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Ex-Außenminister Fischer gibt düstere US-Prognose ab – und zeigt NATO-Alternative für Europa auf

tzPolitikStand:04. 07. 2026, 11:02 UhrKommentareUns auf Google folgenDie USA verlassen die NATO – davon ist Ex-Außenminister Fischer überzeugt. Sein Plan: ein europäischer Atomschirm aus britischen und. . .

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Ex-Außenminister Fischer gibt düstere US-Prognose ab – und zeigt NATO-Alternative für Europa auf

tzPolitikStand:04. 07. 2026, 11:02 UhrKommentareUns auf Google folgenDie USA verlassen die NATO – davon ist Ex-Außenminister Fischer überzeugt. Sein Plan: ein europäischer Atomschirm aus britischen und französischen Beständen. Berlin – Joschka Fischer (Grüne) hat in seiner politischen Karriere viele unbequeme Wahrheiten ausgesprochen. Als deutscher Außenminister verteidigte er denNATO-Einsatz im Kosovo, stritt mit US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld über den Irak-Krieg – und behielt in beiden Fällen die Nerven, wenn andere zögerten. Der Grünen-Politiker kennt das Verhältnis zwischen Europa und Washington von innen: Sieben Jahre lang, von 1998 bis 2005, saß er als Vizekanzler und Außenminister unter Gerhard Schröder (SPD) mit am Tisch, wenn transatlantische Spannungen die Allianz auf die Probe stellten. Doch was er heute beobachtet, übertrifft nach seiner Einschätzung alles, was er damals erlebt hat. Hat für die NATO eine düstere Prognose: Ex-Außenminister Joschka Fischer (Grüne). © Sebastian Gollnow/dpaDie NATO, so Fischer, steht nicht vor einer Krise – sie steht aktuell vor ihrer Auflösung – wegen US-PräsidentDonald Trump. „Die Amerikaner sind faktisch auf dem Weg nach draußen“, sagte er den Zeitungen derFunkeMediengruppe. Es ist ein Satz, den kein amtierender Regierungschef so offen aussprechen würde – doch Fischer hat bereits eine Antwort darauf, wieEuropa auch ohne Amerika seine Sicherheit notfalls garantieren soll. USA auf Rückzug: Joschka Fischer rechnet nicht mit Fortbestand der NATODie ernüchternde Bilanz von Ex-Außenminister Joschka Fischer fällt in eine politisch aufgeladene Woche. Ab kommenden Dienstag (7. Juli) treffen sich die NATO-Staaten zum Gipfel in Ankara – und das Treffen steht von Beginn an unter Druck. US-Präsident Donald Trump hat bereits im Vorfeld erneut gegen Verbündete ausgeteilt und deren NATO‑Beiträge kritisiert. Zudem schwelt der Streit über die ausgebliebene europäische Unterstützung bei der Sicherung der Straße von Hormus im Iran-Krieg – Trump bezeichnete die Verbündeten deswegen als „Feiglinge“. Viele Strategen wären bereits zufrieden, wenn der Gipfel ohne Eklat endet. Um genau das zu verhindern, setzte NATO-Generalsekretär Mark Rutte kürzlich auf öffentliche Schmeichelei. Ende Juni präsentierte der Niederländer im Weißen Haus Schautafeln, die belegen sollten, dass die Verbündeten seit Trumps erster Amtszeit rund 1,2 Billionen Dollar mehr für Verteidigung ausgegeben haben – und lobte Trump persönlich dafür: „Dieser Präsident hat die Dinge geregelt“, sagte Rutte laut derBerliner Morgenpost. Beim Gipfel in Den Haag 2025 nannte er Trump gar „Daddy“. Rutte scheint in dieser Hinsicht schmerzfrei zu sein – Diplomaten im Brüsseler Hauptquartier betonen bisher seinen Erfolg, Kritiker hingegen sagen, er mache die Europäer kleiner, als sie sind. Auch BundeskanzlerFriedrich Merz(CDU) umgarnte den US-Präsidenten immer wieder mit Geschenken. Fischer erkennt diese Strategie an – glaubt aber nicht, dass sie trägt. „Die europäischen Staats- und Regierungschefs und der NATO-Generalsekretär nähern sich Donald Trump auf breiter Schleimspur, um ihn bei der Stange zu halten“, sagte er denFunke-Zeitungen. Er kritisiere das nicht: „Sie müssen das machen, ich sehe keine Alternative. Aber ich glaube nicht, dass die NATO auf die Dauer so überleben wird. “Auf den noch bestehenden US-Atomschirm will Fischer deshalb nicht mehr vertrauen: „Darauf würde ich mich nicht mehr verlassen. “ Wenn die Amerikaner gingen, müsse Europa selbst handeln: „Dann müssen wir versuchen, aus den Beständen in Großbritannien und Frankreich und den nicht-nuklearen Teilen der europäischen NATO einen eigenen Schutzschirm zu bauen“, sagte Fischer derFunkeMediengruppe. Das Letztentscheidungsrecht läge dann beim französischen Präsidenten oder dem britischen Premier. „Die Finanzierungsfragen müssen verhandelt werden. “ Die Merz-Regierung hat dazu bereits erste Gespräche mit Paris aufgenommen. Europäischer Atomschutzschirm als Alternative zur NATO: Experten halten das für möglichDass ein solcher Umbau grundsätzlich möglich wäre, schließen Experten nicht aus. Johannes Binder vom Kiel Institut für die Weltwirtschaft sagte der NachrichtenagenturAFP: „Wir können das schon, es ist eine Frage des politischen Willens. “ NATO-Generalsekretär Rutte betonte im Juni, einige der bisherigen US-Beiträge seien bereits „vollständig besetzt, andere sind nahezu ausgefüllt“. Europäer übernehmen inzwischen alle regionalen Hauptquartiere im Bündnis. Hintergrund ist eine schrittweise amerikanische Abkehr, die sich in konkreten Maßnahmen niederschlägt. DasPentagon kündigte den Abzug von 5000 Soldaten aus Deutschland anund stoppte die geplante Stationierung von Langstrecken-Marschflugkörpern. Zudem stellten die USA dem Bündnis weniger strategische Bomber und Kampfjets zur Verfügung, auch ein Flugzeugträger soll dem NATO-Force-Model entzogen werden. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth ordnete eine erneute Überprüfung der gesamten US-Truppenpräsenz in Europa an – manche Länder würden „durchfallen“, andere „mit Bravour bestehen“, sagte er lautAFP. Für Furore sorgte kürzlich eine geleakte Liste aus den USA, auf der das Pentagon die europäischen Verbündeten in Gut und Böse eingeteilt hatte. Vor allem Spanien und Italien, aber auch Deutschland hatten durch ihre Kritik am Iran-Krieg den Unmut der Amerikaner zu spüren bekommen. Ausgaben zum Verteidigungsetat: Merz und Pistorius wiegeln vor NATO-Gipfel Streit mit Trump abGleichzeitig haben die europäischen NATO-Staaten ihre Verteidigungsausgaben zuletzt deutlich gesteigert. Laut NATO-Jahresbericht lag Deutschland 2025 auf Platz zwei im Bündnis, mit einem Anstieg von mehr als 20 Prozent auf 88,8 Milliarden Euro. Die europäischen Alliierten und Kanada steigerten ihre Ausgaben insgesamt um 19,6 Prozent auf 574 Milliarden US-Dollar. Bundeskanzler Friedrich Merz wiesTrumps Kritik, die deutschen Ausgaben seien „lächerlich“, deshalb scharf zurück: „Das ist die größte Kraftanstrengung, die wir jemals gemacht haben, um unsere Verteidigungsfähigkeit zu stärken. Insofern brauchen wir uns hier vor niemandem zu verstecken“, sagte Merz lautWeltnach einem Treffen mit den baltischen Staats- und Regierungschefs in Berlin. Und auch Boris Pistorius (SPD) versuchte, den Streit herunterzukochen. Man habe sich, so der deutsche Verteidigungsminister, mittlerweile an den „ruppigen Ton“ aus Washington gewöhnt. (Quellen: dpa, AFP, Funke Mediengruppe, Welt, Berliner Morgenpost) (jenko)

Quelle: tz.de

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