Iran-Krieg frisst Waffenarsenal auf: USA haben kaum noch Patriot-Raketen – Pentagon schlägt Alarm
Fehmarnsches TageblattPolitikPentagon unter Druck: Iran-Krieg frisst US-Waffenarsenal auf – Rüstungsindustrie soll liefernStand:10. 08. 2026, 10:42 UhrKommentareDonald Trump weist Warnungen vor schwindenden. . .

Fehmarnsches TageblattPolitikPentagon unter Druck: Iran-Krieg frisst US-Waffenarsenal auf – Rüstungsindustrie soll liefernStand:10. 08. 2026, 10:42 UhrKommentareDonald Trump weist Warnungen vor schwindenden US-Waffenbeständen zurück. Ein neues Pentagon-Dokument zeichnet nun ein anderes Bild. Washington D. C. – Das Pentagon hat Vertreter der US-Rüstungsindustrie dazu aufgefordert, die Produktion und Lieferung von Waffen rasch zu steigern. Das berichten dieWashington Postund der US-SenderCNNübereinstimmend unter Berufung auf eine Mitteilung eines Ministeriumsvertreters. US-Präsident Donald Trump (links) und Verteidigungsminister Pete Hegseth. (Archivbild) © Aaron Schwartz/AFPPentagon-Sprecher Sean Parnell bestätigte derDeutschen Presse-Agenturdie Echtheit des Dokuments. Es fällt in eine Zeit, in der Experten und Berichte von US-Medien zuletzt immer wieder auf schwindende Waffenreserven im US-Militär als Folge des Iran-Kriegs hingewiesen hatten. US-PräsidentDonald Trumpwies das zurück. Amerikas Waffenarsenal unter Druck: Zwei Kriege zehren die Bestände ausSeit Beginn des Krieges mit dem Iran haben dieUSA auch andere wichtige Waffensysteme in erheblichem Umfang eingesetzt. Das Center for Strategic and International Studies (CSIS) schätzte in der vergangenen Woche, dass die amerikanischen Streitkräfte über weniger als 827 Patriot-Raketen verfügen. Vor dem Iran-Krieg seien es geschätzt gut 2300 gewesen. Bei THAAD-Abwehrraketen ging die Denkfabrik von 452 vor dem Krieg aus. Ende Juli seien es geschätzt noch bis zu 278 Raketen gewesen. Dabei ist dieBelastung der US-Waffenbeständekeineswegs erst mit dem Iran-Krieg entstanden. Laut mehreren übereinstimmenden Medienberichten liefern die USA bereits seit Beginn des Ukraine-Krieges im Jahr 2022 Waffen an Kiew – teilweise in einem Tempo, das die heimische Produktion nicht ausgleichen konnte. Dazu zählen unter anderem Patriot-Abfangraketen sowie ATACMS-Raketen, deren genauer Umfang von der US-Regierung bis heute nicht offiziell bestätigt wurde. Washington erhöht den Druck auf die Rüstungsindustrie – Pentagon verlangt Pläne binnen drei WochenDer stellvertretende US-Verteidigungsminister Steve Feinberg habe Vertretern der Rüstungsindustrie am Mittwoch eine Frist von maximal drei Wochen übermittelt, um Pläne vorzulegen, die schnellere Liefertermine und/oder eine gesteigerte Produktion für kritische Fähigkeiten vorsähen, zitierenCNNund dieWashington Postaus dem Dokument. Laut der Zeitung soll Feinberg darin eine klare Erwartung geäußert haben: „Jahrelange Entwicklungszyklen sind nicht akzeptabel. “ Man müsse die Pläne drastisch beschleunigen und die Produktionskapazitäten jetzt ausbauen, zitiert ihn dieWashington Postweiter. Seit dem ersten Tag von Pete Hegseth als US-Verteidigungsminister konzentriere sich das Pentagon darauf, einen Wandel hinsichtlich der Geschwindigkeit, Kapazität und Schlagkraft der amerikanischen Verteidigungsindustrie herbeizuführen, betonte Parnell in einer Erklärung. Hegseths Stellvertreter Feinberg arbeite daran, ein veraltetes Beschaffungssystem zu reformieren. „Direkt mit führenden Vertretern der Industrie zusammenzuarbeiten, um die Produktion zu beschleunigen, ist nichts Neues. “Neue Milliarden für die Verteidigung: Europas NATO-Staaten treiben die Aufrüstung voranDerNachschubdruck auf die US-Rüstungsindustriefällt dabei in eine Phase, in der auch die europäischenNATO-Partner ihre Verteidigungsausgaben massiv erhöhen. Nachdem US-PräsidentDonald TrumpdieNATO-Partner wiederholt aufgefordert hatte, mehr für ihre eigene Verteidigung auszugeben und sich weniger auf die USA zu verlassen, haben viele europäische Staaten ihre Militärausgaben spürbar erhöht. Beim NATO-Gipfel in DenHaagim Juni 2025 einigten sich alle 32 Mitgliedstaaten darauf, bis 2035 jährlich fünf Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts in Verteidigung und sicherheitsrelevante Infrastruktur zu investieren – aufgeteilt in 3,5 Prozent klassische Verteidigungsausgaben und 1,5 Prozent für militärisch nutzbare Infrastruktur. Laut NATO-Angaben vom Juli 2026 steigen die Verteidigungsausgaben der europäischen Bündnispartner und Kanadas in diesem Jahr um elf Prozent auf insgesamt 777 Milliarden Dollar. Fünf der 32 Mitgliedstaaten, darunter Polen und Estland, erreichen demnach bereits 2026 das Fünf-Prozent-Ziel; 17 Staaten erfüllen zumindest die 3,5-Prozent-Marke für klassische Verteidigungsausgaben. Deutschland meldete der NATO für 2026 mit 124,7 Milliarden Euro einen erneuten Rekordwert, ein Anstieg von 25,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr; Berlin will bis 2029 auf 3,5 Prozent des BIP kommen. (Quellen: CNN, Washington Post, dpa, Center for Strategic and International Studies)(jal)