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Sonntagsarbeit in Europa: Diese Länder haben längst andere Regeln als Deutschland

StartseiteVerbraucherEuropa-Vergleich: In diesen Ländern ist Shopping am Sonntag längst normalStand:07. 07. 2026, 20:42 UhrKommentareUns auf Google folgenGeht es nach der Merz-Regierung sollen Bäckereien am. . .

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Sonntagsarbeit in Europa: Diese Länder haben längst andere Regeln als Deutschland

StartseiteVerbraucherEuropa-Vergleich: In diesen Ländern ist Shopping am Sonntag längst normalStand:07. 07. 2026, 20:42 UhrKommentareUns auf Google folgenGeht es nach der Merz-Regierung sollen Bäckereien am Sonntag länger öffnen dürfen. So handhaben andere europäische Länder das Thema Sonntagsarbeit. München – In Deutschland ist die Debatte um verkaufsoffene Sonntage erneut entbrannt. Während Handelsverbände und Teile der Politik auf eine Liberalisierung drängen, halten Gewerkschaften an der Sonntagsruhe fest. Ein Blick in die europäischen Nachbarländer zeigt: Viele haben die Frage längst beantwortet – und ganz unterschiedliche Wege gefunden. Union und SPD wollen Sonntagsarbeit in Bäckereien lockern. (Symbolbild) © IMAGO / Günter SchneiderDie Bundesregierung plant, Bäckereien und Konditoreien künftig bis zu acht Stunden Sonntagsöffnung zu ermöglichen. Der Vorstoß hat eine breitere Diskussion ausgelöst: Handelsverbände fordern die vollständige Freigabe des Sonntags für den gesamten Einzelhandel, wietagesschau. deberichtet. Teile der Politik signalisieren Offenheit für modernere Arbeitszeitregeln. Gewerkschaften hingegen sehen denSchutz des Sonntags als gesellschaftliches Fundament, das nicht zur Disposition stehen dürfe. Wie sieht es in anderen Ländern aus?Diese Regeln für Sonntagsarbeit gelten in Schweden, den Niederlanden und FrankreichSchweden schaffte gesetzliche Beschränkungen der Ladenöffnungszeiten 1972 ab. Seitdem dürfen Geschäfte zwischen 6 und 24 Uhr öffnen – auch am Sonntag. Eine Ausnahme gilt nur für die staatlichen Alkoholläden des „Systembolaget“, die sonntags geschlossen bleiben. Wer am Wochenende arbeitet, erhält in Schweden deutlich höhere Lohnzuschläge – ein finanzieller Ausgleich im Sinne des Arbeitnehmerschutzes, ohne den Handel gesetzlich zu beschränken. In den Niederlanden haben Geschäfte werktags generell von 6 bis 22 Uhr geöffnet. Sonntags ist dies grundsätzlich ebenfalls möglich – meistens zwischen 12 und 17 Uhr, Supermärkte oft länger. Einzelne Gemeinden können darüber hinaus Ausnahmen genehmigen, etwa in touristisch bedeutsamen Stadtvierteln. Das Modell überträgt die Entscheidung an die kommunale Ebene und ermöglicht so regional unterschiedliche Lösungen. In Frankreich dürfen lokale Behörden bis zu zwölf verkaufsoffene Sonntage pro Jahr genehmigen. In ausgewiesenen Tourismuszonen – etwa in Paris oder Nizza – gelten weiterreichende Sonderregeln. Supermärkte öffnen typischerweise von 9 bis 13 Uhr. Das System setzt einen Rahmen, lässt aber Spielraum für örtliche Gegebenheiten. Keine Beschränkung für Sonntagsarbeit in Großbritannien und Irland – Portugal mit jungem GesetzIn Großbritannien und Irland existieren faktisch keine gesetzlichen Beschränkungen mehr. Läden dürfen an jedem Tag des Jahres rund um die Uhr öffnen. Arbeitnehmer sind durch gesetzliche Regelungen geschützt, deren konkrete Ausgestaltung je nach Tarifvertrag variiert. Portugal novellierte sein Ladenöffnungsgesetz im Juli 2023: Seitdem dürfen alle Geschäfte täglich von 6 bis 24 Uhr öffnen – auch sonntags. Zuvor galt für große Supermärkte sonntags eine Grenze von 13 Uhr. Finnland hob gesetzliche Sonntagsbeschränkungen bereits im Januar 2016 auf. Sonntagsarbeit in Polen und Österreich nur in wenigen Ausnahmen erlaubtPolen hat seit 2018 ein schrittweise verschärftes Ladenschlussgesetz. An den meisten Sonntagen im Jahr sind Geschäfte vollständig geschlossen. Nur an wenigen Ausnahmesonntagen – aktuell rund sieben pro Jahr – darf geöffnet werden, etwa vor Weihnachten oder Ostern. Das Gesetz war eine bewusste politische Entscheidung zum Schutz von Arbeitnehmern und Familien und wird von der katholischen Kirche aktiv unterstützt. Österreich schreibt per Bundesgesetz vor, dass Läden sonntags und an Feiertagen grundsätzlich geschlossen bleiben müssen. Ausnahmen gelten nur für wenige Branchen wie Tankstellen, Apotheken oder Tourismusbetriebe in bestimmten Regionen. Verstöße werden als Ordnungswidrigkeit geahndet. Österreich gilt damit als eines der restriktivsten Länder im deutschsprachigen Raum. In Dänemark profitieren kleine Betriebe von Sonntagsarbeit – regionale Regelungen in SpanienDänemark erlaubt werktags sehr lange Öffnungszeiten, zieht beim Sonntag jedoch eine klare Grenze: Größere Geschäfte müssen geschlossen bleiben. Kleinere Läden unter einer bestimmten Umsatzgrenze dürfen öffnen, was in der Praxis vor allem kleinen Familienbetrieben und Kiosken zugutekommt. Für den regulären Einzelhandel gilt das Sonntagsverbot jedoch weitgehend uneingeschränkt. Spanien regelt die Ladenöffnungszeiten auf Ebene der Autonomen Gemeinschaften, was regional unterschiedliche Regelungen erzeugt. In vielen Regionen – darunter große Teile Kataloniens und des Baskenlandes – sind Sonntage gesetzlich geschützte Ruhetage für den Handel. Lediglich touristisch ausgewiesene Zonen genießen Ausnahmen. Die Gewerkschaften haben die Sonntagsruhe in Spanien historisch stark verteidigt. In Deutschland setzt zudem der verfassungsrechtliche Rahmen besondere Grenzen: Artikel 140 des Grundgesetzes in Verbindung mit Artikel 139 der Weimarer Reichsverfassung garantiert den Sonn- und Feiertag als Tag der Arbeitsruhe – eine Schranke, die in dieser Form in den meisten europäischen Nachbarländern nicht besteht. (Quellen: tagesschau. de, bundestag. de, eigene Recherche)(bk)

Quelle: media.merkur.de

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