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Haben die USA ihre Abschreckungskraft verspielt?

In seiner zweiten Amtszeit versucht US-Präsident Donald Trump auf dem internationalen Parkett noch aktiver und dominanter zu sein. So hat er bereits vor seiner Wahl behauptet, er würde einen Friedensvertrag. . .

Von Albert Stahel · · 2 min Lesezeit

Haben die USA ihre Abschreckungskraft verspielt?

In seiner zweiten Amtszeit versucht US-Präsident Donald Trump auf dem internationalen Parkett noch aktiver und dominanter zu sein. So hat er bereits vor seiner Wahl behauptet, er würde einen Friedensvertrag zwischen Russland und der Ukraine schnell erzwingen können. Zuerst versuchte Trump, durch politischen Druck die Ukraine zum Nachgeben gegenüber Russland zu erpressen. Nachdem er mit dieser Erpressung scheiterte, setzte er die beiden Staaten durch Diplomatie unter Druck. Heute ist er gescheitert. Der zweite Akt war und ist der Krieg von Israel gegen die Hamas und gegen die Bevölkerung des Gaza-Streifens. Iranisches Schnellboot in Bandar Abbas, Iran (A. S. )Zuerst versuchte der Präsident durch Worte Israel zu einem Waffenstillstand und die Hamas zur Aufgabe ihres Waffenarsenals zu bewegen. Als Lockvogel lancierte er das fantasievolle Projekt einer riesigen Bautätigkeit im Gaza-Streifen, das im Endergebnis das armselige Land in ein Resort für Milliardäre umgewandelt hätte. Nachdem er damit gescheitert ist, ist Trump mit der Behauptung aufgetreten, sein „Friedensrat“ hätte einen echten Waffenstillstand zwischen Israel und der Hamas abschliessen können. Kernidee: Aufgabe der Waffen durch die Hamas und Rückzug Israels aus dem Gaza-Streifen. Beides ist nicht geschehen. Die Hamas verlangt vor einer Waffenaufgabe zuerst den Rückzug Israels aus dem Gaza-Streifen. Israel seinerzeit bombardiert weiterhin das Gebiet und besetzt immer mehr davon. Getrieben durch seinen Freund, den israelischen Premier Benjamin Netanjahu, hat Trump einen Krieg gegen die Islamische Republik Iran ohne Not ausgelöst. Durch Bombardierungen sollte in Teheran ein Regime-Wechsel erzwungen und die Iraner zur Übergabe ihres angereicherten Urans gezwungen werden. Beide Ziele haben Trump und Netanjahu auch nach intensiven Bombardierungen nicht erreichen können. Als Gegenmassnahme haben die Iraner die Strasse von Hormoz blockiert und die Stützpunkte der USA in den Golfstaaten mit Raketen und Drohnen bombardiert. Offensichtlich fehlte Trump vor der Auslösung seines Krieges eine durchdachte Strategie mit erreichbaren Zielen. Allein durch Bombardierungen kann die Kapitulation eines Staates selten erzwungen werden. Wie die Geschichte vieler Kriege der Neuzeit aufgezeigt hat, war eine Kapitulation immer das Ergebnis der Besetzung des Gegners durch Bodentruppen. Am Ende wird die Öffnung der Strasse von Hormoz das Ergebnis der Vereinbarung zwischen dem Sultanat Oman und dem Iran sein. Trump wird lediglich die Rolle eines Beobachters einnehmen können. Der US-Präsident wird zur Kaschierung seines Scheiterns gegenüber seinen Anhängern den scheinbaren Sieg verkünden. Mit seinen politischen und militärischen Abenteuern hat Trump die Abschreckungsfähigkeit der Militärmacht USA unterminiert.

Quelle: insideparadeplatz.ch

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