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Nach Rote-Karte-Skandal: Belgien wirft USA aus der WM

Balogun lief nach Trumps Intervention von Beginn an auf, an der 1:4-Niederlage gegen Belgien und dem WM-Aus änderte das nichts. Für das Turnier ist es wohl gut so, der Fußball rückt wieder in den. . .

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Nach Rote-Karte-Skandal: Belgien wirft USA aus der WM

New York. Das Drama um Donald Trump, Gianni Infantino und Folarin Balogun hatte im Vorfeld den Fußball-Hype in den USA nochmals verstärkt. Es kommt nicht alle Tage vor, dass selbst das „Wall Street Journal” und die “New York Times” auf ihren Titelseiten über Fußball berichten. Was vielleicht mehr an Trumps Anruf beim Fifa-Chef als am Soccerteam gelegen war. Aber sei’s drum, mit einem Schlag war nun auch der unsportlichste Banker in Manhattan an Fußball interessiert. Also war in der Nacht von Montag auf Dienstag Feierstimmung im ganzen Land. Von Los Angeles über Miami bis ins verregnete New York kamen Millionen Menschen zu den vielen „Watch Parties” zusammen, um das US-Team erstmals seit 2002 ins Viertelfinale einer Fußball-WM einziehen zu sehen. Fast schon vergessen schien zum Anpfiff in Seattle die Causa Balogun, die Affäre um den Starstürmer, der gegen Bosnien Herzegowina die Rote Karte gesehen hatte und gegen Belgien trotzdem in der Startelf stand, nachdem die Fifa die Sperre aufgeschoben hatte. WM-Schauen in Texas. Getty Images / Brandon BellRuf des Fußballs ramponiertFußballeuphorie im Gastgeberland hin, Dramaturgie her, für den Ruf des Fußballs war es vielleicht am besten so, wie es letztlich gekommen ist. An der Überlegenheit der starken Belgier konnten selbst Trump und Infantino nichts ändern, geschweige denn Balogun. Nach der Führung durch Charles De Ketelaere holte der in Monaco unter Vertrag stehende US-Stürmer zwar den Freistoß zum zwischenzeitlichen Ausgleich heraus. Die Freude sollte weniger als zwei Minuten währen, ehe De Ketelaere erneut zuschlug und den Belgiern den Sieg ebnete. Zwar spielten die Amerikaner in der zweiten Halbzeit etwas stärker, ernsthaft in Gefahr war der Sieg Belgiens nie. Hans Vanaken in der 57. Minuten und Romelu Lukaku in der Nachspielzeit besiegelten das Ende des US-Traums vor heimischem Publikum. Die USA um Balogun, Christian Pulisic und Weston McKennie dürfen sich damit trösten, mit dem Gruppensieg und den Erfolg gegen Bosnien im Sechzehntelfinale einen Fußballboom ausgelöst zu haben. Charles De Ketelaere traf für Belgien. Imago / Dirk WaemTrump als RandnotizImmerhin: In einem politisch tief gespaltenen Land war für einige Wochen so etwas wie Einigkeit zu spüren. Nike musste mehr Trikots herstellen, weil die Nachfrage so groß war, den Fußballern gönnte jeder den Erfolg, vom erzkonservativen Republikaner bis zur ganz weit links stehenden Demokratin. Auch die Zuschauer im linksliberalen Seattle feuerten das Team bis zum Ende an, Trumps telefonische Grätsche verkam fast schon zur Randnotiz. Mit dem Ausscheiden der US-Amerikaner ist es wahrscheinlich, dass der Skandal um Trumps Intervention und den Umfaller der Fifa wieder in den Hintergrund rückt. Man stelle sich vor, die Amerikaner hätten Belgien dank Balogun rausgeworfen und wären womöglich sogar noch weiter als ins Viertelfinale gekommen: Der mit Abstand größte Erfolg der US-Fußballgeschichte wäre für immer mit einem schalen Beigeschmack gekommen — auch wenn sich Trump und Infantino redlich bemühten, die Sache herunterzuspielen. Mehr dazuAusreden und Fifa-AntwortEr habe „lediglich um eine Überprüfung gebeten”, sagte der US-Präsident am Montag. Schließlich verstehe er etwas von Fußball, so Trump, und er glaube nicht, dass Baloguns Tritt gegen Bosniens Tarik Muharemovic in einem Zweikampf ein Foul gewesen sei. Damit mag Trump recht haben, eine gerechte Rote war es jedenfalls nicht, aber dass die Fifa nach einem Anruf zurückrudert, hat es in dieser Form auch noch nicht gegeben. Infantinos Beteuerung, wonach er bei der Entscheidung der Disziplinarkommission keine Rolle gespielt habe, macht die Sache nicht viel besser. Wiewohl, auch Cristiano Ronaldo profitierte nach der WM-Qualifikation von Artikel 27 des Fifa-Reglements. Nach einem Ellbogenschlag wurde seine Sperre von drei Spielen auf ein Match reduziert, der Superstar durfte für Portugal pünktlich zur WM wieder auflaufen. Und 1962 sah Garrincha von Brasilien im Halbfinale Rot und durfte im Endspiel mitspielen. Vielleicht ist es auch einfach Trump, der die Causa um Balogun so aufheizte — eben weil es den Anschein hat, dass sein Anruf genügte, um alle Regeln ad absurdum zu führen. Belgien spielt am Freitag in Los Angeles gegen Spanien um den Einzug ins Halbfinale, Trump und die Fifa weisen trotz des Ausscheidens der Gastgeber schon auf die besucherstärkste und gewinnbringendste Weltmeisterschaft aller Zeiten hin. Der Höhepunkt steht mit dem Finale am 19. Juli in New Jersey bevor. Dort werden Trump und Infantino wohl auf der Ehrentribüne sitzen und der Balogun-Eklat wird schon fast wieder vergessen seinMehr dazu

Quelle: rootsanalysis.com

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