Sorge vor einem Rückzug der USA: EU plant neuen Verteidigungsrat
Europa sucht ein neues Sicherheitsmodell für den Fall, dass die USA als Schutzmacht ausfallen. Ein EU-Kommissar drängt auf neue Strukturen neben der Nato. Europa arbeitet an Ideen für den Fall, dass dieUSAihre. . .
,regionOfInterest=(1527,828)&hash=2fbdd6377016b54afc75be995511bd887cbe133ff493f34e01bba6fbc86d9f83)
Europa sucht ein neues Sicherheitsmodell für den Fall, dass die USA als Schutzmacht ausfallen. Ein EU-Kommissar drängt auf neue Strukturen neben der Nato. Europa arbeitet an Ideen für den Fall, dass dieUSAihre Schutzrolle in der Nato weiter zurückfahren. DerEU-Verteidigungskommissar Andrius Kubilius betonte gegenüber dem britischen „Telegraph“, der Kontinent brauche ein neues politisches und strategisches Entscheidungsgremium. Im Gespräch seien eine Europäische Verteidigungsunion oder ein Europäischer Sicherheitsrat. Die Nato solle Grundlage der Verteidigung bleiben. Europa müsse sich aber so organisieren, dass es mehr Verantwortung selbst tragen kann. Kubilius verwies auf zwei Herausforderungen: Zum einen bedroheRusslandEuropa. Zum anderen wachse der Druck aus Washington, dass die Europäer die konventionelle Verteidigung weitgehend selbst schultern. USA-Distanz erhöht den Druck auf EuropaIn Brüssel wächst Sorge, dass die USA unterDonald Trumpmilitärisch und politisch weiter auf Distanz zu Europa gehen. Berichten zufolge hat Washington bereits Fähigkeiten aus dem verfügbaren Ressourcenpool der Allianz herausgenommen. Dazu zählen unter anderem ein Flugzeugträger, Unterstützungsschiffe, Tankflugzeuge und Kampfjets. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth soll bei einem Nato-Treffen weitere Kürzungen in Aussicht gestellt haben. Der „Economist“ berichtete, mehrere europäische Offiziere und Verteidigungsbeamte würden inzwischen ernsthaft darüber nachdenken, wie Europa notfalls ganz ohne Teile der Nato-Kommandostruktur handeln könnte. ANZEIGENationalflaggen wehen dem Nato-Hauptquartier. (Archivbild)dpaSicherheitsrat und RüstungsproblemeKubilius plädiert für ein Format, das breiter als die EU wäre. Neben Mitgliedstaaten sollten auch Großbritannien, Norwegen und möglichst die Ukraine eingebunden werden. Als ständige Mitglieder eines Europäischen Sicherheitsrats nennt er Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Polen, Italien und Spanien. Andere Länder könnten auf rotierender Basis teilnehmen. Umstritten ist jedoch, wie weit Europa ohne die USA gehen kann. Europa steht zudem vor praktischen Problemen. Nach Angaben vom „Telegraph“ produziert der Kontinent noch immer zu wenig Waffen und zu langsam. Kubilius kritisierte, viele Regierungen hielten an teuren Altsystemen fest. Stattdessen wirbt er für eine einfachere und schnelle Massenproduktion nach ukrainischem Vorbild.