Tote Enten und viel Spott: Trumps Pool-Pannen amüsieren USA
Bei dem großen Geburtstag der USA soll alles perfekt sein. Doch ausgerechnet bei Trumps Prestige-Pool-Projekt, geht alle schief, was schiefgehen kann. Seit Wochen beherrscht Donald Trumps16 Millionen Dollar. . .
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Bei dem großen Geburtstag der USA soll alles perfekt sein. Doch ausgerechnet bei Trumps Prestige-Pool-Projekt, geht alle schief, was schiefgehen kann. Seit Wochen beherrscht Donald Trumps16 Millionen Dollar teure Pool-Verschönerung vor dem Lincoln-Denkmalin Washington die amerikanischen Nachrichten. Ursprünglich sollte die Sanierung 1,5 Millionen Dollar kosten. Die missglückte Renovierung liefert Late-Night-Comedians täglich neuen Stoff, denn immer wieder blätterte der neue Farbanstrich ab, Algen vermehrten sich. Und schließlich starben auch noch drei Enten in dem trüben Gewässer. Während das Weiße Haus ohne Beweise linksradikalen Randalierern die Schuld zuweisen will und hohe Haftstrafen für die mutmaßlichen Täter fordert, berichten US-Medien über Vetternwirtschaft und Inkompetenz von zwei Firmen, die die Aufträge ohne Ausschreibung erhielten. Die Vorwürfe: Die Betriebe hätten unzureichende Erfahrung, das Projekt zu hastig durchgeführt und die Aufträge nur über persönliche Verbindungen zu Trump erhalten. Greenwater Services erhielt den Auftrag für ein Wasserreinigungssystem, Atlantic Industrial Coatings wurde mit dem Anstrich des Beckens beauftragt. Die Betreiber hatten früher Arbeiten am privaten Golfclub des Präsidenten in New Jersey und für die Trump-Organisation erledigt. ANZEIGEANZEIGEZum Hintergrund: Schon seit Jahrzehnten gibt es im Lincoln-Pool immer wieder Algen und undichte Stellen. Trump hatte geprahlt, das Becken schnell und kostengünstig zu renovieren. Im April verkündete er massive Verschönerungsmaßnahmen des Beckens. Unter anderem sollte der Boden in dem für die US-Fahne typischen Blau gestrichen werden. Der Pool liegt auf einer der wichtigsten Sichtachsen der US-Hauptstadt. Er Verbindet das Lincoln- und das Washington-Denkmal. Rahmat Gul/AP/dpaBeim Umbau führt ein Problem zum anderenDoch seitdem stößt das Projekt auf stetig neue ökologische und logistische Schwierigkeiten. Zuerst hatte Trump die Sanierungskosten auf 1,5 bis 2 Millionen Dollar geschätzt und die Dauer der Renovierung auf ein bis zwei Wochen. Inzwischen betragen die Kosten 16 Millionen Dollar, und ein Ende ist nicht in Sicht. Um Ausgaben zu sparen, hatte Trump ursprünglich die Idee, das undichte und mit Unrat gefüllte Becken mit einer tiefblauen, gummiartigen Schwimmbadfolie auszukleiden. Doch schon wenige Tage nach dem Einbau der Folie und der Wiederbefüllung des 15 Millionen Liter Wasserbeckens breiteten sich rasant Algen aus – begünstigt durch das heiße und schwüle Wetter in Washington. Also wurde ein weiterer Betrieb beauftragt, die Algen mit einer speziellen Technik zu beseitigen. Diese sogenannte Nanoblasen-Technologie reduzierte zwar die Algen, führte aber offenbar auch dazu, dass sich Teile der neuen, Amerika-blauen Beckenbeschichtung wieder vom Boden ablösten. Einen Schuldigen hat Trump schnell: Die LinksextremenIn sozialen Medien behauptete Trump, 6 Personen seien festgenommen worden und 7 weitere vorgeladen wegen Zerstörung der Beckenabdichtung. „Es geschah vorsätzlich und auf kriminelle Weise und jemand musste sich dabei sehr anstrengen – wahrscheinlich im Schutz der Dunkelheit“, postete der Präsident. Zudem hätten linksradikale Randalierer Düngemittel in den Pool geschüttet, um das Algenwachstum zu fördern. Beweise dafür lieferte er nicht. Auch das Innenministerium wollte keine Informationen zu den Anklagen, Strafanzeigen oder Namen der Verhafteten bekanntgeben. In einem Bericht der Parkpolizei hieß es: Die Identität von Verdächtigen sei unbekannt. Düngemittel oder die Beschädigung der Beckenfolie werden in dem Bericht gar nicht erwähnt. Der Pool soll mit allen Mitteln glänzenAm 19. Juni wurde der ehemalige Olympia-Kanusportler David Hearn wegen Sachbeschädigung von Staatseigentum verhaftet. Der 67-Jährige, der gerade eine Radtour machte, behauptet, er habe nur ein Stück blaue Folie im Wasser berührt, das schon abgeblättert war. Er betonte: „Ich habe nichts zerstört, zerbrochen oder abgelöst. “ Er sei einfach nur neugierig gewesen, wie sich die lose Folie anfühle. Aktuell sieht das kürzlich noch tümpelgrüne Wasser zumindest rechtzeitig zu den Feierlichkeiten zum 4. Juli und Amerikas 250. Geburtstag für dieses Wochenende endlich so Amerika-blau aus, wie es Trump vorschwebte. Doch offenbar trügt der Schein: Die klare Wasserfarbe soll einzig den Unmengen von Wasserstoffperoxid zu verdanken sein, die gerade permanent ins Becken gekippt werden. Unmittelbar nach den Festivitäten zum Nationalfeiertag muss der Pool erneut entwässert und renoviert werden. Für die Satiriker ist die Episode gefundenes FressenAuch das Gespött in Late-Night-Shows geht weiter: „Sie wissen ja, wie der Pool die Zustimmungswerte des Präsidenten nach unten zieht. Landesweit liegen sie jetzt im niedrigen 30-Prozent-Bereich, bei den Unabhängigen bei 25 und bei Enten bei 0 Prozent“, so der Comedian Bill Maher. Sein Kollege John Oliver meinte: „Es ist bezeichnend, dass die Hauptstadt dieses Landes zum 250. Geburtstag mit einem buchstäblichen Sumpf aus Korruption zu kämpfen hat und tote Enten im Lincoln Pool liegen. Die Symbolik ist kaum zu übersehen. “