Giorgia Meloni: Trumps neue Feindin in Europa
Giorgia Meloni ist vom engen Trump-Bündnis in Europa zur öffentlich attackierten Zielscheibe des US-Präsidenten geworden. Trump wirft Meloni mangelnde Unterstützung im Iran-Konflikt, verweigerte. . .

Giorgia Meloni ist vom engen Trump-Bündnis in Europa zur öffentlich attackierten Zielscheibe des US-Präsidenten geworden. Trump wirft Meloni mangelnde Unterstützung im Iran-Konflikt, verweigerte Militärlogistik und opportunistische Annäherung aus innenpolitischen Gründen vor. Der Streit belastet die Beziehungen zwischen Washington und Rom und steht zugleich für breitere Spannungen zwischen den USA und europäischen Verbündeten im Nahost-Konflikt. Noch vor wenigen Monaten galtGiorgia Melonials Trumps engsteVerbündetein Europa. Sie war die einzige europäische Regierungschefin, die zu seiner Amtseinführung eingeladen wurde, wurde in konservativen Kreisen als "Trump-Flüsterin" gehandelt und schien fürWashingtondie ideale Ansprechpartnerin auf dem Kontinent zu sein. Nun aber stößt US-PräsidentDonald Trumpdie italienische Ministerpräsidentin öffentlich vom Podest. Als Bittstellerin verspottetSo verspottet er sie allen Ernstes als Bittstellerin, weil sie ihm beim G7-Treffen um ein Selfie gebeten hat, unterstellt ihr innenpolitische Motive und macht sie für die Abkühlung der Beziehungen verantwortlich. Der Fall Meloni zeigt einmal mehr, wie schnell selbst vermeintliche Lieblingsverbündete des US-Präsidenten in Ungnade fallen können. Am Samstag dann der nächste Untergriff: Auf seiner PlattformTruth Socialerklärte Trump, Meloni wolle nach dem militärischen Sieg der USA über den Iran wieder die Nähe zu Washington suchen, um ihre sinkenden Umfragewerte zu verbessern. "Nein, danke", schrieb der Präsident. Trump warf der italienischen Regierung außerdem vor, den USA während desKonflikts mit dem Irandie Nutzung italienischer Start- und Landebahnenverweigertzu haben. Dies habe erheblichelogistische Problemeverursacht, obwohl die USA einen großen Beitrag zur Verteidigung Italiens und anderer NATO-Verbündeter leisteten. Italiens Außenminister sagt aus Protest US-Besuch abDie herablassenden Bemerkungen Trumps über Meloni hatten in Italien zuletzt für Empörung gesorgt. Trump sagte in einem am Freitag veröffentlichten Telefoninterview mit dem italienischen Fernsehsender La7, Meloni habe ihn beim G7-Gipfel im französischen Évian um ein gemeinsames Foto "angefleht". Die italienische Regierungschefin bezeichnete dies als "frei erfunden". Der italienische Außenminister Antonio Tajani sagte aus Protest einen geplanten Besuch in den USA ab. Von der Brückenbauerin zur Persona non grataDass ausgerechnet Meloni nun zur Zielscheibe von Trumps Attacken wird, ist bemerkenswert. Kaum eine europäische Politikerin hatte sich in den vergangenen Jahren so erfolgreich als Brückenbauerin zum republikanischen Lager in den USA positioniert. Doch die jüngsten Angriffe verdeutlichen, dass politische Nähe zu Trump oft an Bedingungen geknüpft ist. Wer seinen Kurs nicht vorbehaltlos unterstützt oder nationale Interessen über die Erwartungen Washingtons stellt, riskiert rasch den Verlust seines Wohlwollens. Der Streit zwischen Trump und Meloni ist damit mehr als eine persönliche Fehde. Er offenbart die wachsenden Spannungen zwischen den USA und europäischen Verbündeten im Nahost-Konflikt. Zugleich zeigt er, wie schnell politische Loyalitäten im Trump-Kosmos wechseln können. Aus der bevorzugten Partnerin Europas ist innerhalb weniger Monate eine Politikerin geworden, die sich öffentlich gegen Vorwürfe und Demütigungen aus dem Weißen Haus zur Wehr setzen muss. Agenturen, bqu | 20. 06. 2026, 16:15