„Die Wahrheit sagen“: Fauci schweigt zu Covid-Fragen – nun droht ihm ein Verfahren in den USA
StartseitePolitikFauci schweigt zu Covid-Fragen vor US-Senat – bis zu ein Jahr Haft möglichStand:07. 08. 2026, 10:23 UhrKommentareUns auf Google folgenEx-Gesundheitsberater Anthony Fauci schweigt vor einem. . .

StartseitePolitikFauci schweigt zu Covid-Fragen vor US-Senat – bis zu ein Jahr Haft möglichStand:07. 08. 2026, 10:23 UhrKommentareUns auf Google folgenEx-Gesundheitsberater Anthony Fauci schweigt vor einem Senatsausschuss. Republikaner wollen ihn belangen. Nun prüft das Justizministerium den Fall. Washington, D. C. – Dem früheren US-Gesundheitsberater Anthony Faucidrohen nach seiner Aussageverweigerung vor einem Senatsausschuss rechtliche Konsequenzen. Der von Republikanern geführte Ausschuss stimmte dafür, wegen Missachtung des Kongresses gegen den Wissenschaftler vorzugehen. Im Fall einer Anklage und Verurteilung sieht das US-Recht grundsätzlich bis zu zwölf Monate Haft vor. Content-PartnerschaftDieser Artikel von US Staff entstand in Kooperation mitThe Telegraph. Fauci hattebei einer Anhörung am 29. Juli zahlreiche Fragen zurCorona-Pandemie nicht beantwortetund sich dabei auf den fünften Zusatzartikel zur US-Verfassung berufen. Dieser schützt Menschen davor, durch eigene Aussagen zu ihrer strafrechtlichen Belastung beizutragen. Fauci begründete den Schritt damit, dass Ausschussvorsitzender Rand Paul wiederholt öffentlich seine Strafverfolgung gefordert habe. Anthony Fauci wird am 29. Juli 2026 vor einer Anhörung des Heimatschutz- und Regierungsausschusses im US-Senat vereidigt. Der frühere US-Gesundheitsberater verweigerte dort Antworten auf zahlreiche Covid-Fragen. © Alex Wroblewski/AFPCovid-Aufklärung in den USA: Anthony Fauci verweigert Antworten auf mehr als 100 FragenNach Angaben vonReutersberief sich Fauci während der Anhörung mehr als 100-mal auf sein Aussageverweigerungsrecht. Er warf Paul eine „entgleiste Obsession“ mit seiner Person vor und erklärte, er befürchte, seine Aussagen könnten genutzt werden, um strafrechtliche Vorwürfe gegen ihn zu konstruieren. Der Ausschuss für Heimatschutz und Regierungsangelegenheiten stimmte anschließend mit acht zu sieben Stimmen entlang der Parteilinien dafür, Fauci wegen Missachtung des Kongresses zu belangen. Paul kündigte an, die Angelegenheit an das US-Justizministerium weiterzuleiten. Das Ministerium bestätigteReuterszufolge den Eingang und prüft den Vorgang. Fauci könnte bei Verurteilung bis zu zwölf Monate ins Gefängnis kommenNach Paragraf 192 des zweiten Titels des US-Gesetzbuchs kann die vorsätzliche Weigerung eines vorgeladenen Zeugen, eine für eine Kongressuntersuchung relevante Frage zu beantworten, als Vergehen geahndet werden. Vorgesehen sind grundsätzlich zwischen einem Monat und zwölf Monaten Haft sowie eine Geldstrafe. Ob diese Vorschrift im Fall Faucis tatsächlich greift, ist jedoch offen. Demokratenund Faucis Anwälte stellen insbesondere das Vorgehen Pauls infrage. NachReutersist umstritten, ob der Ausschussvorsitzende die Angelegenheit ohne vorherige Abstimmung des gesamten Senats wirksam direkt an das Justizministerium überweisen kann. Eine Anklage gegen Fauci liegt bislang nicht vor. Republikaner erheben Vorwürfe wegen Corona-Forschung in WuhanRepublikanerwerfen Fauci seit Jahren vor, Bundesmittel für Coronavirus-Forschung in Wuhan nicht ausreichend offengelegt oder deren Bedeutung heruntergespielt zu haben. Dabei geht es insbesondere um Fördermittel des National Institutes of Health und Forschungen, an denen die Organisation EcoHealth Alliance beteiligt war. Die Behauptung, Fauci habe staatliche Finanzierung gezielt „vertuscht“, ist jedoch ein politischer Vorwurf und keine gerichtlich festgestellte Tatsache. Fauci hat die Vorwürfe wiederholt zurückgewiesen. Auch ein Zusammenhang zwischen von den USA finanzierten Forschungsprojekten und dem Ursprung von SARS-CoV-2 ist nicht abschließend nachgewiesen. Fauci erklärte in der Vergangenheit, er halte hinsichtlich des Ursprungs des Virus weiterhin verschiedene Möglichkeiten für denkbar. Rand Paul und Fauci streiten seit Jahren über Corona-PandemiePaul zähltseit Jahren zu Faucis schärfsten Kritikern. Der republikanische Senator aus Kentucky veröffentlichte 2023 dasBuch„Deception: The Great Covid Cover-Up“, auf dessen Umschlag Fauci abgebildet war. Beide lieferten sich bereits während der Pandemie mehrfach scharfe Wortgefechte bei Anhörungen im Kongress. Während der jüngsten Sitzung argumentierte Paul, Fauci habe keinen Grund gehabt, die Aussage zu verweigern. „Dr. Fauci war keinem Risiko einer bundesstaatlichen Strafverfolgung ausgesetzt“, sagte er. „Alles, was er tun musste, war, die Wahrheit zu sagen. “Bidens Begnadigung wird zum StreitpunktHintergrund ist eine vorbeugende Begnadigung, die der damalige PräsidentJoe BidenFauci an seinem letzten Tag im Amt erteilte. Sie sollte ihn wegen möglicher bundesrechtlicher Vergehen schützen, die im Kontext seiner Tätigkeit bis zum 19. Januar 2025 stehen. Sie schützt Fauci jedoch nicht automatisch vor möglichen Vorwürfen, die erst danach entstanden sein könnten. Pauls Argument lautet deshalb, Fauci könne sich für frühere Vorgänge nicht auf die Gefahr einer Strafverfolgung berufen. Faucis Anwälte sehen das anders und verweisen unter anderem darauf, dass Aussagen bei der Anhörung selbst Grundlage späterer Vorwürfe, etwa wegen Meineids, werden könnten. Faucis Anwalt spricht von „plumper politischer Inszenierung“Faucis Anwalt David Schertler kritisierte die Abstimmung scharf. Es handle sich um eine „plumpe politische Inszenierung, die darauf abzielt, Dr. Fauci dafür zu bestrafen, dass er seine verfassungsmäßigen Rechte ausübt. “ Er fuhr fort: „s ist beschämend und falsch, dass Senator Paul seine Macht missbraucht, indem er versucht, das Justizministerium gegen einen ehrenhaften öffentlichen Bediensteten zu instrumentalisieren. “ Fauci habe mit der Berufung auf den fünften Verfassungszusatz kein Verbrechen begangen, argumentiert seine Verteidigung. Der republikanische Senator Ron Johnson erklärte unterdessen,er habe eine Kopie von Faucis damaligem Regierungstelefonerhalten. Die Daten könnten nach seiner Darstellung weitere Informationen über Faucis Kommunikation während der Pandemie liefern. „Hoffentlich wird dieses Gerät viele der Fragen beantworten, die er in der Anhörung vergangene Woche nicht beantworten wollte“, sagte Johnson. Welche Daten sich tatsächlich auf dem Gerät befinden und ob sie für die Untersuchungen relevant sind, ist bislang nicht öffentlich bekannt. Damit liegt der nächste Schritt beim US-Justizministerium. Es muss zunächst prüfen, ob Pauls Überweisung rechtlich wirksam ist und ob überhaupt ausreichende Grundlagen für ein Strafverfahren bestehen. Von einer drohenden Gefängnisstrafe kann deshalb derzeit nur als möglichem gesetzlichen Strafrahmen im Fall einer späteren Anklage und Verurteilung gesprochen werden.