Selenskyj warnt Europa: Putins letzter Vorteil muss jetzt gebrochen werden
StartseitePolitikStand:09. 07. 2026, 13:50 UhrKommentareUns auf Google folgenSelenskyj fordert in Ankara schnellere Raketenabwehr für Europa. Wolodymyr Selenskyjhat beimNATO-Gipfel in Ankara mehr Tempo beim. . .

StartseitePolitikStand:09. 07. 2026, 13:50 UhrKommentareUns auf Google folgenSelenskyj fordert in Ankara schnellere Raketenabwehr für Europa. Wolodymyr Selenskyjhat beimNATO-Gipfel in Ankara mehr Tempo beim Aufbau einer europäischen Raketenabwehr gefordert. Der ukrainische Präsident warnte, Russlands ballistische Raketen seien einer der letzten großen militärischen Vorteile Moskaus. Content-PartnerschaftDieser Artikel entstand in Kooperation mitnewsinfive. de. Europa brauche eigene Systeme gegen ballistische Raketen und die passenden Abfangraketen, sagte Selenskyj beim NATO Defense Industry Forum am Dienstag. Das könne „nicht bis 2030 oder darüber hinaus“ warten, heißt es in der Rede des ukrainischen Präsidenten. Selenskyj fordert in Ankara schnellere Raketenabwehr für Europa. © © IMAGO / Anadolu AgencyDrohnen verändern den KriegSelenskyj nutzte seinen Auftritt, um denKrieg in der Ukraineals Beispiel für eine neue Art der Kriegsführung zu beschreiben. Drohnen und Angriffe aus großer Distanz hätten die Natur des Kriegs grundlegend verändert. Er verglich den Einschnitt mit früheren militärischen Umbrüchen, etwa dem Aufkommen von Maschinengewehren, Panzern und Raketen. Nach seinen Angaben setzen ukrainische Truppen derzeit rund 30. 000 russische Soldaten pro Monat außer Gefecht. Im Juni seien es fast 28. 000 gewesen. Für jeden einzelnen Fall gebe es Videobelege, sagte Selenskyj. Die meisten Treffer seien durch Drohnen erfolgt. Auch russische Ausrüstung, Logistik und militärische Anlagen würden jeden Tag in großem Umfang zerstört, sagte Selenskyj. Eine wichtige Rolle spielten dabei ukrainische Drohnen. Auf See setze Kiew zudem Marinedrohnen ein, um Russland im Schwarzen Meer unter Druck zu setzen. Diese Systeme seien inzwischen mehr als reine Angriffsplattformen gegen Schiffe. Sie könnten auch Ziele an Land und in der Luft treffen. Patriot-Produktion reicht nichtBesonders eindringlich sprach Selenskyj über die Luftverteidigung. Die Ukraine habe ihre Abfangquote gegen russische Shahed-Drohnen auf mehr als 90 Prozent erhöht. Das bedeute, dass jede Woche Tausende Angriffsdrohnen abgeschossen würden, sagte er. Kein anderes Land verfüge über eine Verteidigung gegen Drohnenangriffe in dieser Größenordnung. Gegen Marschflugkörper halte die Ukraine ebenfalls eine hohe Abfangquote, erklärte Selenskyj. Bei ballistischen Raketen bleibe die Lage aber schwieriger. Der ukrainische Präsident lobte das Patriot-System, sagte jedoch, die derzeitige Produktion reiche nicht aus. „Die heutigen Kriege haben gezeigt, dass die aktuelle Patriot-Produktion nicht genügt, um die wachsende Nachfrage nach Schutz vor ballistischen Raketen zu decken“, sagte er. Kiew habe mit den USA bereits über Produktionslizenzen für Patriot-Systeme gesprochen, sagte Selenskyj. Am Tag vor dem Gipfel erklärte er nach Angaben seines Büros, eigene ukrainische Produktion könne bei US-Lizenzen ausreichen, um die Ukraine zu schützen und später auch Partnern zu helfen. Am Mittwoch sagte US-Präsident Donald zu, dass die Ukraine eigene Patriot-Raketen produzieren dürfe. „Schutz wird heute gebraucht“Selenskyj forderte die europäischen Regierungen und Rüstungsunternehmen auf, eigene bezahlbare Systeme gegen ballistische Raketen schneller zu entwickeln und in Serie zu bauen. Es gehe nicht darum, Gewinne für Staaten oder Industrie zu maximieren. Es gehe um Schutz für Hunderte Millionen Europäer. Solange diese neuen Systeme nicht bereitstehen, brauche die Ukraine mehr Flugabwehrraketen. „Bitte helfen Sie uns, mehr Luftverteidigungsraketen zu bekommen. Das ist im Moment unsere oberste Priorität“, sagte Selenskyj. Er warb zugleich dafür, ukrainische Fähigkeiten in die NATO-Verteidigung einzubinden. Die Ukraine gehöre in die NATO, sagte er, weil das Bündnis mit der Ukraine besser auf moderne Bedrohungen vorbereitet wäre. Quellen: Rede von Wolodymyr Selenskyj beim NATO Defense Industry Forum, eigene Recherche.