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Trump entlarvt USA-Bluff: Experten sehen Selbstüberschätzung im Iran-Krieg

kurierverlag-dePolitikStand:25. 06. 2026, 17:00 UhrKommentareIm Iran-Krieg verbrauchen die Vereinigten Staaten laut Eliot Cohen mehr als ein Viertel wichtiger Waffen. Die Straße von Hormus stärkt Irans Druck. . .

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Trump entlarvt USA-Bluff: Experten sehen Selbstüberschätzung im Iran-Krieg

kurierverlag-dePolitikStand:25. 06. 2026, 17:00 UhrKommentareIm Iran-Krieg verbrauchen die Vereinigten Staaten laut Eliot Cohen mehr als ein Viertel wichtiger Waffen. Die Straße von Hormus stärkt Irans Druck auf Märkte. Washington –Donald Trumpwollte im Iran-Krieg Stärke zeigen. Doch aus der Militäraktion ist nach Einschätzung von Experten ein Lehrstück über amerikanische Selbstüberschätzung geworden. Die USA trafen Iran hart. Zugleich aber legte der Krieg offen, wie dünn Washingtons militärische Reserven sind, wie brüchig die Unterstützung durch Verbündete geworden ist und wie stark Teheran die Straße von Hormus als Druckmittel nutzen kann. Content-PartnerschaftDieser Artikel entstand in Kooperation mitnewsinfive. de. Die nun vorliegende Absichtserklärung zwischen den USA und Iran verschärft diese Bilanz. Eliot Cohen, emeritierter Professor an der Johns Hopkins University, nennt das Papier in einer Analyse für das US-MagazinThe Atlanticeine „Kapitulation, die sich als Vereinbarung tarne“. Trumps Iran-Krieg legt laut Experten schwere Schwächen der USA offen. © © IMAGO / ABACAPRESS / ArchivbildNach seiner Lesart könnte Iran durch freigegebene Vermögen, Öleinnahmen und Entwicklungsinvestitionen an Mittel in dreistelliger Milliardenhöhe in Euro kommen. Auch Gebühren oder Abgaben an der Straße von Hormus seien denkbar. Cohen sieht schwere strategische Fehler der USACohen bestreitet nicht, dass die amerikanischen und israelischen Angriffe Iran militärisch geschadet hätten. Die Luftabwehr sei weitgehend ausgeschaltet worden. Auch die Luftwaffe, die reguläre Marine und Teile der Rüstungsindustrie hätten schwere Treffer erlitten. Doch das ändere aus seiner Sicht wenig am größeren Problem. Der Krieg habe zwar die technische und taktische Stärke der USA gezeigt. Er habe aber auch gravierende Schwächen offengelegt. Cohen verweist auf knappe Bestände moderner Munition. In einem kurzen Krieg in einer Nebenregion hätten die USA demnach mehr als ein Viertel bestimmter wichtiger Waffen aufgebraucht – im Angriff wie in der Verteidigung. Noch schwerer wiegt für ihn die politische Bilanz. Verbündete seien so verärgert gewesen, dass sie nicht einmal passive Unterstützung geleistet hätten. Die Golfstaaten seien nicht ausreichend geschützt worden. Israel habe an der Seite der USA gekämpft, tauche in der Absichtserklärung aber nicht einmal auf. Cohen spricht von Zeichen amerikanischer „Unfähigkeit“ und sogar „Inkompetenz“. Straße von Hormus wird zum MachtmittelDer Krieg hat Iran nach Cohens Darstellung eine alte Erkenntnis praktisch vor Augen geführt: Die eigene Lage an der Straße von Hormus gibt Teheran Einfluss. Durch diese Meerenge läuft ein großer Teil der Ölexporte aus der Golfregion. Wer dort den Verkehr bedroht, kann Staaten und Märkte unter Druck setzen. Ähnlich urteilt der Kölner Politikwissenschaftler Thomas Jäger im Interview mit dem Nachrichtensendern-tv. Trump habe einen 46 Jahre alten Bluff zerstört: die Annahme, die USA könnten die Straße von Hormus militärisch offenhalten. Mit seiner Bereitschaft zu Verhandlungen habe der US-Präsident gezeigt, dass Washington dazu offenbar nicht ohne Weiteres in der Lage sei. Jäger verweist auf die Carter-Doktrin von 1980. Sie habe Iran über Jahrzehnte abgeschreckt. „Der Schutz durch Abschreckung, durch Drohung, den die USA die ganze Zeit angeboten haben, funktioniert nicht mehr“, sagte Jäger dem Sender. Künftig könne China der Akteur sein, der Iran eher im Zaum halte als die USA. Amerikas Art der Kriegsführung gerät ins WankenDer tiefere Schaden liegt für Cohen jedoch in Washington selbst. Der Krieg stelle das amerikanische Modell der Kriegsführung infrage: kleine, hochmoderne Streitkräfte, aber zu wenig Reserven bei Personal, Munition und Gerät. Dieses Modell setze sichere Stützpunkte, verlässliche Verbündete und genügend Vorbereitungszeit voraus. Genau diese Annahmen hätten im Iran-Krieg nicht getragen. Doch Cohen macht dafür nicht nur Trump verantwortlich. Er sieht das Ergebnis jahrzehntelanger Fehlentscheidungen im Pentagon, im Kongress und in der politischen Führung. Sein schärfster Satz zielt auf den Kern dieser Kritik: „Ein großer Teil des Problems war schlichte Arroganz. “

Quelle: kurierverlag.de

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