Risse in Europa, Ärger aus Washington: Was das E5-Treffen in Berlin vor dem NATO-Gipfel enthüllt
leinetal24WeltVor NATO-Gipfel: Merz stolpert über Risse in Europa – Trump „enttäuscht über Deutschland“Stand:25. 06. 2026, 11:40 UhrKommentareMerz hat sich in Berlin mit Frankreich, Großbritannien, Polen und. . .

leinetal24WeltVor NATO-Gipfel: Merz stolpert über Risse in Europa – Trump „enttäuscht über Deutschland“Stand:25. 06. 2026, 11:40 UhrKommentareMerz hat sich in Berlin mit Frankreich, Großbritannien, Polen und Italien getroffen. Dabei offenbaren sich Risse innerhalb Europas. Berlin/Washington, D. C. – Während NATO-Generalsekretär Mark Rutte in Washington versuchte, Donald Trumps Unmut über die Europäer zu beschwichtigen, trafen sich die Regierungschefs Deutschlands, Frankreichs, Großbritanniens, Polens und Italiens in Berlin, um gegenüber dem US-Präsidenten eine gemeinsame Front zu bilden. Dabei zeigten sich vor dem NATO-Gipfel am 6. und 7. Juli in der Türkei Risse zwischen den sogenannten E5-Staaten. Innerhalb Europas gibt es Streitigkeiten, wer mit den USA und der Ukraine mit Russland verhandelt. © IMAGO/ESDES. Pictures, Bernd ElmenthalerLaut einem Bericht desSpiegelschwelt ein Konflikt zwischen Frankreich, Großbritannien und Deutschland auf der einen sowie Italien und Polen auf der anderen Seite. Letztere fühlten sich demnach durch die separaten Treffen der E3-Staaten – also Großbritannien, Deutschland und Frankreich – mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in London übergangen. Polens Regierungschef Donald Tusk machte bei dem Treffen in Berlin deutlich, dass es ohne Polen schwer sein werde, bei möglichen Gesprächen mit Russland etwas zu erreichen – „ohne Polen“ gehe das nicht. Risse in Europa vor NATO Gipfel in Ankara? Unstimmigkeiten über Umgang mit UkraineFriedrich Merz ist lautSpiegelindessen davon überzeugt, dass das deutsch-französisch-britische Trio am besten dazu geeignet ist, um für Europa mit Russland, der Ukraine und den USA zu verhandeln. Eine größere Gruppe würde alles nur verkomplizieren. Außerdem plagen die E5 innenpolitische Probleme: Großbritanniens Keir Starmer ist vor wenigen Tagen zurückgetreten, Donald Tusk bekommt von der rechtskonservativen PiS-Partei Gegenwind und Merz’ Koalition strauchelt unter der Last der anstehenden Reformen. Allein Giorgia Meloni scheint in Italien eine gefestigte Machtbasis zu haben. Gegenüber Trump versuchen die E5 es dennoch mit Einigkeit. In einer gemeinsamen Erklärung bekräftigten die fünf Staats- und Regierungschefs „ihre feste Entschlossenheit zum Ausdruck, ein stärkeres Europa innerhalb einer stärkeren NATO aufzubauen und bei ihren jeweiligen rüstungsindustriellen Anstrengungen so eng wie möglich zusammenzuarbeiten“. Auch NATO-Generalsekretär Rutte schaltete sich online in das Berliner Treffen zu, bevor er anschließend persönlich mit Trump zusammenkam. Vor NATO-Gipfel: Trump beklagt mangelnde Unterstützung der Europäer im Iran-KriegBei dem Treffen beschwerte sich Trump dann beiRutte über mangelnde Unterstützung der Europäer im Iran-Krieg. Trump sagte, er habe die Bundesregierung gebeten: „Gebt uns einen kleinen Stups, gebt uns ein kleines Küsschen. Aber sie haben nein gesagt“. Neben Deutschland richtete er seine Kritik auch gegen Frankreich, Italien, Spanien und Großbritannien. Er sei „enttäuscht über Deutschland“. Den Hintergrund bildet der Iran-Krieg, bei dem Trump die europäischen Verbündeten wiederholt zur Beteiligungaufgefordert hatte. Er sagte laut Tagesschau im März: „Es ist nur angemessen, dass diejenigen, die von der Meerenge profitieren, dazu beitragen, dass dort nichts Schlimmes passiert. “ Für den Fall ausbleibender Unterstützung drohte er: Sollte es „keine Reaktion geben oder sollte die Reaktion negativ ausfallen, wird dies, denke ich, sehr schlecht für die Zukunft der NATO sein“. Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas erteilte dem eine klare Absage: „Das ist nicht unser Krieg. “ Europa, so die Botschaft, wolle in den Konflikt nicht hineingezogen werden. Rutte versucht, Trump vor NATO-Gipfel gegenüber Europa zu besänftigenRutteversuchte in Washington, die Spannungen abzufedern. Die fehlende Unterstützung einzelner Länder seien „Einzelfälle“. Deutschland habe gegenüber den USA „seine bilateralen Verpflichtungen erfüllt“, und die Bundesregierung habe die Verteidigungsausgaben – wie von Trump gefordert – deutlich angehoben. Um das zu veranschaulichen, legte Rutte dem US-Präsidenten mehrere Grafiken vor mit den Titeln „Der Trump 47 Effekt“ und „Die Trump-Billion“. Trotz der Spannungen zeigte sich Trump gegenüber Rutte demonstrativ wohlgesonnen. Er bezeichnete ihn als „großartige Führungsperson“. „Er ist ein Freund von mir, (…) ein großartiger Generalsekretär, jeder respektiert ihn“, so Trump. Rutte habe gute Arbeit geleistet: „Ich glaube, wenn irgendjemand anderes in dieser Position wäre, würden wir uns heute gar nicht treffen, um ehrlich zu sein, denn wir wurden im Stich gelassen. “Für die NATO gab es aus Washington aber auch eine unerwartete positive Nachricht: Trump lobte den ukrainischen Präsidenten Selenskyj in ungewohnt anerkennenden Worten. Auf die Frage eines Journalisten, ob Selenskyj den Krieg gegen Russland gewinne, sagte Trump: „Er schlägt sich ziemlich gut. “ Und weiter: „Man muss sagen, er ist mutig. Er hat eine großartige Ausrüstung. Er hat großartige Männer, er hat Kämpfer. “ Das ist eine bemerkenswerte Kehrtwende: Noch bis vor Kurzem hatte Trump den ukrainischen Präsidenten regelmäßig angegriffen. Bereits beim G7-Gipfel in Frankreich hatte sich jedoch eine Wende abgezeichnet: Trump stimmte schärferen Sanktionen gegen Russland zu und forderte Moskau auf, ein Friedensabkommen mit Kiew zu schließen. (Quellen: dpa, Tagesschau, Spiegel, eigene Recherche) (cdz)