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Hitzewellen in Europa: Alle wollen Chinas Klimaanlagen

China ist der weltweit größte Produzent von Klimaanlagen und deckt einen Großteil der globalen Nachfrage ab. Mit den jüngsten Hitzewellen ist auch der Absatz in Europa deutlich gestiegen. Von Benjamin Eyssel.

Von Benjamin Eyssel · · 3 min Lesezeit

Hitzewellen in Europa: Alle wollen Chinas Klimaanlagen

Hitzewellen in EuropaChinesische Klimaanlagen werden zum ExportschlagerStand: 15. 07. 2026 • 09:28 UhrChina ist der weltweit größte Produzent von Klimaanlagen und deckt einen Großteil der globalen Nachfrage ab. Mit den jüngsten Hitzewellen ist auch der Absatz in Europa deutlich gestiegen. China hat eine Lösung parat für Europas Hitzewellen: Klimaanlagen aus heimischer Produktion. Im Staatsfernsehen wird gezeigt, wie in einer Fabrik im südchinesischen Landesteil Guangdong Klimaanlagen-Module zusammengebaut werden - am laufenden Band. Die Arbeiter würden Extraschichten einlegen, heißt es. "Europa macht 70 Prozent unserer Auslandsbestellungen aus", sagt Shi Chunbo, Finanzvorstand des Klimaanlagen-Herstellers POSI im chinesischen Staatsfernsehen. "Unsere Produkte werden vorwiegend in Länder wie Frankreich, Deutschland und Spanien verkauft. Im Mai hat die Zahl unserer Bestellungen mehr als 900. 000 Einheiten erreicht. " Das seien 20 Prozent mehr als im Mai letzten Jahres. Diskussion über die Notwendigkeit von KlimaanlagenWährend der Hitzewellen in Europa sind gerade die Bestellungen für mobile Klimaanlagen hochgegangen - also solche, die nicht fest installiert werden. Gleichzeitig wird in Europa über die Notwendigkeit diskutiert: Sind Klimaanlagen notwendig für ein paar heiße Tage im Jahr?Einige Studien legen nahe, dass Klimaanlagen durch ihre Abwärme ihre Umgebung zusätzlich aufwärmen - besonders in Städten ein Problem. Es gibt Debatten über fest installierte Klimaanlagen an Außenfassaden. Und dann ist da noch der Stromverbrauch, der - je nach Gerät - hoch sein kann. Selbstbewusste PropagandaIn China, wo schätzungsweise 80 Prozent aller Haushalte eine Klimaanlage installiert haben und Strom extrem billig ist, können viele diese Debatten nicht nachvollziehen. Chinas Staatsmedien nutzen die gestiegene Nachfrage nach chinesischen Klimaanlagen außerdem, um europäischen Politikern beim Streitthema Überkapazitäten zu widersprechen. Wie zum Beispiel eine Staats-Influencerin im Online-Kanal von China Daily, einem englischsprachigen Propaganda-Medium der Kommunistischen Partei: Chinas Klimaanlagen seien keine Bedrohung, sondern würden bei Hitzewellen Leben retten. Wettbewerbsverzerrungdurch SubventionenEuropäische Politiker werfen Chinas Führung seit Jahren vor, viel zu viel zu produzieren - angetrieben von übermäßigen Subventionen. Die Märkte würden mit chinesischen Billigprodukten überflutet. Europäische Hersteller leiden darunter, ihre Absätze gehen zurück. Dabei geht es nicht nur um Klimaanlagen, sondern um eine ganze Reihe von Branchen. Chinas Handelsüberschuss gegenüber der EU liegt mittlerweile bei einer Milliarde Euro am Tag. Chinas Führung weist die Vorwürfe stets zurück. Waren, die verfügbar, qualitativ hochwertig und dazu günstig seien, würden von den Kunden natürlich bevorzugt, so die Sprecherin des Außenministeriums Mao Ning letzte Woche in Peking, als sie zu den Klimaanlagen gefragt wurde. Es handle sich um "marktgesteuerte Entscheidungen". Chinesische Firmen haben viele Vorteile"Ich finde es schwierig, wenn impliziert werden soll, dass chinesische Unternehmen einfach deswegen so erfolgreich sind, weil sie so wettbewerbsfähig sind", entgegnet darauf Andreas Mischer vom China-Thinktank MERICS in Berlin. Auch wenn viele chinesische Unternehmen auch so einfach gut seien und gute Produkte anbieten, hätten sie nun mal erwiesenermaßen noch weitere Vorteile. "Zum Beispiel, dass sie direkte staatliche Subventionen der Regierung erhalten. Oder günstige Kredite von staatlichen Banken, wo Unternehmen in Europa sicherlich keinen Zugriff haben. Dazu kommt die künstlich niedrig gehaltene chinesische Währung. " Diese macht chinesische Produkte im Ausland günstiger. Deswegen halte er es für angemessen, so der Analyst, dass man in Europa darauf hinweist und mögliche Gegenmaßnahmen prüft.

Quelle: editions-lgr.fr

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