalter schreiben tiefrote Zahlen. Wehmütig schauen wir ein Jahr zurück, als die VEZG noch 2,10 Euro/kg Schlachtgewicht notierte. Nun haben wir 50 Euro wenigerErlös am Schwein– bei weitgehend vergleichbaren Kosten. Jetzt sind wir wieder im Sommer, mitten in der Grillsaison und die Fußball-WM läuft. Also die Jahreszeit, in der Schweinepreise normalerweise steigen. Am Fleischmarkt merken wir das aktuell leider nicht. Auch wenn die Unternehmen des Lebensmitteleinzelhandels und die Schlachter immer wieder vollmundige Reden halten, Solidarität undErnährungssicherungbeschwören, lassen Sie uns Schweinehalter doch aktuell im Regen stehen. Wir brauchen für unsere Schweine mehr DrittlandexporteGleichzeitig erzeugen wir mittlerweile weit weniger Schweine als noch vor ein paar Jahren. Funktioniert der Marktmechanismus „Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis“ nicht mehr? Im Gegenteil, er schlägt aktuell ganz brutal zu. Ein Blick auf den EU-Schweinemarkt zeigt uns nämlich, wir sind mit dem Problem nicht alleine – es ist ein europäisches Phänomen. Die Drittlandexporte von Spanien und Dänemark laufen nicht wie gewohnt. Speziell dieAfrikanische Schweinepest in Spaniensorgt dafür, dass große Mengen Schweinefleisch auf den EU-Markt drängen und uns ein Sommermärchen verhageln. Als zusätzliches Absatzventil und für mehr Wertschöpfung benötigen wir wieder mehr Drittlandexporte. Um sie möglich zu machen, brauchen wir die Schützenhilfe aus dem Bundeslandwirtschaftsministerium. Auch wenn die Schlachter über schlechte Margen im Fleischverkauf jammern, wir Schweinehalter können das nicht für die ganze Wertschöpfungskette Schwein abfangen. Wir fordern von den Lebensmittelhändlern und den Schlachtunternehmen einen verlässlicheren Anteil an der Wertschöpfung. Denn auch wir Landwirte brauchen eine verlässliche Marge am Schwein, um langfristig existieren zu können.