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In den USA steigt die Zahl der Masernfälle rasant an

Die Masern galten seit 2000 als „eliminiert“. Diese Einschätzung wankt nun. Die dazu anstehende Prüfung durch Gesundheitsexperten wurde auf einen Termin verschoben, der nach den Midterm-Wahlen liegt.

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In den USA steigt die Zahl der Masernfälle rasant an

Diesen Dienstag sprang der Zähler auf 2295. So viele Fälle von Maserninfektionen zählte die Johns Hopkins University von Jahresbeginn bis 21. Juli in den USA. Damit sind es bereits nach sechseinhalb Monaten mehr als im gesamten vergangenen Jahr – der höchste Wert seit 35 Jahren. Die Ausbrüche sind bereits zum Politikum geworden. Im Jahr 1991 endete die letzte große Masernepidemie in den USA: Mehr als 55. 000 Menschen infizierten sich in nur drei Jahren, davon mussten mehr als 11. 000 ins Krankenhaus. 123 Menschen starben. Der Grund für den Anstieg der Infektionen ist ähnlich wie heute: Nicht alle Eltern lassen ihre Kleinkinder impfen. Damit steigt auch das Risiko für alle, die sich noch nicht impfen lassen können. Das sind in erster Linie unter einem Jahr alte Babys. Sie sind meist auf eine Durchimpfung der gesamten Gesellschaft angewiesen, durch die Ausbrüche verhindert werden. Bei Masern soll diese bei 95 Prozent der Bevölkerung liegen. Bei US-Kindergartenkindern ist der Wert zuletzt auf unter 93 Prozent gesunken. In manchen Bundesstaaten und in manchen religiösen wie ideologischen Gemeinschaften liegt er noch darunter. Kennedy Jr. empfahl ImpfungDerzeit kämpft Utah mit einer Masernwelle. Davor kam es in South Carolina, Florida, Texas und Arizona zu größeren Ausbrüchen. Mehr als zwei Drittel der Infektionen im Jahr 2025 betrafen Kleinkinder unter fünf Jahren oder Kinder zwischen fünf und 19 Jahren. Ein Zehntel aller Fälle musste im Krankenhaus behandelt werden. Drei Menschen sind gestorben. 93 Prozent aller Erkrankten in den Jahren 2025 und 2026 waren nicht geimpft. Die Debatte darüber, wer schuld an der Rückkehr der Masern ist, hat längst die politische Arena erreicht. Das liegt vor allem an einer Personalie in der Regierung von Donald Trump: Robert F. Kennedy Jr. , der Gesundheitsminister. Er gilt als skeptisch gegenüber Impfungen. Im Fall der Masern hatte er sich bei einer Anhörung vor dem Kongress aber dafür ausgesprochen, die Impfung allen US-Familien zu empfehlen. Gleichzeitig entließ Kennedy im vergangenen Jahr alle 17 Mitglieder des Impf-Beratungsgremiums Advisory Committee on Immunization Practices (ACIP). Der Chefposten der US-Behörde Centers for Disease Control and Prevention (CDC) ist genauso wenig besetzt wie jener des Surgeon General, eine Art oberster US-Amtsarzt. Bereits im April wurde Kennedy vor dem Kongress zur anschwellenden Masernwelle befragt, damals sagte er: „Das hat nichts mit mir zu tun. “ Vielmehr würden die Fallzahlen auf der ganzen Welt steigen. Forschung an MedikamentenDie Rückkehr der Masern deutete sich tatsächlich bereits vor Kennedys Amtszeit an. Dass sie nicht eingedämmt ist und die Zahlen rasant steigen, lasten ihm seine politischen Gegner trotzdem an. Nun könnten die USA sogar den im Jahr 2000 erhaltenen Status als Land verlieren, das die Masern „eliminiert“ hat. Dieser bedeutet, dass eine Krankheit nicht dauerhaft in der Bevölkerung weitergegeben, sondern nur noch von außen eingebracht wird. Im April hätten die Pan American Health Organization zusammentreffen sollen, dabei wäre auch über den Status der USA beraten worden. Diese Prüfung wurde nun auf November nach den Midterm-Wahlen verschoben. Biotech-Unternehmen in den USA forschen mittlerweile an Medikamenten, um schwere Masernerkrankungen besser behandeln zu können. Eine Impfung gibt es bereits seit den Sechzigerjahren.

Quelle: thefocus.news

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