Iran erklärt Straße von Hormuz für gesperrt – USA weisen das zurück
Teheran sieht in den Angriffen Israels im Südlibanon einen Verstoß gegen das Rahmenabkommen mit den USA zur Beendigung des Krieges. Straße von Hormuz vor dem Oman. Imago / Wen Xinnian20. 06. 2026 um 19:07Die. . .
Teheran sieht in den Angriffen Israels im Südlibanon einen Verstoß gegen das Rahmenabkommen mit den USA zur Beendigung des Krieges. Straße von Hormuz vor dem Oman. Imago / Wen Xinnian20. 06. 2026 um 19:07Die Presse auf Google als bevorzugte Nachrichtenquelle hinzufügen. Das zentrale Militärkommando des Iran hat am Samstag die erneute Schließung der strategisch wichtigen Straße von Hormuz erklärt. „Hiermit wird bekannt gegeben, dass die Straße von Hormuz für den Schiffsverkehr geschlossen wird“, hieß es in einer Mitteilung des Militärkommandos. Dies geschehe in Reaktion auf die fortgesetzten Angriffe Israels im Südlibanon, die eine Verletzung des mit den USA getroffenen Rahmenabkommens zur Beendigung des Iran-Krieges bedeuteten. Die Schließung der für den weltweiten Ölhandel wichtigen Meerenge sei ein „erster Schritt“ , hieß es weiter. Im Falle „einer Fortsetzung der Aggression“ würden weitere Schritte unternommen, „um den Feind zur Einhaltung seiner Verpflichtungen zu zwingen“. USA: „Der Iran kontrolliert die Straße von Hormuz nicht“Das US-Militär erklärte indes, die Straße von Hormuz sei weiterhin offen. „Der Iran kontrolliert die Straße von Hormuz nicht“, sagte Sprecher Tim Hawkins: „Der Schiffsverkehr läuft weiter, und die US-Streitkräfte überwachen die Situation, um dies auch weiterhin zu gewährleisten. “ Der Schiffsverkehr habe am Samstag zugenommen, teilte das US-RegionalkommandoCENTCOMauf „X“ mit. 55 Schiffe mit unter anderem 17 Millionen Barrel Öl hätten die Meerenge passiert. Der Iran und die USA hatten am Mittwoch ein Rahmenabkommen unterzeichnet, das eine Waffenruhe in der gesamten Region einschließlich des Libanon vorsieht. Ungeachtet der Vereinbarung setzten die israelische Armee und die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz im Libanon ihre Gefechte fort. Mindestens 35 Tote bei israelischen Angriffen im LibanonTrotz Waffenruhe berichten libanesische Medien über zahlreiche israelische Luftangriffe mit mindestens 35 Toten. Die israelische Armee und die Hisbollah machen sich gegenseitig für die Kämpfe und Verstöße gegen die Feuerpause verantwortlich. Der libanesische Zivilschutz teilte mit, dass allein in der Stadt Nabatieh 16 Leichen geborgen worden seien. Laut Gesundheitsministerium wurden bei einem Luftangriff auf die Stadt Qennarit mindestens sieben Menschen getötet und 13 weitere verletzt. Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur NNA wurden bei Angriffen in der Stadt Sohmor vier Menschen getötet, drei weitere in der Stadt Arabsalim, zwei weitere bei einem Drohnenangriff in der Stadt Rihan sowie eine Frau im Gebiet von Tyros. Nach Angaben der libanesischen Armee wurden auch zwei Militärangehörige getötet. Die Armee warf Israel vor, mit ihren Angriffen jede Lösung zu verhindern, die eine Wiederherstellung von Stabilität im Libanon ermöglichen würde. Bereits am Freitag sollen laut Ministerium 83 Menschen bei israelischen Angriffen getötet worden sein. Alle Angaben lassen sich derzeit nicht unabhängig überprüfen. Iranische Delegation reist zu Verhandlungen mit USA in die SchweizDie Verhandlungsdelegation des Iran wird unterdessen in Kürze zu den Gesprächen mit den USA in die Schweiz reisen. Das sagte ein Sprecher des iranischen Außenministeriums am Samstag staatlichen Nachrichtenagenturen zufolge. Die Delegation werde die Einhaltung der Verpflichtungen durch die USA einfordern. Der Iran habe sich an die Verpflichtungen der Absichtserklärung gehalten, erklärte der Sprecher. Die USA seien verpflichtet, Israel zur Beendigung seiner Angriffe auf den Libanon zu bewegen. Die Gegenseite müsse so rasch wie möglich die notwendigen Maßnahmen ergreifen. US-VizepräsidentJD Vancehatte zuvor gegenüber dem SenderFox Newserklärt, dass es am Sonntag Gespräche mit dem Iran in der Schweiz geben könnte. Die US-UnterhändlerSteve WitkoffundJared Kushnerseien deshalb vor Ort. Er selbst werde bald in die Schweiz reisen, sagte Vance. „Ich gehe davon aus, dass ich irgendwann in den nächsten Tagen abreisen werde“, sagte er. „Aber Sie wissen ja, dass das immer ein heikles Unterfangen ist und die diplomatischen Protokolle beachtet werden müssen. “ (APA/AFP/Reuters)