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Die USA wie im Kino: Ein Land für die große Leinwand

Die Vereinigten Staaten von Amerika sind für viele ein Traumland, bestehend aus Film- und Fernsehschauplätzen. Wie es einem so ergeht, wenn man durch die Mattscheibe in die Wirklichkeit eintritt.

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Die USA wie im Kino: Ein Land für die große Leinwand

So viel gleich vorab, damit keine falschen Hoffnungen entstehen: Das Hearst Castle, am Pacific Highway zwischen San Francisco und Los Angeles gelegen, habe ich nie betreten. Das kommt davon, wenn man in der Ära vor einer vom Smartphone errechneten Estimated-Arrival-Time zu spät für den letzten Einlass angekommen ist. Es ist also beim Parkplatz des Anwesens geblieben, das sich der Verleger William Randolph Hearst ab den 1920er-Jahren erbauen ließ. Eklektische Dekadenz: In den 1920ern ließ sich Zeitungsverleger William Randolph Hearst ein filmreifes Castle bauen. E Bailey/Wikimedia CommonsDie Casa Grande im spanischen Stil, der klassizistische „Roman Pool“, legendäre Partys in den Twenties ­– das macht neugierig, ebenso wie natürlich „Citizen Kane“ (1941) von Orson Welles, wo der Protagonist, Medienmagnat Charles Foster Kane, in seinem Xanadu-Palast unverkennbar in Hearsts Fußstapfen lebt. Es ist, wie gesagt, nur der Parkplatz geworden, vielleicht geht sich in der Pension noch einmal ein Abstecher aus. (dk)Bewegende Felsen, fliegende TrümmerJa, der Weg durch den Death-Valley-Nationalpark ist heiß und staubig, doch es gibt einen Punkt, an dem man wirklich aussteigen soll: Zabriskie Point, ein bizarres, von Erosion durchfurchtes Gelände an der Stelle eines urzeitlichen Sees. Schichten an Gestein, die je nach Sonneneinstrahlung in allen Erdfarben leuchten. Felsformationen wie in Bewegung. Zabriskie Point, der eindrucksvolle Aussichtspunkt im Death Valley – titelgebend für Michelangelo Antonionis bildgewaltigen Film. Gilberto Parada/UnsplashEs muss dieser Effekt gewesen sein, der Michelangelo Antonioni 1970 im gleichnamigen Film zu einer berühmten Szene inspiriert hat: eine in die Landschaft halluzinierte, zigmal vervielfachte, gespiegelte Liebeszene, in der die Felsen selbst lebendig scheinen. Die zweite Szene in „Zabriskie Point“ ist vielleicht noch stärker im kollektiven Gedächtnis von Cineasten haften geblieben: die extrazeitlupenartige Explosion eines Hauses in den Felsen über der Wüste, akkordiert von Pink Floyds Musik. Psychedelisch. (mad)Durch den Big Apple mäandernDas Leinwand- und Serien-New-York ist ohne ihn nicht vorstellbar. Und wen wundert es. Immerhin bedeckt der Central Park eine beeindruckende Fläche von 341 Hektar. Nähert man sich der Stadt aus der Luft, strukturiert dieses bisweilen üppig-grüne Rechteck Manhattan schon von ganz weit oben, als hätte es jemand mit dem Lineal gezogen. Angelegt wurde der Park übrigens schon 1858. Keine New-York-Story kommt ohne den Central Park als Schauplatz aus. Auch „SATC“-Heldin Carrie machte hier Pause von der Großstadt-Hektik. Getty Images/Alexander SpatariAls Fan der Kult-Serie „Sex and City“ findet man im Central Park darüber hinaus aber immer auch einen Geschichten-Anker: War es nicht diese kleine Brücke, dieser verschlungene Weg, auf dem Protagonistin Carrie durch ihr Big-City-Life mäanderte? Spaziert man dann zum ersten Mal tatsächlich durch den Park, kann es schon passieren, dass man irgendwann beiläufig auf eines der grauen Steinmäuerchen klopft, um zu schauen, ob man nicht doch in einer Studiokulisse aus Styropor gelandet ist. (vaze)Männlichkeit am Ocean Drive„Jetzt zeige ich dir, ein Mann zu sein. Streich Senf auf den Toast. Nein, nicht mit dem Löffel kleine Kleckse. Nimm ein Messer und verschmiere es. Männer schmieren“, erklärt Armand (Robin Williams) seinem Lebenspartner Albert (Nathan Lane) im Film „The Birdcage – Ein Paradies für schrille Vögel“ aus dem Jahr 1996 eindringlich. Denn sie müssen als heterosexuelles Pärchen durchgehen, um die konservativen zukünftigen Schwiegereltern von Armands Sohn zu täuschen. So weit, so lustig. Das The Carlyle Hotel in Miami ist in „The Birdcage“ der Drag-Nachtclub und das Zuhause von Armand (Robin Williams) und Albert (Nathan Lane). Imago/Brett Kaffee/Thibault Monnier, PacificCoastNews / AvalonDass dabei noch die Kulisse des Art-déco-Viertels in South Beach und Miamis Nachtleben der 90er-Jahre dazukommt, ist eine Draufgabe. Alle Außenszenen kann man bei einem Spaziergang an und um den Ocean Drive bewundern. Das „Birdcage“, der Drag-Nachtclub im Film, ist übrigens das Hotel The Carlyle. Und im dazugehörigen Café, das – wie könnte es auch anders sein – Birdcage heißt, gibt es auch Toast. (cg)Lake Tahoe, Idylle als KonstruktBlickt man nach kurzem Aufstieg vom Eagle Rock am Westufer, wirkt der Lake Tahoe, als würde ihn kein Wässerchen trüben: alpin, sattblau, extratief (501 m), kalt. Das ist die diskrete Idylle für eine kleine Liga an Ultra-High-Net-Worth, deren große Anwesen zwischen altem Baumbestand verschwinden. In Francis Ford Coppolas Geniestreich „The God Father Part II“ wird der Lake Tahoe zum Understatement, das die Mafia-Geschäfte der Corleones legitimieren soll. Durch den Lake Tahoe geht die Grenze zwischen Kalifornien und Nevada. An seinem schönen Ufer liegt das Anwesen der Corleones – entscheidende Szenen in „Der Pate II“ spielen hier. Getty Images/Trace RoudaSaturiert sind die ersten Szenen: ein Fest am Ufer mit Pavillon und Musikkapelle, die große Lodge mit Bruchsteinmauern im Hintergrund, Boote, Stege. Noch ein paarmal kommen Anwesen und Bootshaus ins Bild, nur tragischer – ein Anschlag, ein Racheakt. Der Drehort (das Areal von Fleur du Lac) liegt übrigens auf der kalifornischen Seite. Dort, wo das Casino-Geschäft nicht erlaubt ist. Im Gegensatz zu ­Nevada hinter der Grenze, die mitten durch den Lake Tahoe verläuft. (mad)Heiße Historie mit MarilynDas Hotel del Coronado in der Bucht von San Diego ist wohl ebenso berühmt wie einige seiner Besucher. 1888 als das einst größte Urlaubshotel der Welt erbaut, ist es mittlerweile eines der wenigen hölzernen viktorianischen Strandhotels. Zu den berühmten Gästen zählen etwa Erfinder Thomas Edison, Greta Garbo, Charlie Chaplin und einige US-Präsidenten. Aber auch als Filmkulisse tritt das „The Del“ in Erscheinung. So auch für den Film „Manche mögen’s heiß“ aus dem Jahre 1959 mit Marilyn Monroe in der Hauptrolle. Das Hotel del Coronado ist so berühmt wie seine Gäste. Schauplatz von Billy Wilders „Manche mögen‘s heiß“. Imago/Depositphotos/meunierdHier singt sie unvergessen „I Wanna Be Loved by You“. Im Hotel, das im Filmklassiker als „Seminole Ritz Hotel“ bezeichnet wird und sich in Miami befindet, spielen sich große Teile der Handlung ab. Ein Ausflug zahlt sich aus, auch wenn man nur am Strand spaziert und das riesengroße Hotel als Hintergrundkulisse für die eigenen Urlaubsschnappschüsse dient. Mit viel Fantasie kann man sich dabei wie Marilyn Monroe fühlen. (cg)Zum Liftfahren nach AtlantaSie war auch vorher schon eine coole Hotellobby, seit 2012 hat der Empfangsbereich des Hotels Marriott Marquis in Downtown Atlanta allerdings Kultstatus, zumindest bei den Fans der „Tribute von Panem“, im Original „The Hunger Games“. Denn die gläsernen Aufzüge im Atrium des 50-stöckigen Gebäudes transportierten einst Katniss, Peeta – und in einer besonderen Szene auch Johanna Mason vom siebten Bezirk – in die Höhe. Berühmte Hotelarchitektur (Marriott Marquis in Downtown Atlanta) in „The Hunger Games“. Dreamstime DebratosWer selbst mit den spektakulären Liften fahren möchte, braucht dafür eine Zimmerkarte. Die auch ohne Filmvergangenheit spektakuläre, neofuturistische Architektur von John C. Portman Jr. lässt sich dagegen immer noch einfach so genießen, denn der Zutritt in die Hotellobby ist frei. (sma)

Quelle: thefocus.news

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