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„Invasion“: Wie Trump Bilder aus Ceuta für seine Erzählung einer drohenden Grenzkrise in den USA nutzt

Über die Weltlage informiert sich US-Präsident Donald Trump am liebsten bei Fox News. Dort fielen ihm am Freitag (31. Juli) Aufnahmen von zehntausenden marokkanischen Migranten in der spanischen Exklave Ceuta. . .

Von Redaktion · · 3 min Lesezeit

„Invasion“: Wie Trump Bilder aus Ceuta für seine Erzählung einer drohenden Grenzkrise in den USA nutzt

Über die Weltlage informiert sich US-Präsident Donald Trump am liebsten bei Fox News. Dort fielen ihm am Freitag (31. Juli) Aufnahmen von zehntausenden marokkanischen Migranten in der spanischen Exklave Ceuta auf. Aus diesen Eindrücken schlägt der Politiker nun direkt Kapital für die Kongresswahlen. Er wählte drastische Worte: „Es sieht aus wie eine Invasion eines Landes durch Hunderttausende von Menschen. “📌 Wissenswertes zu CeutaCeuta und Melilla sind die einzigen spanischen Gebiete auf dem afrikanischen Kontinent. Ceuta ist nur rund19 Quadratkilometergroß, zählt aber zu den wichtigsten Außengrenzen der EU. Die Straße von Gibraltar ist zwischen Spanien und Marokko an ihrer engsten Stelle nur etwa14 Kilometerbreit. Ceuta gehört zwar zu Spanien und zur EU, ist abernicht Teil des EU-Zollgebietsund verfügt über ein eigenes Steuersystem. Ceuta gehört seit dem17. Jahrhundertdauerhaft zu Spanien und ist bis heute Gegenstand territorialer Ansprüche Marokkos. Trump: Fakten als NebensacheDabei wusste der Republikaner genau, dass die tatsächlichen Zahlen deutlich niedriger lagen. Örtliche Behörden sprachen von rund 60. 000 Personen, die nach Angaben des spanischen Innenministeriums größtenteils längst wieder in ihr Heimatland Marokko zurückgekehrt sind. Eine gute Geschichte lässt sich der Präsident davon allerdings ungern kaputtmachen. Vielmehr leitet er aus den Szenen eine düstere Warnung für die USA ab. „Dasselbe wird bei uns passieren, wenn die Republikaner nicht gewählt werden – nur noch schlimmer, in noch größerem Ausmaß“, betonte er. Angst vor dem MachtverlustIn drei Monaten müssen sich die Republikaner bei den Zwischenwahlen behaupten. Aktuelle Umfragen von Meinungsforschern prognostizieren einen deutlichen Denkzettel für die amtierende Regierungspartei. Erobert die Opposition den Kongress zurück, wäre Trump bis 2028 eine sogenannte lahme Ente. Um einen drohenden Machtverlust abzuwenden, fluteten seine Unterstützer am Freitag die sozialen Netzwerke massiv mit dramatischen Bildern der Situation in Ceuta. Auch AfD-Chefin Alice Weidel nutzt die Lage vor der Wahl in Sachsen-Anhalt und forderte auf X eine harte Abschottung. Mehr Nachrichten:Altbekannte StrategieEin Bündnis mit europäischen Parteien strebt Trump dabei nicht an. In Camp David erklärte er unumwunden: „Das gehört auf den Sprechzettel für die Zwischenwahlen. “ Gegen die vermeintlich drohende Invasion reaktivierte er sogar ein Kriegsgesetz von 1798 für massenhafte Abschiebungen. Trotz dieser extrem harten Linie bezweifeln Meinungsforscher stark, dass die ständigen Warnungen vor einer Migrationskrise bei den Wählern tatsächlich verfangen. Laut einer Umfrage trauen mittlerweile 50 Prozent der Bürger den Demokraten eine bessere Migrationspolitik zu. Zu diesem Absturz könnten auch tödliche Schusswaffeneinsätze der Behörde ICE beigetragen haben. Ganz oben auf der Prioritätenliste der Wähler stehen inzwischen die hohen Lebenshaltungskosten. Die Treibstoffpreise schossen durch den von Trump mitverursachten Iran-Krieg massiv in die Höhe. Schlüssige Antworten auf diese drängenden Probleme blieb der Präsident bislang schuldig.

Quelle: derwesten.de

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