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Drogenlabore im afrikanischen Dschungel: Wie mexikanische Kartelle Europa ins Visier nehmen

Mexikanische Drogenkartelle verlagern die Produktion synthetischer Rauschgifte. Nach Angaben der BBC entdeckte die Anti-Drogen-Behörde National Drug Law Enforcement Agency (NDLEA) bei einerGroßrazzia im. . .

Von Luise Evers · · 3 min Lesezeit

Drogenlabore im afrikanischen Dschungel: Wie mexikanische Kartelle Europa ins Visier nehmen

Mexikanische Drogenkartelle verlagern die Produktion synthetischer Rauschgifte. Nach Angaben der BBC entdeckte die Anti-Drogen-Behörde National Drug Law Enforcement Agency (NDLEA) bei einerGroßrazzia im Bundesstaat Ogunein hochkomplexes Methamphetamin-Superlabor mitten im Dschungel. Wie die Behörde mitteilte, stellten die Ermittler dabei über zwei Tonnen der Droge im Schätzwert von rund 360 Millionen US-Dollar sicher – der bislang größte Fund synthetischerDrogenin der Geschichte des Landes. Neben nigerianischen Tatverdächtigen wurden auch drei Mexikaner festgenommen. Nur wenige Wochen nach dem Zugriff im Bundesstaat Ogun hoben Einsatzkräfte im benachbarten Bundesstaat Oyo eine weitere Anlage aus und nahmen erneut einen mexikanischen Drogenexperten fest. Erkenntnisse des US-Afrikakommandeurs (Africom) und der US-Drogenbehörde DEA belegen, dass die führenden lateinamerikanischen Syndikate – insbesondere das Sinaloa-Kartell und das Jalisco Cartel New Generation (CJNG) – gezielt Spezialisten („Kocher“) nach Afrika entsenden. Laut Africom-Angaben wurden seit 2023 kontinentweit mindestens 14 von mexikanischen Netzwerken betriebene Meth-Labore ausgehoben, unter anderem in Nigeria, Kenia, Mosambik und Südafrika. Da die Herstellung synthetischer Drogen im Gegensatz zu pflanzlichen Substanzen wie Kokain lediglich Chemikalien und Know-how erfordert, ist die Produktion geografisch flexibel. Verkürzte LieferwegeDie Verlegung der Produktionsstandorte nach Westafrika folgt nach Auswertung der Sicherheitsbehörden einem klaren logistischen Kalkül. Von den Häfen der Region führen direkte Seewege nachEuropaundAsien. Die Fertigung vor Ort verkürzt die Transportwege drastisch und umgeht die streng überwachten Schmuggelrouten über Nordamerika. Zudem bieten unwegsame Waldgebiete Schutz vor Entdeckung, während lückenhafte Importkontrollen für Industriechemikalien die Rohstoffbeschaffung erleichtern. Die Kartelle reagieren damit auch auf den verstärkten Ermittlungsdruck in Lateinamerika und bauen in Afrika ausfallsichere Auslandsstrukturen auf. US-Offensive setzt Kartelle weltweit unter DruckDass die Kartelle ihren Aktionsradius immer stärker auf Afrika ausweiten, ist nach Einschätzung von Sicherheitsanalysten und Ermittlern auch eine Folge des massiv gestiegenen Drucks und des Ankündigens von US-Angriffen im Kampf gegen die Kartelle. Unter der US-Regierung wurden die Maßnahmen gegen die lateinamerikanischen Kartelle noch einmal drastisch intensiviert, was zu Großrazzien, Festnahmen führender Kartellköpfe und einer beispiellosen Überwachung der traditionellen Schmuggelrouten über Mittel- und Nordamerika führte. Um dem Kontrolldruck zu entgehen und Ausfälle bei Festnahmen im Heimatmarkt zu kompensieren, suchen Sinaloa und CJNG gezielt nach Ausweichstandorten für eine redundante, globale Produktionsinfrastruktur. Sicherheitsrisiken und steigender KonsumNach Daten des Büros der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) stieg der Methamphetamin-Konsum in Europa zwischen 2014 und 2024 bereits um 47 Prozent – eine Nachfrage, die nun aus Westafrika bedient wird. Gleichzeitig wächst die Sorge vor einer Zunahme des lokalen Konsums: In Nigeria nutzten laut UNODC-Daten von 2018 bereits 14,4 Prozent der Erwachsenen illegale Drogen – mehr als das Doppelte des weltweiten Durchschnitts. Zudem warnte Africom-Kommandeur General Dagvin Anderson in einer Anhörung vor dem US-Kongress, dass die Kartelle zunehmend afrikanische Terrorgruppen finanzieren, um sich Schutz und Durchgangsrechte zu sichern. Lesen Sie mehr zum Thema

Quelle: berliner-zeitung.de

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