Handel zwischen Bremen und USA leicht gesunken
Der Deal wurde diese Woche mit einem Zollsatz von 15 Prozent bindend festgesetzt. Auch für Bremer Unternehmen schafft dieses Abkommen endlich Planbarkeit, nachdem der Handel mit den USA leicht gesunken ist.

Abkommen bietet PlanbarkeitHandel zwischen Bremen und USA leicht gesunkenDer Deal wurde diese Woche mit einem Zollsatz von 15 Prozent bindend festgesetzt. Auch für Bremer Unternehmen schafft dieses Abkommen endlich Planbarkeit, nachdem der Handel mit den USA leicht gesunken ist. 22. 06. 2026, 10:53 UhrZur MerklisteUrsula von der Leyen und Donald Trump einigten sich bereits im vergangenen Jahr auf ein Handelsabkommen zwischen der EU und den USA - dieses wurde nun rechtlich umgesetzt. Jacquelyn Martin/dpaDie Geschäftsbeziehungen zwischen Bremer Unternehmen und amerikanischen Partnern sind in jüngster Zeit von Unsicherheiten geprägt. Das Handelsvolumen ist 2025 im Vergleich zum Vorjahr um rund 14,8 Prozent gesunken. Viele der über 400 Bremer Unternehmen beklagten fehlende Planungssicherheit aufgrund wiederkehrender Zollkonflikte. Doch diese Sicherheit scheint seit letzter Woche gegeben zu sein – zumindest auf dem Papier. Bereits im vergangenen Jahr hatten sich Ursula von der Leyen und Donald Trump auf einem Golfplatz in schottischen Turnberry mit einem Handschlag auf einen Zollsatz von 15 Prozent auf europäische Importgüter geeinigt. Am 16. Juni verabschiedete nun das Europäische Parlament in Brüssel die zur Umsetzung erforderlichen Rechtsakte. Viele US-Industriegüter sowie ausgewählte Agrar- und Fischereiprodukte erhalten dabei künftig einen erleichterten oder zollfreien Zugang zum EU-Markt. Der sogenannte "Turnberry-Deal" ist aktuell bis 2029 geplant, sofern sich dieUSAan die vereinbarten Regeln hält. Branchen unterschiedlich belastetBremen und die USA prägt eine gemeinsame Wirtschaftsgeschichte, die Hunderte Jahre zurückreicht. Heute findet rund 10 Prozent des gesamten bremischen Außenhandels mit den USA statt. "Die starke Verbindung zu den Vereinigten Staaten merken wir in unserer täglichen Arbeit", sagt Torsten Grünewald, stellvertretender Leiter des Geschäftsbereichs International der Industrie- und Handelskammer (IHK) Bremen. "Bremen kann aufgrund seiner historischen Verbindungen, aber auch wegen seiner wirtschaftlichen Beziehungen zu den USA als ein klassischer Amerikastandort bezeichnet werden", so Grünewald. Der Automobilsektor dominiert. Doch auch Produkte der elektronischen Datenverarbeitung und Messtechnik, Nahrungs- und Futtermittel sowie Stahl- und Metallerzeugnisse zählen zu den wichtigsten Exportgütern der Hansestadt in die USA. Die Unsicherheiten der letzten Jahre spiegeln sich auch in den aktuellen Zahlen wider. Die aktuelle Exportsumme von Bremer Gütern in die USA ist von 5,4 Milliarden im Jahr 2024 auf 4,6 Milliarden Euro gesunken. Doch die gesunkenen Exportzahlen lassen sich laut Grünewald nicht allein auf Trumps Zollpolitik zurückführen. "Im Zuge der Corona-Pandemie, anfälliger Lieferketten und schwer kalkulierbarer Zollankündigungen hatten viele Unternehmen ihre Lagerbestände ausgeweitet. Da diese nun teilweise wieder abgebaut werden, schlägt sich dies zusätzlich in den bremischen Handelsstatistiken nieder. Insgesamt ist der Rückgang daher das Ergebnis eines Zusammenspiels verschiedener wirtschaftlicher Faktoren", erklärt Grünewald. Laut IHK Bremen haben viele der Bremer Unternehmen ihre Handelsbeziehungen zu den USA trotz der Unsicherheiten nicht aufgegeben und weiter gepflegt. Stabile und enge Kundenstrukturen spielen eine Rolle für den Weiterbestand der Handelsbeziehungen, aber auch der Export von Nischenprodukten ist im Vorteil. Höhere Preise wurden von den amerikanischen Kunden akzeptiert und auch gezahlt. Gleichzeitig belasten die angespannten Handelsbeziehungen viele Branchen unterschiedlich, besonders der Automobilsektor schwächelt. Autoteile wie beispielsweise ein Schaltgetriebe haben lange Lieferketten, bewegen sich während der Produktion über viele Ländergrenzen, was sich im Preis zeigt. "Bremer Unternehmen, die die Chance hatten, auf ihre Lieferketten Einfluss zu nehmen, haben dies auch versucht. Dazu zählen beispielsweise Produktanpassungen, eine stärkere Nutzung von lokalen Lieferanten oder angepasste Vertragsklauseln, nach denen zollbedingte Mehrkosten vom amerikanischen Kunden zu tragen sind", sagt Grünewald. Dass die USA einige Produkte nun zollfrei in die EU einführen darf, könne jedoch Auswirkungen auf den heimischen Markt haben und den Unternehmen neue Sorgen bereiten, so der stellvertretende Abteilungsleiter. Umso wichtiger sind laut IHK verlässliche Rahmenbedingungen und ein Abkommen, an welches sich alle Beteiligten halten. Zur StartseiteMehr zum Thema