Italien: Gianna Nannini legte alten Hit mit Rap und USA-Kritik neu auf
Mit der Veröffentlichung Anfang Juli hat es gerade noch so geklappt mit dem neuen Sommerhit in Italien. Verantwortlich dafür ist Italiens Rockröhre Gianna Nannini. Der Titel „America“ ist fast ein halbes. . .
Mit der Veröffentlichung Anfang Juli hat es gerade noch so geklappt mit dem neuen Sommerhit in Italien. Verantwortlich dafür ist Italiens Rockröhre Gianna Nannini. Der Titel „America“ ist fast ein halbes Jahrhundert alt und hat es jetzt gerade in die Hitparade geschafft. Der Weg nach oben ist vorprogrammiert. Im Radio läuft der Song bereits rauf und runter. Die im Jahr 1954 in Siena geborene Sängerin schrieb den Song in den späten 1970er-Jahren, als sie in den USA lebte. Ihre ersten Platten erschienen 1975 und 1976, das legendäre Album „California“ mit dem Lied „America“ darauf kam 1979 heraus und sorgte bei einer ganzen Generation für ein neues Lebensgefühl. In diesem Jahr begeht Gianna Nannini, die auch schon in der Nähe von Kärnten, genauer gesagt in Tarvis, aufgetreten ist, ihr 50-jähriges Bühnenjubiläum – unter anderem mit einem großen Live-Konzert in Berlin. Begleitet wird der halbe Hunderter von dem Projekt „Gianna Gold 1976/2026“. Kritischer ZeitsprungDer Zeitsprung beschert uns jetzt „America Inc“. Sozusagen eine völlig neu gestaltete Version der Hymne „America“. Der Rock-Untergrund ist noch einen Tick schneller geworden, da schaffen es Oma und Opa gerade noch mit dem Mitsingen der altbekannten Worte. Die Beats sind aufgefettet im Stile von Vasco Rossi-Livekonzerten (auch er ein Italo-Rock-Idol, das sich auch im Alter immer wieder neu erfinden und die Musikszene immer wieder mit neuen Sounds überrascht). Politische Rap-PassagenEin scharfes Gitarrenriff sorgt bei der Halbzeit des Songs für einen Break. Die Rap-Parts wurden von Rapper Marracash beigesteuert, der selbst einen Song im Repertoire hat, der „King del Rap“ (Rap-König) heißt. Während wesentliche Teile der Textzeilen des ursprünglichen „America“ erhalten geblieben sind, strotzen die Rap-Passagen in Zeiten des Streits zwischen der italienischen Premierministerin Giorgia Meloni und dem US-Präsidenten Donald Trump geradezu von Aktualität und italienischem Selbstbewusstsein: „Hey, America. Jung und sexy hast du uns zum Träumen gebracht. Du warst frei und offen. Ich ging dich besuchen. Du warst der Typ, der einem mit den Sternen und Streifen den Kopf verdreht. Du warst eine Diva, oder vielleicht haben wir dich nur so gesehen. Jetzt bist du verdorben und versuchst, wieder groß rauszukommen. Am Ende des Textes findet sich noch ein Schimpfwort, das wir lieber nicht wörtlich übersetzen.