WeltReport

Neues Kriegsgerät für Europa: Rheinmetall und Leonardo feiern Kampfpanzer-Premiere

Mannheim24Politik & WirtschaftStand:19. 06. 2026, 20:50 UhrKommentareUns auf Google folgenEin neuer Kampfpanzer zieht auf einer Militärmesse die Blicke auf sich. Welche Milliardenchance die Rüstungsgiganten. . .

· 3 min Lesezeit

Neues Kriegsgerät für Europa: Rheinmetall und Leonardo feiern Kampfpanzer-Premiere

Mannheim24Politik & WirtschaftStand:19. 06. 2026, 20:50 UhrKommentareUns auf Google folgenEin neuer Kampfpanzer zieht auf einer Militärmesse die Blicke auf sich. Welche Milliardenchance die Rüstungsgiganten Rheinmetall und Leonardo darin sehen. Paris – Auf der Rüstungsmesse Eurosatory 2026 (bis 19. Juni) rollt ein innovatives Kettenfahrzeug ins Rampenlicht: ein gemeinsam von Leonardo und Rheinmetall konzipierter Kampfpanzer, der mehr ist als ein Hightech-Kriegsgerät. Es handelt sich um ein auf Italien zugeschnittenes Milliardenprojekt, das mittelfristig auchEuropas Verteidigungsindustrieauf die Sprünge helfen soll. Bei der Fachveranstaltung der Branche demonstriert der New Main Battle Tank (NMBT) desdeutsch-italienischen Joint-Ventures, dass der hiesige Kontinent gemeinschaftlich innovative Panzerprojekte stemmen kann. Gleichzeitig senden die beteiligten Konzerne in Frankreichs Hauptstadt ein Signal an Kunden, Wettbewerber und die Politik. Auf der Rüstungsmesse Eurosatory in Paris stellte das Joint-Venture aus Rheinmetall und Leonardo einen neuen Kampfpanzer für die Landstreitkräfte europäischer Nationen vor. © IP3press/ImagoDas Joint Venture Leonardo Rheinmetall Military Vehicles (LRMV) bündelt die Entwicklung des Kampfpanzer-Programms. Rechtlich ist der Firmensitz in Rom, operativ im ligurischen La Spezia – abseits der deutschen Panzerstandorte, im Süden Europas und nicht zuletzt mit Hafenanbindung. Leonardo und Rheinmetall: Neuer Panzer-Hub für die LandverteidigungNach Angaben des Konsortiums soll LRMV zu einem zentralen Hub für dieLandverteidigung in Europawerden. Dabei sind die Rollen klar verteilt: Leonardo passt die von Rheinmetall produzierten Panzer (Modell KF51 Panther) an italienische Anforderungen an und steuert sein Netz zu Behörden, Politik und Streitkräften bei – ein politischer Vorteil im komplexen Beschaffungsmarkt. Grundlage ist ein im vergangenen Jahr angelaufener Liefervertrag über 8,2 Milliarden Euro für rund 132 neue Kampfpanzer sowie dazugehörige Unterstützungsfahrzeuge bis zum Jahr 2038. Diese sollen gemäß der Vision in diesem Bereich eine „europäische industrielle Souveränität“ sicherstellen. Im Rahmen des A2CS-Programms hat die italienische Armee bereits modifiziertePanzer auf Basis des Lynx KF41 übernommen. Perspektivisch sollen damit ältere Ariete-Modelle ersetzt werden und die Wartungskosten gesenkt. Milliardenmarkt Kampfpanzer: Eurosatory 2026 als SchaufensterDas Gesamtprogramm für die neuen Kampfpanzer und Gefechtsfahrzeuge beziffert Leonardo auf 23 Milliarden Euro. Einschließlich möglicher Exporte rechnet das Joint-Venture mit Zusatzaufträgen in Höhe von bis zu 50 Milliarden Euro – ein gigantischer Markt für Panzertechnik, Test für Europas industrielle Souveränität und gleichzeitig eine Herausforderung für diestrapazierten Kassen der EU-Staaten. Für die Rüstungskonzerne geht es um stetigen Gewinn statt einmaliger Großdeals: Neben der Anschaffung machen langfristige Serviceverträge, Upgrades und Munition den Kampfpanzer ökonomisch interessant – solange Verteidigungshaushalte wachsen undGelder ins Militär fließen. Neuer Superpanzer für Europa: Optional gibt es ein Arktis-PaketWorin unterscheidet sich der transformierte Kampfpanzer vom Basismodell KF51? Der NMBT setzt laut Herstellerunterlagen auf ein gestaffeltes Überlebensfähigkeitskonzept aus passivem und aktivem Schutz, inklusive StrikeShield zur Abwehr von Raketen, sowie einem weiteren System, das eine Rauchwolke zur Tarnung des Fahrzeugs legt. Die Broschüre der beiden Hersteller nennt eine Höchstgeschwindigkeit von 70 km/h und eine Beschleunigung von 0 auf 40 km/h in unter acht Sekunden. Der Betriebstemperaturbereich reicht von −32 °C bis +49 °C; ein optionales Arktis-Paket soll den NMBT auch für extreme Kälteoperationen tauglich machen. Im Hinblick auf die Kosten ist derinnovative Kampfpanzerim Hochpreissegment platziert:Kampfpanzer von LRMV dreimal so teuer wie ein Leopard 2?Während die tatsächlichen Kosten bis dato geheim bleiben, spekuliert das PortalForum Militaireüber 60 Millionen Euro pro Panzer – das Dreifache eines Leopard 2 oder auch dem US-Panzer M1 Abrams. Leonardo wies dies gegenüberEuronewsjedoch als „falsch“ zurück und verteidigte dies mit „vertraulichen Informationen“. Ursprünglich wollte Rom beim Panzerprojekt mit der französisch dominierten KNDS kooperieren, die Gespräche scheiterten jedoch. Abseits davon gerät die deutsch-französische Rüstungskooperation ins Wanken: Nach dem Aus des gemeinsamen Kampfjet-Projekts wächst die Sorge, dass nun auchdas ambitionierte Panzerprojekt MGCSscheitert. (Quellen: Euronews, Rheinmetall, Sicherheit und Verteidigung, Forum Militaire, eigene Recherche)

Quelle: mannheim24.de

Mehr zu Europa