Geheimdienste der USA und Israels nicht auf einer Linie
Die amerikanischen und israelischen Geheimdienste sind unterschiedlicher Auffassung, was mögliche iranische Attentatspläne auf Donald Trump betrifft. Doch nicht nur darin herrscht Uneinigkeit.
Die amerikanischen und israelischen Geheimdienste sind unterschiedlicher Auffassung, was mögliche iranische Attentatspläne auf Donald Trump betrifft. Doch nicht nur darin herrscht Uneinigkeit. Reuters / Majid Asgaripour14. 08. 2026 um 11:50Die Presse auf Google als bevorzugte Nachrichtenquelle hinzufügen. Zwischen den Geheimdiensten der USA und Israels gibt es Insidern zufolge erhebliche Meinungsverschiedenheiten über angebliche iranische Anschlagspläne auf US-Präsident Donald Trump. Israel habe die USA im vergangenen Jahr mehrfach vor Attentaten gewarnt, sagten US-Insider. Der US-Auslandsgeheimdienst CIA und andere US-Dienste hätten diese Informationen jedoch nicht bestätigen können. In mehreren Fällen habe die CIA die israelischen Erkenntnisse über die von Iran ausgehende Gefahr als wenig verlässlich eingestuft. Die Warnungen umfassten mögliche Angriffe durch Scharfschützen oder Messerattacken bei Großveranstaltungen. Die detaillierteste Warnung gab es vor dem Nato-Gipfel im Juli im türkischen Ankara, wie die US-Insider - darunter eine Person aus dem Umfeld der US-Regierung - Reuters sagten. Israelische Regierungsvertreter hätten das Weiße Haus darüber informiert, dass Iran möglicherweise versuchen könnte, Trumps Präsidentenmaschine Air Force One mit einer schultergestützten Rakete abzuschießen. Auch der türkische Geheimdienst habe dafür aber keine Beweise gefunden und dies den USA mitgeteilt, so die Insider. Aus reiner Vorsicht hätten das Weiße Haus und der Secret Service dennoch reagiert und Trump für den Rückflug in ein anderes Flugzeug umsteigen lassen. Entsprechende Meldungen hatten für Aufsehen gesorgt, weil es sich um eine geheime Aktion gehandelt haben soll. Meldungen dazu hatte es erst in dieser Woche gegeben. Vorwurf Israel beeinflusse US-PolitikDer Sprecher des Secret Service, Anthony Guglielmi, lehnte eine Stellungnahme zu konkreten Geheimdienstinformationen ab. Die Behörde analysiere kontinuierlich eine Vielzahl von Informationen, um die Schutzmaßnahmen in Echtzeit anzupassen, erklärte er lediglich. Die Unstimmigkeiten spiegeln eine breitere Debatte über die Einschätzung der iranischen Bedrohung wider. So kamen die US-Geheimdienste Anfang des Jahres zu dem Schluss, dass die Regierung in Teheran nicht aktiv an einer Atomwaffe baue. Israel stufte Iran dagegen als akute Bedrohung ein. Trump ordnete im Februar ungeachtet der US-Erkenntnisse Militärschläge im Iran an. Dabei berücksichtigte er den Angaben zufolge auch die israelischen Warnungen vor den angeblichen Attentatsplänen. Ein Sprecher der israelischen Botschaft wies den Vorwurf zurück, sein Land nutze Geheimdienstinformationen, um die US-Politik zu beeinflussen. Wer behaupte, Israel versuche die US-Politik auf diese Weise zu steuern, würde dem Land ebenso vorwerfen, kritische Informationen zurückzuhalten, wenn es der eigenen Agenda diene, sagte der Sprecher. Interne Probleme bei US-DienstenErschwert wird die Situation durch interne Probleme bei den US-Diensten. Normalerweise fließen israelische Informationen über offizielle Kanäle an die CIA oder den Abhördienst NSA, wo sie analysiert werden. Im vergangenen Jahr riefen hochrangige israelische Vertreter jedoch mehrfach direkt im Weißen Haus an, um Trumps Berater über iranische Bedrohungen zu informieren. Dies geschieht vor dem Hintergrund eines verschlechterten Informationsaustauschs innerhalb der US-Regierung. So hat die CIA die Erstellung gemeinsamer Analysen mit dem National Intelligence Council (NIC) – dem Elite-Analyse-Gremium der US-Dienste – eingestellt. Beobachter hatten zudem auf die Einschätzung verwiesen, dass sich ein direkter Zugang zu Trump mit Blick auf dessen dann folgende unmittelbare Entscheidungen oft auszahle. Das Weiße Haus, die CIA und die NSA lehnten Stellungnahmen zu den Angaben der Insider ab. (Reuters)