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Populisten, Radikale, Extreme: Das rechte Lager in Europa – von Meloni bis AfD

Mannheim24Politik & WirtschaftStand:29. 06. 2026, 19:14 UhrKommentareUns auf Google folgenVielerorts in Europa erstarken rechtspopulistische bis -extreme Parteien. Sie verkörpern einen autoritären Trend –. . .

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Populisten, Radikale, Extreme: Das rechte Lager in Europa – von Meloni bis AfD

Mannheim24Politik & WirtschaftStand:29. 06. 2026, 19:14 UhrKommentareUns auf Google folgenVielerorts in Europa erstarken rechtspopulistische bis -extreme Parteien. Sie verkörpern einen autoritären Trend – aber einen geschlossenen Block bilden sie nicht. 1 / 22Neue rechte Kräfte feiern mittlerweile in nahezu ganz Europa Umfrage- und Wahl-Erfolge – und sie pflegen internationale Bande. Bei den “Conservative Political Action Conferences” etwa, kurz CPAC, sonnen sich europäische Politikerinnen und Politiker im Abglanz der MAGA-Bewegung. Nicht immer verhilft das zu Wahlsiegen. Aber es geht auch um Erfahrungsaustausch wie EU-Experte Nicolai von Ondarza unserer Redaktion sagte: „Entscheidend ist das gegenseitige Lernen in Informations- und Politikkampagnen sowie die Verstärkung gemeinsamer Narrative über soziale Medien. “ Hier präsentierte sich der britische Rechtspopulist Nigel Farage 2023 zwischen US-Flaggen. © Niyi Fote/picture alliance/dpa/TheNEWS2 via ZUMA Press Wire2 / 22Dieses Bild gehört eindeutig der Vergangenheit an. Denn die Rechtsaußen – hier Tino Chrupalla (AfD), Andre Ventura von der portugiesischen „Chega!“ und Marine Le Pen (RN, v. li. ) – formieren keinen einzelnen, gefestigten Block. Im EU-Parlament etwa gibt es allein drei Fraktionen rechts der konservativen EVP. Von nationalkonservativ bis rechtsradikal reichen die Strömungen. Und bei Weitem nicht immer ist man sich einig. Das RN etwa hat die Beziehungen zur AfD (vorerst) gekappt. Ein Überblick über die Lager quer durch die EU-Länder: © Paulo Spranger/Global Imagens/At/picture alliance/dpa/Zuma3 / 22Als verträglicher Partner unter Europas Rechten gilt der konservativen EVP samt CDU und CSU Italiens Regierung. Ein Grund für das Urteil: Ministerpräsidentin Giorgia Meloni (hier mit Kanzler Friedrich Merz) von der postfaschistischen Fratelli d‘Italia (FdI) stellt sich rhetorisch klar gegen Wladimir Putin und den Ukraine-Krieg. Innen- und migrationspolitisch schreckt Melonis Regierung vor Diskriminierung aber nicht zurück. In Italiens Wahlumfragen führen die FdI anhaltend. Im EU-Parlament leitet Melonis Parteifreund Nicola Procaccini die EKR-Fraktion mit. Auch die ist für die EVP offiziell ein akzeptabler Partner. © Michael Kappeler/dpa/picture alliance4 / 22EKR steht für „Europäische Konservative und Reformer”. Verglichen mit ihren Konkurrenten am rechten Rand wirken die EKR tatsächlich gemäßigt. Allerdings haben Parteien der Familie auch schon für reichlich Ärger gesorgt. Eine zweite wichtige Kraft ist die PiS - sie hat in Polen nach Ansicht vieler Beobachter bis zur Abwahl 2024 den Rechtsstaat ausgehöhlt. Das Foto zeigt den Parteigranden Jaroslaw Kaczynski kurz vor einer Aussage in einem Untersuchungsausschuss. Über ihren siegreichen Präsidentschaftskandidaten Karol Nawrocki greift die PiS weiter in die heimische Politik ein. In den polnischen Umfragen büßte die PiS Anfang 2026 aber deutlich ein. © Attila Husejnow/picture alliance/dpa/SOPA Images via ZUMA Press Wire5 / 22Wie harmlos ist die EKR? Auch George Simion und seine AUR gehören dazu. Die Partei führte Mitte 2026 in Rumäniens Wahlumfragen. Bereits Ende 2024 war sie nahe daran, dem parteilosen Rechtsradikalen Calin Georgescu ins Präsidentenamt zu helfen – unterstützt wohl durch eine russisch-geprägte Social-Media-Kampagne. Die AUR sehen Experten äußerst kritisch: Sie sei „rechtsextrem“, „populistisch“ und propagiere ein „Großrumänien“, „Impfgegnerschaft“ und Ablehnung von Unterstützung für die Ukraine, urteilte Politologe Ivaylo Dinev in einem Beitrag für das Zentrum für Osteuropa- und internationale Studien. © Cristian Cristel/picture alliance/dpa/XinHua6 / 22Ebenfalls zum EKR-Lager gehören die Schwedendemokraten. Die Partei mit rechtsextremen Wurzeln gibt sich mittlerweile ein freundlicheres Gesicht – samt Blümchen im Logo und Bienchen auf Wahlkampfmobilen. Unkontrovers ist sie deshalb nicht. Vor der EU-Wahl machten Berichte über verdeckte Diffamierungskampagnen aus Parteireihen die Runde. Am Tag des Urnengangs gröhlte ein Abgeordneter zur Melodie von „L‘amour toujours“ „Ausländer raus” (unwissentlich) direkt in ein Reporter-Mikro. In der Heimat dulden die Schwedendemokraten die Regierung und bekommen im politischen Gegenzug unter anderem Kürzungen bei Integrationsmaßnahmen. Nach der Wahl 2026 wollen sie Ministerposten. © Adam Ihse/TT/Imago7 / 22Eine durchaus staatstragende Rolle haben „Die Finnen“ um Chefin Riikka Purra (1. Reihe rechts, hier bei der Amtseinführung von Präsident Alexander Stubb, Mitte) inne. Seit 2023 ist die Partei aus der EKR-Familie Koalitionspartner der Konservativen – es ist ihre zweite Regierungsbeteiligung. Schon kurz nach dem Start gab es Eklats um mehrere ihrer Minister, etwa wegen rassistisch anmutender Aussagen und Kontakten zu neonazi-nahen Gruppierungen. Der Politologe Richard Stöss stuft „Die Finnen“ als „gemäßigt rechtsextrem“ ein. Im Umfragen aus dem Jahr 2026 hat die Partei gegenüber der Wahl eingebüßt. Ein Grund dürften schmerzhafte Reformen sein, etwa bei der Rente. © Heikki Saukkomaa/picture alliance/dpa/Lehtikuva8 / 22Belgiens Wahlsystem ist etwas eigen – aufgrund der Trennung in einen flämischen und einen wallonischen Landesteil. Vor allem in Flandern ist die „Neu-Flämische Allianz” (N-VA) ein großer Player – und damit sogar größte Partei im belgischen Parlament und Teil der Regierungskoalition. Der langjährige Parteichef Bart De Wever (re. , hier 2025 mit Vorgänger Alexander De Croo) ist nun Premier. N-VA sieht sich als „nationalistisch” und warnt vor einer Islamisierung. Auf europäischer Ebene ist sie durch verschiedene Fraktionen gewandert. Aktuell ist sie bei der EKR angekommen. Noch weiter rechts, aber nur etwas niedriger in der Wählergunst steht die Partei „Vlaams Belang“. © Dirk Waem/picture alliance/dpa/Belga9 / 22Auch in Europas sonnigen Gefilden spielen Rechtspopulisten und -extremisten eine Rolle. Aus Spanien ist Vox (hier Parteichef Santiago Abascal), aus Portugal Chega!, aus Griechenland Elliniki Lysi Mitglied der EKR-Fraktion im Europaparlament. Vox‘ Umfeld arbeitet an Vernetzung: So organisiert der parteinahe Thinktank „Disenso“ das „Madrid Forum“. Dessen Manifest unterschrieben etwa Eduardo Bolsonaro oder der ultrarechte chilenische Präsident José Antonio Kast. Portugal schien lange immun gegen Rechtspopulismus zu sein. „Chega!” („Es reicht!”) holte 2024 aber 9,8 Prozent der Stimmen. Elliniki Lysi (EL) kam bei Parlamentswahlen bisher nicht über 4,5 Prozent der Stimmen hinaus. Ein Slogan lautet „Greece First“. Uneinig dürften sich die drei Parteien in Sachen Russland sein: Vox und Chega! zeigen wenig Sympathie für Wladimir Putin. EL-Chef Kyriakos Velopoulos zeigte 2024 Verständnis für den Angriff auf die Ukraine. Griechenland brauche einen Anführer wie Putin. © Jesús Hellín/picture alliance/dpa/EUROPA PRESS10 / 22Noch ein Stück weiter rechts steht die zweite große Rechtsaußen-Fraktion im Europaparlament: die Patrioten für Europa (PfE). Ihre mit Abstand stärkste Kraft kommt aus Frankreich – das Rassemblement National (RN). Eng verknüpft ist es mit dem Namen Le Pen: Gegründet hat die Partei 1972 Jean-Marie Le Pen unter dem Namen „Front National”. Die Gaskammern der deutschen Nazis nannte er ein „Detail der Geschichte”, ein Motto lautete zudem „Franzosen zuerst”. Tochter Marine Le Pen schielt auf die Macht in Frankreich, will die Partei in harmloseres Gewand kleiden – und ging auch deshalb in den Clinch mit der AfD. Das RN setzt auf ein soziales Image. Der Schlachtruf „Franzosen zuerst” bleibt. Zu den europäischen Partnern gehört die italienische Lega von Matteo Salvini (links im Bild). © Pietro Masini/picture alliance/dpa/IPA via ZUMA Press11 / 22Mit dem RN in einem Boot sitzt die FPÖ. Einstmals war die FPÖ pro-europäisch – Jörg Haider führte die Partei in den 90ern auf einen scharf nationalistischen Kurs. Bis heute trommelt die FPÖ massiv und teils drastisch gegen Einwanderung. Dennoch ist sie gewachsen und nahe an die Macht gerückt. Als die „neue” FPÖ 2000 zum ersten Mal in eine Regierungskoalition kam, folgte ein internationaler Aufschrei. Bei der Neuauflage 2017 war der Eklat wesentlich geringer. Nichtsdestotrotz halten Experten wie der Politologe Reinhard Heinisch gerade Parteichef Herbert Kickl für „gefährlich” und auch Verschwörungstheorien nicht abgeneigt. Angesichts aktueller Umfragewerte könnte die FPÖ bald wieder an die Türen der Macht klopfen. © Tobias Steinmaurer/picture alliance/dpa/APA12 / 22In Österreichs Nachbarland Ungarn hat sich die langjährige Regierungspartei Fidesz nach einigen Wirren ebenfalls den „Patrioten für Europa” angeschlossen. Einst war sie sogar Mitglied der EVP um CDU und CSU. Chef Viktor Orbán war bekannt für Tiraden gegen EU, Migration oder auch den jüdischen Philanthropen George Soros. Bei der Wahl 2026 endete seine Amtszeit allerdings mit einer Wahlschlappe – wohl auch wegen Korruption und Vetternwirtschaft waren die Wirtschaft in Schieflage geraten und EU-Geldströme versiegt. Aktuell sind drei Parteien im ungarischen Parlament vertreten. Neben Tisza von Wahlsieger Péter Magyar auch die rechtsextreme Mi Hazank. © Marton Monus/picture alliance/dpa13 / 22Ein bekanntes Gesicht des europäischen Rechtsradikalismus ist Geert Wilders – gerade mit islamfeindlichen Aussagen schlug der Chef der niederländischen PVV immer wieder hohe Wellen. Auf diesem Foto freute er sich über deren Aufstieg zur stärksten Kraft bei der Wahl Ende 2023. Nach zähen Verhandlungen wurde die PVV erstmals Teil der Regierungskoalition – ohne Wilders im Kabinett. Nach einem Jahr ließ der Rechtspopulist die Koalition wieder platzen und kassierte bei der folgenden Wahl die Quittung. © Remko de Waal/AFP14 / 22Ein europaweit bekanntes Gesicht besitzt sie nicht – aber sie hat wohl Dänemarks Politik verändert: Die Dänische Volkspartei (DF) erzielte 2015 über 20 Prozent bei der Parlamentswahl. Auch in dieser Entwicklung dürfte der Ursprung der später vielbeachteten scharfen Migrationspolitik der Sozialdemokraten um Mette Frederiksen liegen. Schon bis 2011 hatte DF eine konservative Minderheitsregierung gestützt und Verschärfungen eingefordert. Ob Frederiksens Kurs die Rechtspopulisten geschädigt hat? Es bleibt abzuwarten. Bei der Wahl 2026 legte DF nach einer Schwächephase wieder deutlich zu. Mit den Dänemarkdemokraten sitzt mittlerweile eine zweite scharf rechte Partei im Folketing. © Nils Meilvang/picture alliance/dpa15 / 22Mit sechs Sitzen hat auch die tschechische ANO um Regierungschef Andrej Babiš einiges Gewicht bei den „Patrioten für Europa”. Die Einordnung nach rechtsaußen ist politisch dennoch gar nicht so eindeutig. Babiš gilt als Populist; 2017 setzte er etwa auf einen Antimigrationswahlkampf. Auch anti-europäische Stimmungen bespielt Babiš, wie Experte Marco Arndt unserer Redaktion sagte. Seine Koalitionspartner sind die rechtsextreme SPD und die EU-skeptischen „Motoristen“. Das Foto zeigt Babiš bei der obligatorischen Vertrauensfrage im Parlament. © Deml Ondøej/picture alliance/dpa/CTK16 / 22Bis 2024 war auch die AfD mit Le Pen, FPÖ und Co. im Bunde. Dann zogen die bisherigen Partner die Reißleine. Die deutschen Rechtsradikalen suchten neue Partner – und fanden eine Runde von teils offen rechtsextremen Kleinparteien. In der neuen Fraktion “Europa souveräner Nationen” stellt die AfD mehr als die Hälfte der Sitze. Obwohl selbst Hardliner wie Le Pen die deutsche Partei für ein Imagerisiko halten war die AfD in Deutschland 2026 auf dem Vormarsch. Recht bald nach der Bundestagswahl führte die Partei erstmals in bundesweiten Umfragen, auch eine absolute Mehrheit in Sachsen-Anhalt schien in Reichweite. © Michael Kappeler/dpa/picture alliance17 / 22Wasraschdane-Chef Kostadin Kostadinov im Februar im sächsischen Löbau – bein AfD-Wahlkampfabschluss © IMAGO/Matthias Wehnert18 / 22Nicht alle einflussreichen scharf rechten Gruppen sind auf europäischer Ebene organisiert. In Litauen etwa schaffte die erst wenige Monate zuvor registrierte Partei Nemuno aušra (NA) im Mai 2024 aus dem Stand den Sprung ins Parlament – und in eine Koalition unter anderem mit den Sozialdemokraten. Parteichef Remigijus Žemaitaitis machte mit antisemitischen Aussagen von sich reden, Parteifreunde sorgten für Trouble in der Regierung. So verschwand die Flagge der Ukraine zwischenzeitlich aus dem Kulturministerium; auch gegen einen hohen Verteidigungsetat arbeitete NA offenbar. Für nationalistisch und russlandfreundlich halten Kritiker ihre Politik. Mitte Juni 2026 kündigte Ministerpräsidentin Inga Ruginienė das Ende der Koalition an. © IMAGO/Xue Dongmei19 / 22Einige könnten bislang ihn in der Liste vermisst haben: den slowakischen Ministerpräsidenten Robert Fico. Fico lässt sich politisch allerdings schwer verorten – „illiberale“ bis autoritäre Züge sehen Experten durchaus. Auch mit mehr oder minder prorussischen Haltungen fällt der Regierungschef auf. Populist ist er ohnhein. Seine SMER ist auf dem Papier aber sozialdemokratisch, erst im Oktober 2025 schloss die S&D-Fraktion sie aus. Die fünf Abgeordneten sind nun fraktionslos. Aus der Slowakei ist aber etwa auch „Hnutie Republika“ im EU-Parlament, sie hat sich von der neonazistischen Kotleba abgespalten und erzielte bei der Europawahl gut 12,5 Prozent. Ihre zwei Abgeordneten sind in der ESN-Fraktion der AfD. © Martin Baumann/picture alliance/dpa/TASR20 / 22Die politische Landschaft Südosteuropas lässt sich nicht unbedingt mit anderen Teilen des Kontinents vergleichen – dort betrieben große (Regierungs-)Parteien eine „Mainstreamisierung“ rechtspopulistischen Gedankengutes betrieben, erklärte Experte Vedran Džihić vor einiger Zeit unserer Redaktion. In Slowenien war Janez Janša (Mitte) bis 2022 Regierungschef und drangsalierte unter anderem freie Medien. Seine SDS ist Teil der EVP. Auch Serbiens Präsident Alexandar Vučić (Mitte) wird ein zunehmend autoritäres Staatsverständnis vorgeworfen. Er gilt der EU trotzdem als wichtiger Partner. Beobachter sahen lange Zeit ein illiberales Netzwerk im Südosten, das über Viktor Orbán und Vučić bis nach Moskau reichte. Orbán ist nun allerdings (vorerst) Geschichte. Ebenso wie etwa der serbische Nationalist Milorad Dodik in der bosnischen Teilrepublik Srpska. © Zeljko Stevanic/www. imago-images. de21 / 22Der Runde durch Europa endet, wo sie begann: Bei Nigel Farage. Er gilt als einer der Architekten des Brexit. Die Kampagne arbeitete 2016 mit Polarisierung und teils auch falschen Fakten. Farages damalige Partei UKIP stürzte nach einer erfolgreichen Unterhauswahl wieder in die Bedeutungslosigkeit. Doch mit seinem neuen Projekt „Reform UK“ bringt Farage die Platzhirsche von Labour und Torys wieder unter Druck. Bei der Unterhauswahl 2024 holte „Reform UK 14,3 Prozent“ der Stimmen. Das britische Mehrheitswahlrecht verhinderte viele Mandatsgewinne – doch Umfragen sehen „Reform UK“ weiter im Aufwind. Farage sieht den Brexit mittlerweile als gescheitert an. Die Schuld dafür lastet er den Torys an. © Jordan Pettitt/picture alliance/dpa/PA Wire22 / 22Auch auf europäischer Ebene stellt sich immer wieder die Frage nach einer „Brandmauer“. Im EU-Parlament haben EKR, PfE und ESN schon mit der EVP gestimmt – etwa bei einer Ausschussabstimmung über eine schärfere Migrationspolitik. Die dpa berichtete über Vorarbeit in WhatsApp-Gruppen. Fakt ist: Die vier Fraktionen haben zusammen eine Mehrheit. Das ist erst seit 2024 so. Der EVP-Chef, CSU-Politiker Manfred Weber, betont insbesondere, dass die AfD keine Rolle für die Mehrheitsfindung spiele. Doch in der Praxis kann das anders aussehen, ob geplant oder ungeplant. In Brüssel heißt die Vierer-Konstellation übrigens „Venezuela“ – weil sie zum ersten Mal bei einer Resolution zum südamerikanischen Land in Erscheinung trat. © Eric Vidal/EPUmfrageauswertungen aus ganz Europa zeigenes: Nicht nur die AfD in Deutschland bereitet mit bislang ungekannt hohen Zustimmungsraten Sorge – quer über den Kontinent erstarken scharf rechte Kräfte. Die Frage nach den Gründen ist komplex. Der ForscherVicente Valentim etwa vermutet aber, dass „Normen“ zerbröckelt sind, die Menschen daran hinderten, rechtsradikale Einstellungen zu äußern, auch an der Wahlurne. Mit dem Sprung Rechtsradikaler ins Parlament oder gar in die Regierung fielen weitere Hemmschwellen bei Wählerinnen und Wählern, meint er. Gleichwohl: In so ziemlich jedem europäischen Land gibt es abseits dieses mutmaßlichen Mechanismus‘ individuelle Hintergründe und Parteienlandschaften. Und auch „die Rechten“ sind kein monolithischer Block. Allein im EU-Parlament sind drei verschiedene Fraktionen rechts der (überwiegend) klassisch konservativen EVP vertreten. Hinzu kommen einige teils offen rechtsextreme Fraktionslose. Die drei Fraktionen unterscheiden sich in ihrer Radikalität und in ihren Haltungen etwa zu Russland und dem Ukraine-Krieg – wenngleich die Block-Zugehörigkeit der einzelnen Parteien nicht in jedem Fall ein klarer Indikator für ihre ideologische Position ist. Unsere Fotostrecke zeigt die bekanntesten und einflussreichsten Köpfe und Parteien der neuen Rechten, sortiert nach EU-Fraktionszugehörigkeit. Sie deutet ebenso wie unsere Europakarte an: Das Phänomen ist weiter ernstzunehmen, selbst wenn mitViktor Orbán ein Vorreiter der Autoritären zuletzt die Abwahlhinnehmen musste. Eine weitere Erkenntnis: „Brandmauern“ sind schon in vielen europäischen Ländern gefallen, verschwunden sind neurechte Parteien dadurch kaum einmal. Unter Beschuss steht der sogenannte Cordon Sanitaire neuerdings verstärkt im EU-Parlament. Die konservative EVP und die drei Rechtsaußenfraktionen haben seit 2024 zusammen eine parlamentarische Mehrheit. Die ist mittlerweile mehrfach zum Zuge gekommen– auch wenn EVP-Chef Manfred Weber (CSU) jedenfalls eine Zusammenarbeit mit der AfD und ihrer ESN-Fraktion dementiert. Dass solche Mehrheiten überhaupt greifbar sind, verdeutlicht aber: Europa ist über die vergangenen Jahre und Jahrzehnte ein gutes Stück nach rechts gerutscht. Spannend bleibt eine weitere Frage: Wie gut können die Rechtsaußen miteinander kooperieren? Globale Vernetzungsbemühungen sind zu beobachten, dabei spielt auch Donald Trumps MAGA-Bewegung eine Rolle. Womöglich unter anderem, weil ein zersplittertes Europa nach „Einflusssphären“ strebenden Potentaten gelegenkommt. Doch „America First“ bleibt eben „America First“ – als Trump im Frühjahr 2025 nach Grönland zu greifen schien, rief ihm eindänischer Rechts-Abgeordneter aus dem Plenum des EU-Parlaments erbost entgegen: „Fuck off!“.

Quelle: mannheim24.de

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