Schule im Bliesgau: „Grünes Klassenzimmer“ in Reinheim – Kinder vergraben Zukunftskapsel für Europa
Unter freiem Himmel lernen, forschen und Pflanzen beobachten: In Reinheim ist ein „Grünes Klassenzimmer“ eröffnet worden. Zur Einweihung vergruben Kinder eine Zukunftskapsel mit Wünschen für Europa.
SaarlandSaarpfalz-KreisSchule im Bliesgau„Grünes Klassenzimmer“ in Reinheim – Kinder vergraben Zukunftskapsel für EuropaReinheim·Unter freiem Himmel lernen, forschen und Pflanzen beobachten: In Reinheim ist ein „Grünes Klassenzimmer“ eröffnet worden. Zur Einweihung vergruben Kinder eine Zukunftskapsel mit Wünschen für Europa. 21. 06. 2026 , 14:00 UhrDie Viertklässler der Grundschule bei der Einweihung des „Grünen Klassenzimmers“ in der Grundschule Reinheim. Im Hintergrund steht Schulleiterin Susanne Albrecht. Foto: Wolfgang DegottEin Klassenzimmer unter freiem Himmel ist schnell beschrieben: ein paar Bänke, eine Tafel, ein Pult, umgeben von Bäumen. Wer die Grundschule Reinheim imSaarpfalz-Kreisbesucht, merkt aber rasch: Zwischen Schulgebäude und Grenzlandhalle ist mehr entstanden als ein neuer Lernort. Mit dem „Grünen Klassenzimmer“ wurde ein Ort geschaffen, der Naturerfahrung, Bildung und Zukunftsdenken verbindet. Bei der Einweihung stand eine Besonderheit im Mittelpunkt: Eine Zukunftskapsel wurde nahe eines neu gepflanzten Nussbaums in den Boden versenkt. Darin liegen handgeschriebene Botschaften von Schülerinnen und Schülern aus sechs Bliestaldörfern. Wünsche für Europa – deutsch-französisches SymbolUnter dem Motto „Racines de l’Europe – Wurzeln Europas“ formulierten die Kinder ihre Wünsche für die Zukunft des Kontinents. In den Texten geht es um Frieden, den Schutz der Natur, Nachhaltigkeit und den Erhalt der Demokratie. Die Viertklässlerin Alisa Nachit versenkt die Zukunftskapseln mit den Wunschzetteln für Europa am Freundschaftsbaum im neuen „Grünen Klassenzimmer“ der Grundschule Reinheim. Foto: Wolfgang DegottAuch die Schülerinnen und Schüler der französischen Partnerschule L’école biculturelle de la Blies in Sarreguemines beschäftigten sich mit denselben Themen. Die Kapsel wurde damit zu einem deutsch-französischen Symbol gemeinsamer Hoffnungen. Unterricht in der NaturDas „Grüne Klassenzimmer“ ist Teil der Bildung für nachhaltige Entwicklung, die die Grundschule Reinheim seit Jahren verfolgt. Die Kinder sollen nicht nur über Umwelt- und Klimaschutz sprechen, sondern Natur unmittelbar erleben. Unter dem Motto „Raus aus dem Klassenzimmer – rein in die Natur“ können sie Pflanzen beobachten, experimentieren und Unterricht im Freien erfahren. Ziel ist auch, dass Kinder besser verstehen, welche Folgen eigenes Handeln für Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft haben kann. Dahinter steht die Überzeugung: Umweltbewusstsein entsteht nicht nur durch Bücher, sondern vor allem durch Erlebnisse. Ein Grundstück, viele UnterstützerDer Weg zum „Grünen Klassenzimmer“ begann vor fünf Jahren. Damals erwarb die Gemeinde Gersheim das rund 1000 Quadratmeter große Grundstück zwischen Schule und Grenzlandhalle. Heute ergänzt der neue Lernort bereits vorhandene Kräuterbeete, Wildblumenflächen und den Schulgarten, der im Naturlandschaftszentrum Haus Lochfeld in Wittersheim gepflegt wird. Finanziert wurde das Projekt durch ein Bündnis mehrerer Partner. Das saarländische Umweltministerium übernahm den Großteil der Kosten, nachdem die Schule im Wettbewerb „Natürlicher Klimaschutz im Saarland und in Rheinland-Pfalz“ erfolgreich war. Der Förderverein unter Vorsitz von Nora Juhlke steuerte die restlichen Mittel bei. Freundschaftsbaum gepflanztUnterstützung kam zudem von der Peter-und-Luise-Hager-Stiftung und der Globus-Stiftung. Sie ermöglichten die Pflanzung eines Rotahorns und eines Nussbaums. Der Nussbaum ist zugleich als deutsch-französischer Freundschaftsbaum gedacht. Bei der Eröffnung verwies Bürgermeister Michael Clivot auf die langjährige Zusammenarbeit der Schule mit der Biosphärenregion Bliesgau und dem Ökologischen Schullandheim „Spohns Haus“ in Gersheim. Vertreter der Förderer, Udo Götschel von der Hager-Stiftung und Michael Ipfling von der Globus-Stiftung, ermunterten dazu, den Ort weiterzuentwickeln. Am Ende liegt ein Teil der Geschichte im Boden: Dort ruht die Zukunftskapsel mit den Gedanken der Kinder. Während über ihr ein Lernort wächst, bleiben ihre Botschaften als Erinnerung – daran, wie eine junge Generation sich Europas Zukunft vorstellt. (ten/nid)