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Hitzewelle in Europa: Stromausfälle, Schulschließungen, 40 Tote

Die frühe Hitzewelle in Europa richtet weiter große Schäden an. Die Temperaturen klettern auf neue Höchstwerte, rote Warnstufen breiten sich über den Kontinent aus. Gestern erlebte Frankreich den heißesten Tag. . .

Von Angela Symons · · 5 min Lesezeit

Hitzewelle in Europa: Stromausfälle, Schulschließungen, 40 Tote

Die frühe Hitzewelle in Europa richtet weiter große Schäden an. Die Temperaturen klettern auf neue Höchstwerte, rote Warnstufen breiten sich über den Kontinent aus. Gestern erlebte Frankreich den heißesten Tag seiner Geschichte. Es kam zu Stromausfällen und tragischen Todesfällen. Im Vereinigten Königreich bleiben Hunderte Schulen geschlossen, weil die Behörden fürchten, Kinder in überhitzten Gebäuden nicht ausreichend schützen zu können. Italien hat für 16 Städte extreme Hitze-Warnungen verhängt. In Spanien gibt es dagegen etwas Entspannung: Dort lässt die Hitzewelle langsam nach. Klimakrise treibt Extremwetter in Europa voranDie aktuelle Extremwetterlage geht auf eineHitzeglockezurück, die heiße Luft über großen Teilen Europas festhält. Europa ist laut demam schnellsten wärmer werdenden Kontinent der Welt. Seit den 1980er-Jahren steigen die Temperaturen dort doppelt so stark wie im globalen Durchschnitt, meldet der Copernicus-Klimawandeldienst der EU. Wissenschaftler warnen, dass die menschengemachte Klimakrise Hitze und Trockenheit häufiger und intensiver werden lässt, besonders inSüdosteuropa(Quelle auf Englisch). Die Region wird dadurch anfälliger für gesundheitliche Folgen und Waldbrände. In den vergangenen vier Jahren sind in Europa mehr als 200. 000 Menschen an Folgen extremer Hitze gestorben. Die meisten dieser Todesfälle wären vermeidbar gewesen, erklärte das Europa-Büro der Weltgesundheitsorganisation im Juni. Projektionen der UN-Klimabehörde gehen davon aus, dass die nächsten fünf Jahreweitere Hitzerekorde brechen(Quelle auf Englisch)werden. Frankreich verzeichnet heißesten Tag seit Beginn der MessungenFrankreich hat am Dienstag (23. Juni) seinen bislang heißesten Tag erlebt. Der nationale Wärmeindex, ein Mittelwert aus Messungen an 30 Wetterstationen, lag bei 29,8 Grad. In manchen Orten stiegen die Tageshöchstwerte deutlich über 40 Grad. Frühere Rekordtage wurden während der Hitzewellen im August 2003 und im Juli 2019 registriert. Die Hitzewelle 2003, die nach Schätzungen rund 15. 000Todesopferforderte, erreichte eine Durchschnittstemperatur von 29,4 Grad. Die beispiellosen Temperaturen sollen mindestens bis zum Wochenende anhalten. Der Wetterdienst Météo-France warnt bereits, es seien „weitere Rekordwerte zu erwarten“. Im nordwestfranzösischen Département Finistère sind mehr als 68. 000 Haushalteohne Strom. Ursache war ein hitzebedingter Zwischenfall an einem Transformator am Dienstagabend. In Paris haben Eiffelturm und Louvre ihre Öffnungszeiten wegen der unerbittlichen Hitze verkürzt. Für Mittwoch sind dort Temperaturen von 40 Grad vorhergesagt. Frankreich hat in der vergangenen Woche 40Todesfälledurch Ertrinken registriert. Viele Menschen suchten in Flüssen und anderen Gewässern Abkühlung, obwohl die Behörden vor unbeaufsichtigtem Baden gewarnt haben. Die meisten Opfer waren junge Menschen, sagte Premierminister Sébastien Lecornu. Immer mehr Regionen erreichen am Mittwoch erneut die höchste Warnstufe, da sich die Hitze über mehr als die Hälfte des Landes ausbreitet – einschließlich der nördlichsten Spitze Frankreichs, meldet Météo-France. Gegen Ende der Woche soll die extreme Hitze kurz nachlassen. Umweltministerin Monique Barbut warnt jedoch, dass die Hitzewelle bereits nächste Woche zurückkehren und bis zum 14. Juli anhalten könnte. Großbritannien: Schulen schließen wegen HitzeIm Vereinigten Königreich bleiben heute (24. Juni) HunderteSchulen geschlossen, nachdem eine seltene rote Wetterwarnung in Kraft getreten ist. Das Land stellt sich auf neue Temperaturrekorde ein. Die Hitzewarnung des Wetterdienstes Met Office gilt bis Donnerstag. In Südengland werden Höchstwerte von 37 Grad erwartet, in Südost-Wales bis zu 35 Grad. London könnte auf 39 Grad kommen; zugleich strömen mehr als 75. 000 Menschen zurLondon Climate Action Week– der größten Klimawoche der Welt – in die Hauptstadt. Mehrere britischeBahnunternehmen, darunter der Expresszug zum Flughafen London Gatwick, haben am Dienstag Fahrten gestrichen oder reduziert, um hitzebedingte Probleme zu vermeiden. Die Betreiber rieten Reisenden, am Mittwoch und Donnerstag nur „absolut notwendige“ Fahrten anzutreten. Ab Freitag soll sich die Lage nach Angaben des Met Office entspannen. Italien: 16 Städte auf Hitze-Alarmstufe RotItalien hat heute (24. Juni) 16 Städte wegen derHitzewellenauf Alarmstufe Rot gesetzt, darunter Mailand, Rom, Turin, Venedig und Bologna. Die Behörden raten dazu, leichte Speisen zu essen und während der heißesten Stunden des Tages in geschlossenen Räumen zu bleiben. Ein sprunghafter Anstieg beim Einsatz von Klimaanlagen hat in Mailand und Turin Stromausfälle ausgelöst. Krankenhäuser in Parma melden deutlich mehr Besuche in der Notaufnahme. Der römische Busbetreiber ATAC berichtet, dass die extreme Hitze seine Elektroflotte stark beansprucht. Der erhöhte Strombedarf für Klimaanlagen zwingt viele Fahrzeuge dazu, früher als geplant in die Depots zurückzukehren, um nachzuladen. Spanien: Hitzewelle lässt langsam nachIn Spanien lässt dieextreme Hitzeinzwischen nach. Der nationale Wetterdienst Aemet erwartet, dass die Temperaturen bis Mittwochnachmittag in weiten Teilen des Landes sinken. Teile des Baskenlands im Norden Spaniens bleiben vorerst auf Alarmstufe Rot. Diese Warnung soll jedoch bis Donnerstag enden, dann sollen keine Gebiete mehr als rot oder orange eingestuft sein. Für viele Menschen ist das eine Erleichterung: Am Dienstag wurden in südlichen Teilen Andalusiens bis zu 44 Grad gemessen, in den sonst gemäßigten Regionen Kantabrien und Baskenland 40 Grad. Von den seit 1975 erfassten Juni-Hitzewellen – Aemet zählt ein Dutzend – trat die Hälfte seit 2015 auf, erklärt Meteorologe Rubén del Campo. Er warnt, dassSpaniens Hitzewellenhäufiger und länger werden und zunehmend außerhalb des üblichen Zeitfensters von Juli und August auftreten. Auch im Westen Polens gelten inzwischen Hitzewarnungen der höchsten Stufe, dort werden neue Rekordtemperaturen erwartet. Ungarn wird seine Hitzealarmstufe zwischen Samstag und Dienstag auf das höchste Niveau anheben. Weitere Hitzewarnungen gelten in Kroatien, Deutschland, Luxemburg, den Niederlanden und der Schweiz.

Quelle: de.euronews.com

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