Hitze in Europa: Rumänien fährt letzten Atomreaktor herunter
Alena KammerKosten für Anpassung an Klimawandel liegen laut Städtebund bei 800 Milliarden EuroTrockenheit, Waldbrände und Wassermangel: Der Klimawandel ist auch in Deutschland stärker zu spüren. Damit Städte. . .
Alena KammerKosten für Anpassung an Klimawandel liegen laut Städtebund bei 800 Milliarden EuroTrockenheit, Waldbrände und Wassermangel: Der Klimawandel ist auch in Deutschland stärker zu spüren. Damit Städte und Gemeinden lebenswert bleiben, müssen sie sich an die Folgen des Klimawandels anpassen. Der Präsident des Städte- und Gemeindebundes, Ralph Spiegler,rechnet dafür mit Kosten von rund 800 Milliarden Euro. Das Geld werde in den nächsten 20 Jahren benötigt, sagte Spiegler dem RBB. Nötig seien unter anderem größere Wasserspeicher, Verbundsysteme und Investitionen in die Struktur. Priorität müsse die Sicherung des Trinkwassers haben, sagte er. Spiegler unterstützt deshalb den Vorschlag von Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD). Dieserhatte gefordert, dass Bund, Länder und Kommunen gemeinsam für die Anpassung an steigende Temperaturen verantwortlich sein sollen. Der Bund solle dabei mehr Aufgaben übernehmen. Die neue Zuständigkeit solle außerdem im Grundgesetz festgeschrieben werden. Pia PackmohrAgrarverband erwartet geringere GetreideernteNach Brancheneinschätzung führt die lange Trockenheit in weiten Teilen Deutschlands zu einer geringeren Getreideernte. Der Deutsche Raiffeisenverband erwarte nach einer Schätzung eine Getreideernte von 40,6 Millionen Tonnen. Im Jahr 2025 waren es 45 Millionen Tonnen Getreide. Der Deutsche Raiffeisenverband vertritt 1. 600 Genossenschaftsunternehmen im Agrarhandel und der Verarbeitung. Seit Beginn der Dürreperiode Mitte Junisind nach Angaben des Verbandsdurch die Trockenheit rund drei Millionen Tonnen Getreide und Raps verloren gegangen. Unterm Strich sei es eine noch ausreichende, unterdurchschnittliche Ernte,sagte Experte Guido Seedler. Nur diegünstige Witterung im Frühjahr habe größere Schäden verhindert. Thordis SchreiberBundesregierung: Niedrigwasser wird zum KonjunkturrisikoDer Bundesregierung zufolge wird diedeutsche Konjunkturdurch besonders niedrige Wasserstände auf vielen Flüssen ausgebremst. Für das laufende dritte Quartal ließen Frühindikatoren zwar eine positive Einschätzung für die weitere Entwicklung zu, hieß es im Monatsbericht des Wirtschaftsministeriums. »Das Risiko für temporäre, regionale Materialengpässe vor allem in derMineralöl-, Chemie-, Bau- und Stahlindustrie« sei aber gestiegen. Obwohl viele Unternehmen in den vergangenen Jahren ihre Transportlogistik umgestellt hätten, sei vereinzelt eindeutlicher Anstieg der Transportkostensichtbar, hieß es weiter. Alena KammerWas die Hitze mit der Psyche machtMit steigenden Temperaturen scheint auch die Gereiztheit vieler Menschen zuzunehmen: Autofahrer greifen häufiger zur Hupe, Fußballspieler begehen mehr Fouls und auch die Zahl bestimmter Straftaten steigt. Hohe Temperaturen wirken sich nicht nur auf den Körper, sondern auch auf das Verhalten aus. Mehr dazu lesen Sie hier:Thordis SchreiberLetzter Atomreaktor in Rumänien wird abgeschaltetRumänien hat wegen des extremenNiedrigwassers der Donaumit der Abschaltung seines letzten noch laufenden Atomreaktors begonnen. Das teilte der staatliche Betreiber Nuclearelectrica mit. DerProzess zur Trennung des Reaktorsam Standort Cernavodă wurde demnach eingeleitet, nachdem bereits Ende Juli der erste der beiden Blöcke am Standort vom Netz genommen worden war. Für den gesamten August wurde derEnergienotstand ausgerufenund ein 330-Megawatt-Braunkohlekraftwerk wieder in Betrieb genommen. Pia PackmohrSchneider fordert mehr Handlungsspielraum beim Hitzeschutz2026 hat laut dem Robert Koch-Institut einen Höchstwert bei hitzebedingten Sterbefällen verzeichnet. Der wöchentliche RKI-Bericht verzeichnet12. 500 Sterbefälle im Zusammenhang mit Hitze im Zeitraum vom 6. April bis 2. August. Zum Vergleich: die bislang höchste Zahl an Hitzetoten wurde 2018 registriert. Nach RKI-Angaben starben in diesem Jahr 9. 400 Menschen hitzebedingt. Bundesumweltminister Carsten Schneider forderte im ARD-MorgenmagazineineGrundgesetzänderung für mehr Handlungsspielraum des Bundes beim Hitzeschutz. Bei Maßnahmen gegen Hitze in Städten stoße er aktuell an rechtliche Grenzen. Mehr dazu lesen Sie hier:Isabelle DanielEuropaweiter Kampf gegen Hitze und DürreNicht nur in Deutschland, auch in anderen europäischen Ländern wird eine erneute Hitzewelle erwartet. Im Südwesten Deutschlands könnten die Temperaturenlaut dem Deutschen Wetterdienst auf bis zu 37 Grad ansteigen. In Spanien wird es voraussichtlich noch heißer: Dort könnte es erneut mehr als 40 Grad heiß werden. Europaweit zeigen die Hitzewellen der vergangenen Wochen ökologische und ökonomische Folgen. Wegen desNiedrigwassers auf der Donauhaben Ungarn und Rumänien den Betrieb ihrer Atomkraftwerke gedrosselt. Durch die Trockenheit steigt vielerorts zudem dasWaldbrandrisiko. Die Auswirkungen der Hitze haben eine erneute Debatte über Klimaschutz und Anpassungsmaßnahmen ausgelöst. In diesem Blog halten wir Sie über alle Entwicklungen dazu auf dem Laufenden. TickarooLive Blog Software